„Nur Vasallen zum Herumkommandieren“
Putin wettert gegen die USA

Das US-Magazin „Time“ hat Wladimir Putin zur „Person des Jahres 2007“ gekürt. Doch der russische Präsident ist derzeit gar nicht gut auf die USA zu sprechen. In außergewöhnlich scharfer Form attackierte er Washington in einem Interview: „Amerika braucht nur Vasallen zum Herumkommandieren.“

HB MOSKAU. „Ich glaube, das ist der zielstrebige Versuch, Russland ein bestimmtes Image zu verpassen, um unsere Innen- und Außenpolitik zu beeinflussenden“, sagte Putin dem US-Magazin „Time“. Dabei habe Russland in den vergangenen 15 Jahren durch seine Politik demonstriert, dass es nicht nur Partner, sondern auch Freund der USA sein wolle.

„Aber manchmal habe ich den Eindruck, dass Amerika keine Freunde braucht. Wir haben den Eindruck, dass Amerika nur Vasallen zum Herumkommandieren braucht.“

„Time“ hatte Putin zur „Person des Jahres“ 2007 gekürt. Der russische Präsident habe sein Land, wenn auch auf Kosten demokratischer Freiheiten, an den Tisch der Weltmächte zurückgebracht, hieß es in der Begründung.

Die USA versuchten ständig, Probleme in Russland zu suchen, kritisierte Putin. „Das ist der Grund, warum sie uns und all den anderen gesagt haben, „Nun, wir sollten sie hier ein bisschen zwicken und da ein bisschen tadeln, weil sie (die Russen) ja nicht wirklich zivilisiert sind - sie sind noch immer wild, sie sind gerade erst von den Bäumen heruntergekommen. Das ist der Grund, weshalb wir ihnen etwas die Haare bürsten, sie rasieren und ihnen den Dreck abwaschen müssen - sie können es ja nicht selbst'.“

Die Russen rief Putin dazu auf, sich des sowjetischen Erbes zu entledigen. Er bezeichnete das Streben der UdSSR nach der Weltrevolution als großen Fehler. „Wir wollen niemanden beherrschen, wir wollen keine Supermacht sein. Aber wir wollen stark genug sein, uns zu verteidigen und unsere Interessen zu vertreten.“ Putin würdigte den letzten sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow und seinen Vorgänger Boris Jelzin für die Überwindung des kommunistischen Systems.

Auf die Frage, warum er den Zusammenbruch der Sowjetunion „die größte geopolitische Katastrophe des Jahrhunderts“ bezeichnet habe, erwiderte Putin, er habe damit die humanitären und nicht die politischen Aspekte gemeint. Denn durch das Ende der UdSSR seien in den ehemaligen Sowjetrepubliken 25 Millionen Russen lebten, zu Ausländern geworden.

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