Obama in Fernost
Spannungen überschatten Japan-Besuch

US-Präsident Barack Obama ist zum Auftakt seiner ersten Asien-Reise in Japan eingetroffen. Im Laufe des Freitags wollte er mit Ministerpräsident Yukio Hatoyama zusammentreffen. Die Gespräche dürften nicht einfach werden, denn es gibt Spannungen zwischen beiden Ländern.
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HB WASHINGTON. US-Präsident Barack Obama ist am Freitagnachmittag (Ortszeit) in Tokio, der ersten Station seiner Fernostreise gelandet. Nach Japan wird Obama noch nach Singapur, China und Südkorea reisen. Die Themen Klimaschutz und Afghanistankrieg sowie die Weltwirtschaftskrise werden nach Angaben des Weißen Hauses im Mittelpunkt der Gespräche mit dem neuen japanischen Ministerpräsidenten Yukio Hatoyama stehen.

Hatoyama gewann die Parlamentswahl am 30. August auch mit dem Versprechen, in den Beziehungen zu den USA auf mehr Ausgewogenheit zu achten. Dabei geht es unter anderem um eine neue vertragliche Grundlage für die Stationierung von 47 000 US-Soldaten in Japan. Umstritten ist insbesondere die weitere Stationierung von US-Truppen auf der Insel Okinawa.

Der Vorsitzende der Demokratischen Partei strebt aber auch eine Neupositionierung Japans in dem engen bilateralen Bündnis an, wobei Tokio mehr Eigenständigkeit und Gleichberechtigung möchte.

Auf dem Weg nach Japan legte Obama einen Zwischenstopp in Alaska ein und sprach zu Soldaten auf dem Luftwaffenstützpunkt Elmendorf. Dabei sagte Obama, er werde nie zögern, für den Schutz von Amerika und seinen Interessen auch Gewalt einzusetzen. Wenn dies erforderlich sein sollte, dann werde dies aber mit einem strategischen Ziel, einer eindeutigen Mission und Unterstützung der Öffentlichkeit geschehen. Der US-Präsident wägt zurzeit mehrere Optionen für die künftige Strategie des Militäreinsatzes in Afghanistan ab.

Im Anschluss an die politischen Gespräche in Tokio und ein Abendessen mit dem japanischen Kaiser Akihito fliegt Obama nach Singapur weiter, wo er am Samstag am Gipfeltreffen des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (APEC) teilnimmt. Nächste Station der Asienreise ist China mit Gesprächen in Shanghai und Peking. Zum Abschluss wird der US-Präsident dann noch in Südkorea erwartet, ehe er am Donnerstag kommender Woche nach Washington zurückkehrt.

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