"Nur die politische Diskussion kann die Tür wieder öffnen"
Iran will im Atomstreit nicht nachgeben

Im Streit um das iranische Atomprogramm will die Regierung in Teheran nicht auf die Anreicherung von Uran verzichten. Stattdessen will das Land die Besorgnisse über sein Atomprogramm ausräumen.

HB BERLIN. Der Sekretär des Ausschusses für internationale Beziehungen beim Nationalen Sicherheitsrat des Iran, Hossein Mussavian, hat angekündigt, dass der Iran im Atomstreit nicht einlenken wird. Durch die Resolution der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sei die Tür zur Aussetzung der Urananreicherung geschlossen worden, sagte Mussavian der «Welt am Sonntag».

«Auch wenn wir vor den Sicherheitsrat der UN gezerrt werden, ändert das nichts.» Nur die politische Diskussion könne die Tür wieder öffnen. Im iranischen Fernsehen machte Mussavian zugleich deutlich, dass sein Land bereit sei, jeden Vorschlag zu prüfen, der die Besorgnisse über das Atomprogramm ausräumt.

Der Sekretär reagierte damit auf die Ankündigung Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens, der Regierung in Teheran in der kommenden Woche einen Angebotskatalog vorzulegen, mit dem der Iran zur Einstellung seines Programms zur Urananreicherung bewogen werden kann. Das Angebot sieht dem Vernehmen nach unter anderem Technologietransfer in den Iran und wirtschaftliche Konzessionen vor. Mit dem Verzicht auf Urananreicherung soll verhindert werden, dass der Iran Atomwaffen entwickelt.

Im Gespräch mit der «Welt am Sonntag» verteidigte Mussavian, der die iranische Delegation bei den Verhandlungen mit der IAEA leitete, erneut das Festhalten des Iran an der Anreicherung von Uran. «Das ist unser gutes Recht aus dem Atomwaffensperrvertrag. Wir sind das einzige Land, das nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Opfer von Massenvernichtungswaffen geworden ist. Diese chemischen Waffen haben die Deutschen, die Amerikaner und die Europäer Saddam gegeben. Und nun sagt ausgerechnet ihr uns, daß ihr uns nicht vertraut?»

Die Internationale Atomenergiebehörde in Wien hat dem Iran ein Ultimatum gesetzt: Bis zum 25. November muss er alle Aktivitäten zur Urananreicherung stoppen und der IAEA freien Zugang zu seinen Atomanlagen gewähren.

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