Obama auf Werksbesuch: Daimler investiert weitere Millionen in den USA

Obama auf WerksbesuchDaimler investiert weitere Millionen in den USA

Erst Siemens, jetzt Daimler: US-Präsident Obama lobt die Investitionen deutscher Unternehmen in den USA. Der Stuttgarter Autobauer will sein Werk im Bundesstaat Michigan erweitern.
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New YorkUS-Präsident Barack Obama besuchte am Mittwoch ein Diesel-Werk des Stuttgarter Autobauers Daimler in Redford, im US-Bundesstaat Michigan. Dort kündigte er an, dass die Daimler-Tochter Detroit Diesel, weitere 120 Millionen Dollar in das Werk investieren und zusätzliche 115 Stellen schaffen werde, die von Mitgliedern der einst so mächtigen Autogewerkschaft UAW besetzt werden. „Unternehmen wie Daimler wissen, dass es sich immer noch lohnt, auf uns zu setzen“, lobte Obama. „Eine ganze Zeit lang haben Unternehmen nicht immer in amerikanische Arbeiter investiert.“

Es ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, das der Präsident eine von Daimlers Nutzfahrzeugtöchtern in den USA besucht. Im März tourte er durch ein Lkw-Werk von Freightliner in Mount Holly im Bundesstaat North Carolina. Bereits im Januar hatte er in seiner Rede zur Lage der Nation die Investitionen vom Siemens in den USA gelobt. So viel Aufmerksamkeit für ausländische Konzerne gilt als ungewöhnlich.

In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit sind die von den Deutschen geschaffenen Stellen besonders attraktiv. Sie passen genau in Obamas Konzept, Amerikas produzierendes Gewerbe wiederzubeleben und zwar mit gut bezahlten Jobs für qualifizierte Arbeitskräfte. Obama umgibt sich in letzter Zeit regelmäßig mit typischen Vertretern der amerikanischen Mittelschicht. In den zähen Verhandlungen um den Schuldenabbau des Landes will er so die Bevölkerung auf seine Seite ziehen und Druck auf die Republikaner aufbauen.

Doch der Präsident hatte noch ein weiteres Anliegen. Im Bundesstaat Michigan sind die drei großen Autokonzerne General Motors (GM), Ford und Chrysler verwurzelt. Die Autogewerkschaft UAW hatte Jahrzehntelang einen großen Einfluss. Sie trägt jedoch auch Mitschuld an der tiefen Krise der US-Autoindustrie, die GM und Chrysler 2009 in eine staatlich orchestrierte Insolvenz gestützt hatte. Der seit dem deutlich geschwächten UAW steht ein weiterer tiefer Einschnitt bevor.

Der republikanisch geführte Bundesstaat könnte schon am Dienstag Gesetze beschließen, die den Gewerkschaften deutlich weniger Rechte einräumen würden. Obama, der sowohl 2008 als auch in diesem Jahr mit der Unterstützung der Gewerkschaften gewählt wurde, sprach sich gegen diese Pläne aus. „Es geht hier nicht um wirtschaftliche Erwägungen, sondern allein um politische Machtspiele“, sagte Obama. Die Konsequenz sei, dass Arbeiter künftig weniger Geld verdienen würden.

 

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