Obama auf Asienreise
Alte Supermacht trifft neue Supermacht

US-Präsident Barack Obama erwartet bei seiner Asienreise ein erstarktes China. Er fordert mehr globale Verantwortung von Peking - und muss viele Streitthemen klären. Anders als sein Amtsvorgänger versucht Obama, Peking stärker als globalen Partner einzubinden. Aber im Gegensatz zu George W. Bush vertritt er eine geschwächte Supermacht.
  • 0

PEKING/WASHINGTON. Zehn Monate nach seiner Inauguration tritt US-Präsident Barack Obama seine geostrategisch bislang wichtigste Reise an - nach Asien und vor allem nach China. Ein Jahr nach dem Höhepunkt der Finanzkrise muss er in Japan, Singapur, China und Korea vor allem erklären, was die USA aus der Finanzkrise gelernt haben, statt zu belehren. Denn gerade die chinesische Wirtschaft knüpft längst wieder an die alten Boomzeiten an.

China sei für die USA beides, "unerlässlicher Partner, aber auch ein Wettbewerber", sagte Obama kurz vor seiner Abreise. Die wirtschaftliche Abhängigkeit ist in der Tat groß: China ist der größte Gläubiger der USA, die USA sind für China ein wichtiger Exportmarkt. "Diese Beziehung hat den Anstieg der wirtschaftlichen Ungleichheiten weltweit jedoch beflügelt", beschreibt Ben Simpfendorfer, Volkswirt der Royal Bank of Scotland in Hongkong, die enge Verflechtung der Supermächte. Diese Beziehung müsse umgedreht werden. China solle künftig mehr in den USA kaufen, US-Firmen sollten mehr in China investieren. Doch danach sieht es nicht aus: Im Oktober stieg Chinas Handelsüberschuss auf mehr als 24 Mrd. Dollar. Dies ist der höchste Zuwachs in diesem Jahr und fast doppelt so viel wie im September.

Auch Chinas Industrieproduktion sowie die Verkäufe im Handel legten im Oktober kräftig zu. Das wird Peking zum Obama-Besuch weiter unter Druck setzen, die Landeswährung stärker aufwerten zu lassen - eines der ganz großen Streitthemen. Nicht nur die USA, auch Europa fordert einen Kurswechsel der chinesischen Währungspolitik, um so den Einbruch der eigenen Exportindustrie zu bremsen. Der Vorwurf lautet, China verbillige durch den künstlich niedrig gehaltenen Yuan-Kurs seine Produkte auf den Weltmärkten. Dadurch seien auch die gigantischen Handelsüberschüsse entstanden.

Seite 1:

Alte Supermacht trifft neue Supermacht

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " Obama auf Asienreise: Alte Supermacht trifft neue Supermacht"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%