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Obama-Plan: EU-Kommissar will US-Bankenplan nicht für Europa

US-Präsident Barack Obama trifft mit seiner Initiative gegen Großbanken auf die Zustimmung der Industriestaaten. Die Bundesregierung sprach von einer "hilfreichen Anregung" für die Debatte über die Lehren aus der Finanzkrise. Aus Frankreich und Großbritannien kamen ähnliche Kommentare. Die EU meint dagegen, Europa brauche keine Zügelung der Banken nach US-Vorbild.

Der Vorstoß von Obama sei mehr als angebracht, aber in der Europäischen Union nicht nötig, sagt EU-Währungskommissar Joaquín Almunia. Quelle: dpa
Der Vorstoß von Obama sei mehr als angebracht, aber in der Europäischen Union nicht nötig, sagt EU-Währungskommissar Joaquín Almunia. Quelle: dpa

dne/HB BRÜSSEL/BERLIN/FRANKFURT. Der Vorstoß von US-Präsident Barack Obama sei mehr als angebracht, aber in der Europäischen Union nicht nötig, sagte EU-Währungskommissar Joaquín Almunia am Freitag in Brüssel. Obama will die Größe der Banken und das Ausmaß ihrer risikoreichen Geschäfte begrenzen. "Wir haben alle den Eindruck, dass die Kreditinstitute der Wall Street noch nicht alle Konsequenzen aus der Krise gezogen haben. Ich denke, dass die Mittel, die der US-Präsident anwendet, gerechtfertigt sind", sagte der spanische Kommissar, der vom Februar an das wichtige Wettbewerbsressort in der Kommission übernehmen soll.

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"Ich sage nicht, dass sie (die US-Banken) die einzigen Verantwortlichen der Krise sind", sagte Almunia. "Aber die Krise hat in der Wall Street begonnen." Er fügte hinzu: "Hier in Europa gibt es keine Wall Street, die die Maßnahmen der derzeit diskutierten Finanzregulierung bremst." In Europa gebe es aber "eine gewisse Versuchung", die Banken auf nationaler Ebene zu regulieren. Besser sei ein koordinierter Ansatz auf europäischer Ebene.

Nachdem er erst vor wenigen Tagen eine Krisensteuer für Banken vorgeschlagen hatte, setzte Obama mit seinen neuen Vorschlägen einen weiteren Impuls für die weltweiten Bemühungen, eine Wiederholung der Finanzkrise zu verhindern. In dieser Diskussion spielt das Problem, wie die von Großbanken ausgehenden Gefahren für das Finanzsystem insgesamt gebannt werden kann, eine große Rolle. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat immer wieder betont, die Erpressbarkeit der Staaten müsse beendet werden. Die Regierungen sahen sich in der Finanzkrise gezwungen, hoch verschuldeten Banken reihenweise mit Steuergeld aus der Patsche zu helfen, wollten sie nach der Lehman-Pleite keine weiteren Erschütterungen des internationalen Systems riskieren. Die Bundesregierung will den 20 wichtigsten Schwellen- und Industrieländer (G20) einen eigenen Vorschlag vorlegen, der bis zum G20-Gipfel im Juni erarbeitet sein soll.

Die Bundesregierung machte sich die einzelnen Vorschläge Obamas nicht zu eigen, bei Finanzexperten im Bundestag stießen sie auf ein unterschiedliches Echo. Der Sprecher von Finanzminister Wolfgang Schäuble, Michael Offer, sprach von unterschiedlichen Ansätzen, die denkbar seien und die einander ergänzen könnten. Einzelne Vorschläge könnten national verfolgt werden, andere bräuchten eine internationale Abstimmung. Dazu gehöre beispielsweise eine internationale Steuer auf Finanztransaktionen, die nach wie vor auf dem Tisch sei. Die G20 haben den Internationalen Währungsfonds beauftragt, zu analysieren, wie Banken an den Krisenkosten beteiligt werden können.

  • 24.01.2010, 11:12 UhrAnonymer Benutzer: Weltenbummlerin

    bei welcher bank steht denn der EU-Währungskommissar Joaquín Almunia auf der Gehaltsliste?

  • 23.01.2010, 02:29 UhrAnonymer Benutzer: rainer repke

    man kann die initiative von Praesident Obama fuer die USA nur begruessen.

    Die Eigenhandelsaktivitaeten der banken, investmenthaueser, Non bank Finance Companies, Firmen haben den boden des verantwortlichen laengst verlassen. Und es sieht nicht so aus, als haette oder wuerde sich etwas aendern. im Gegenteil, es geht alles so weiter, wie zuvor. im Handel Gewinn zu machen ist harte Nervenarbeit und eine Droge. Dem kann man nur mit zwei Mitteln beikommen: Gesetzen und Aenderungen in der Ausbildung. Die mehr Gewicht auf verantwortliches Handeln legen muss.

    An beiden Fronten muessen wir arbeiten. Eine Uni in Holland hat z.b ein entsprechendes Fach eingerichtet.

    Was die Regeln anbelangt, muessen wir als Ziel vor Augen haben, dass ein oder das einzelne Haeuser nicht das System in Gefahr bringen koennen. Das ist Alles. Auch die Deutsche bank wuerde zu durchdenken sein.

    Man muss also die Groesse und die Art und die Summe der Geschaefte pro Akteur in einen Rahmen bringen, der zwar Geschaeft erlaubt, aber keine Gefaehrdung des Systems.

    Wenn man zb verlagen wuerde, dass alle jetzt off balance sheet Geschafte kuenftig in die bilanz einfliessen, und verlangt, dass, je nach Risikoart, jedes Geschaeft mit einem (weit) hoeheren Prozensatz
    Kapital zu unterlegen ist (der nicht gehedged werden darf), dann waeren wir ein gutes Stueck besser dran.


    Das groesste Problem ist nicht der Eigenhandel, sonders das die Summe aller moeglichen Eigenhandelsgeaschaefte einfach viel zu gross ist in Relation zum kurz- und langfristigen Kapital eines Hauses.

    Denken wir an den Devisenhandel: hier sind 99% aller Geschaefte Eigenhandel, nur 1% ist Kundenhandel. Haendler koennen Waehrungen beeinflussen, wodurch die Wirtschaft des betroffenen Landes massiv geschaedigen werden kann.

    Faellt mir gerade ein: hat nicht Christus die Haendler aus den Kirchen vertrieben? Mit (etwas) Gewalt. Kommt mir als Thema bekannt vor. Gut der Mann.

    Euer
    Rainer

  • 22.01.2010, 20:03 UhrAnonymer Benutzer: H. Dampf

    Dummschwätzer und unprofessioneller besserwisser!

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