Nur Saudi-Arabien hat noch frei Förderkapazitäten
Auch Kuwait drängt Opec auf höhere Öl-Förderquote

Die Zahl der Befürweiter einer Ausweitung der Förderung wächst. Angesichts des Rekordniveaus beim Ölpreis plädiert auch das Opec-Land Kuwait für eine Anhebung der Förderquote des Kartells. Das Land möchte mit dem Schritt ein Signal setzen und die Märkte beruhigen.

HB ABU DHABI. Sollten die Preise hoch bleiben, werde sich Kuwait auf dem nächsten Treffen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) am 10. Dezember für eine erneute Erhöhung um eine Million Barrel am Tag einsetzen, sagte Ölminister Scheich Ahmed al-Fahd al-Sabah am Sonntag. Auch andere Minister von Opec-Staaten bekräftigten, alles zu tun, um einen Rückgang des Ölpreises zu bewirken. Der weltweit größte Ölexporteur Saudi-Arabien ist gegebenenfalls bereit, seine freien Kapazitäten in Höhe von 1,5 bis zwei Millionen Barrel täglich anzutasten. Allerdings gebe es dazu derzeit noch keinen Anlass, da eine Verknappung des Rohstoffes nicht in Sicht sei, sagte Ölminister Ali Al-Naimi. Die Ölpreise hatten am Freitag neue Höchststände erreicht. Ein Barrel (knapp 159 Liter) US-Öl kostete erstmals mehr als 53 Dollar.

Mit einer Anhebung um eine Million Barrel beim Treffen in Kairo würde die Opec ihre offizielle Quote der tatsächlichen Produktionsmenge anpassen. Denn derzeit fördert das Kartell ohne Berücksichtigung des Irak bereits 28 Millionen Barrel Öl täglich. Die offizielle Quote liegt aber bei 26 Millionen Barrel und soll im November auf 27 Millionen Barrel steigen. „Wir können die Förderquote nochmals um eine Million steigern, um die 28 Millionen offiziell zu machen“, sagte der kuwaitische Ölminister am Rande einer Messe der Ölbranche in den Vereinigten Arabischen Emiraten. „Das wäre ein weiteres Signal dafür, dass die Opec an ihrem Ziel eines Marktes festhält.“ Mit dem Irak liegt die Opec-Förderung bei rund 30 Millionen Barrel pro Tag und damit so hoch wie seit 25 Jahren nicht mehr.

Wie Saudi-Arabien sei auch Kuwait bereit, seine Fördermenge anzuheben, sagte der kuwaitische Ölminister weiter. „Wenn die Nachfrage da ist, werden wir dem Markt sicherlich eine größere Produktion anbieten.“ Von Januar an könne Kuwait zusätzliche 200 000 Barrel täglich fördern. Saudi-Arabien kann nach den Worten von Ölminister Al-Naimi - falls nötig - jederzeit seine freien Kapazitäten anzapfen. Allerdings sei der hohe Ölpreis derzeit nicht gerechtfertigt. „Es gibt keine Öl-Knappheit und es wird auch in Zukunft keine Öl-Knappheit geben“, sagte Al-Naimi. Er hielt einen Rückgang des Ölpreises nach der US-Präsidentschaftswahl am 2. November für denkbar. „Dies ist ein politisches Jahr und das könnte einigen Einfluss haben.“ Saudi-Arabien ist das einzige Land in der Opec mit noch nennenswerten freien Produktionskapazitäten.

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