Obama bricht Urlaub ab
New York legt U-Bahnen und Busse still

Das hat es noch nie gegeben: New York stellt ab morgen den öffentlichen Nahverkehr ein. Amerika zittert vor dem Hurrikan Irene. US-Präsident Obama brach seinen Urlaub ab und warnte: „Treffen Sie Vorkehrungen. Sofort.”
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WashingtonEr wollte trotz des Sturms bis Samstag bleiben, doch nun muss sich auch der mächtigste Mann der Welt beugen: Wegen des herannahenden Hurrikans Irene bricht US-Präsident Barack Obama seinen Urlaub ab und kehrt schon am heutigen Freitagabend, einen Tag früher als geplant, nach Washington zurück. Das teilte sein Sprecher am Nachmittag mit. Obama verbringt seine Ferien mit Familie auf der Insel Martha’s Vineyard vor der Küste von Massachusetts, die auf dem Weg des Wirbelsturms liegt.

Zuvor hatte der Präsident in einer Ansprache die Bewohner der Ostküste aufgefordert, den Abweisungen der Behörden zu folgen und Vorkehrungen für den Notfall zu treffen. „Ich kann  nicht genug betonen: Wenn Sie auf dem voraussichtlichen Weg des Hurrikans leben, treffen Sie Vorkehrungen. Sofort.” Niemand dürfe jetzt zögern. “ Aller Voraussicht nach wird dies ein historischer Hurrikan”, sagte der Präsident, der sich zuvor mit Heimatschutzministerin Janet Napolitano und weiteren hochrangigen Katastrophenschützern sowie Gouverneuren besprochen hatte.

Während Irene langsam, aber unaufhaltsam auf die US-Ostküste zusteuert, treffen Millionen Menschen letzte Vorbereitungen für den Monstersturm. In New York begannen die Behörden, Krankenhäuser in niedrig gelegen Gegenden zu evakuieren. Sämtliche Bauarbeiten wurden eingestellt. Wie Bürgermeister Michael Bloomberg am Abend mitteilte, werden ab morgen Mittag keine U-Bahnen und Busse mehr fahren. Auch die Nahverkehrszüge nach Long Island und in die Ortschaften im Norden von New York werden vorübergehend stillgelegt. Einmalig in der 107-jährigen Geschichte der New Yorker U-Bahn. Anders als im Rest der USA haben viele New Yorker kein Auto und sind auf Bus, U-Bahn und Regionalzüge angewiesen.

Zuvor hatten die Behörden eine Hurrikan-Warnung ausgerufen für das Stadtgebiet, Long Island, Connecticut und Teile New Jerseys. Am Sonntagabend soll Irene nach jüngsten Berechnungen auf die Metropole treffen. Mehr als 250.000 Einwohner New Yorks müssen ihre Häuser verlassen. Nach der Anordnung von Bürgermeister Bloomberg vom Freitag werden alle tiefliegenden Gebiete in Wassernähe evakuiert. Ältere Menschen und Krankenhauspatienten in diesen Gebieten wurden bereits am Freitag in Sicherheit gebracht.

„Wir haben niemals zuvor eine verpflichtende Evakuierung angeordnet, würden es aber nicht machen, wenn der Wirbelsturm nicht sehr gefährlich werden könnte“, sagte Bloomberg.

Auch in anderen Gebieten bereiten sich die Menschen auf das Schlimmste vor. Stromversorger stellten Notfallpläne auf, Techniker in einem Dutzend Atomkraftwerke entlang der Küste trafen Vorkehrungen. Die ersten Sturmwellen erreichten am Freitag die Inselkette Outer Banks, wo bereits tausende Einwohner und Touristen ins Landesinnere geflohen sind. Nach Angaben eines Meteorologen wurden dort zwei bis drei Meter hohe Wellen gesehen. In sechs Bundesstaaten gilt seit Freitag der Notstand. In Teilen Virginias wurden Zwangsevakuierungen angeordnet.

Irene hat sich inzwischen etwas abgeschwächt und gilt laut National Hurricane Center als Hurrikan der Kategorie zwei. Dennoch wird der Sturm laut neuesten Berechnungen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 170 Stundenkilometern morgen über die Küste von North Carolina herfallen. Auf seinem weiteren Weg liegen dann Washington, Philadelphia, New York und Neuengland. Betroffen sind 65 Millionen Menschen.

Deshalb wird für das Wochenende ein Verkehrschaos an der Ostküste erwartet. Fluggesellschaften sagten bereits am Donnerstag mehr als 100 Flüge ab und brachten Maschinen in Sicherheit, die Eisenbahngesellschaft Amtrak kündigte an, die meisten Züge südlich der Hauptstadt Washington in den kommenden drei Tagen zu streichen.  

Irene gilt als bedrohlichster Wirbelsturm seit dem Hurrikan Gloria, der 1985 an der Ostküste wütete und elf Menschen das Leben kostete. Der aktuelle Sturm könnte nach Angaben von Analysten volkswirtschaftliche Schäden von bis zu 20 Milliarden Dollar verursachen.

(Mit Reuters)

Nils Rüdel
Nils Rüdel
Handelsblatt / Deskchef Politik

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  • Es ist nicht die Zeit, seinen Frust an den USA auszulassen.

    Hier zeigen sich die Fehler einer falschen Bauweise. Manhatten wirkt wie ein großes Segel, wo sich der Sturm aufbaut und sich in den verengten Straßenschluchten seinen Weg bahnt. So können sich örtlich die Windgeschwindigkeiten durchaus verdreifachen und selbst Busse wie Spielzeug wegpusten. Für den ruhenden Verkehr (Parker) ist deshalb der Windschatten (Lee) zu empfehlen, denn Tiefgaragen werden in den niederen Stadtteilen absaufen.
    Da die Windlasten mit der Gebäudehöhe zunehmen, sind dann auch Dachaufbauten und Dachbegrünungen kaum noch zu halten.

    Ein Hurikan dieser Größe drückt nicht nur das Meer gegen die Küste, es staut auch noch das Wasser von East River und Hudson auf. Dazu kommt noch der Wellengang. Unterirdische Bauten laufen so mit Wasser voll; Verkehr ist dann nicht mehr möglich.
    Die Aufräumarbeiten sorgen zwar für einen Beschäftigungsschub, doch sollte die Stadtbaupolitik wegen weiterer geplanter Verkehrstunnel noch einmal auf den Prüfstand.

    http://www.bps-niedenstein.de/content/view/202/2/

  • Super Werbe-Aktion für Obama !
    Unglaublich gute Makrekting-Abteilungen haben sie ja schon unsere Freunde aus Ami-Land. Nur die Technik um den Wirbelsturm zu erzeugen haben sie wohl wieder woanders geklaut oder notfalls eingekauft (der Schrott-Dolllar machts möglich).

  • Ich lese immer nur von den beispiellosen Evakuierungen aber woran bitte macht man denn nun die Gefährlichkeit fest? Stufe 2 hört sich nicht sonderlich bedrohlich an, wo wir aus dem Golf von Mexico Stufe 5 gewöhnt sind und 2-3 Meter hohe Wellen erschrecken auch noch nicht so...

    Na wenigstens zetteln sie diesmal keinen Krieg an, um wovon auch immer abzulenken.

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