Obama Rede an die Nation
„Die USA sind keine Weltpolizei, aber ...“

Unter Politikern und in der Bevölkerung hat US-Präsident Obama an Rückhalt für seine Syrienpläne verloren. In seiner Rede an die Nation greift er Vorbehalte auf - und beharrt auf der Schlagkraft seines Militärs.
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WashingtonDie US-Regierung hat laut Präsident Barack Obama eindeutige Beweise, dass das Regime von Baschar al-Assad für den Giftgasangriff in Syrien am 21. August Hunderten Toten verantwortlich ist. Das Regime habe die Raketen auf Gebiete abgefeuert, die von den Rebellen kontrolliert wurden.

Obama bezeichnete den Giftgasangriff gegen die syrische Bevölkerung als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. In dieser Nacht habe die Welt die grausamen Details eines Chemiewaffenangriffs gesehen.

Weil solch ein Angriff nicht unbeantwortet bleiben dürfe, habe er sich für einen begrenzten Militärschlag entschieden, sagte Obama. Da keine unmittelbare Gefahr für die nationale Sicherheit der USA bestand, habe er aber zuvor den US-Kongress um Zustimmung gebeten.

Obama gestand ein, dass ein Militäreinsatz beim Volk nicht populär sei. „Es ist kein Wunder, dass Sie schwierige Fragen stellen“, sagte der Präsident dem Fernsehpublikum. Er bekräftigte, dass bei einem Militärschlag keine Bodentruppen zum Einsatz kämen. Außerdem werde es sich nicht um einen langen Konflikt wie etwa in Afghanistan handeln.

Doch Assad solle auch nicht denken, dass ein Angriff harmlos wäre. „Das US-Militär macht keine Nadelstiche. Selbst ein eingeschränkter Schlag sendet eine Nachricht, die keine andere Nation liefern kann.“ Das syrische Regime hingegen habe keine Mittel, das US-Militär ernsthaft zu bedrohen.

Um den diplomatischen Weg weiter zu beschreiten, habe er den Kongress gebeten, eine Abstimmung über die Autorisierung eines Militärschlages zu verzögern, sagte Obama. Zugleich habe er aber die Streitkräfte angewiesen, ihre Bedrohungshaltung gegenüber Syrien aufrecht zu halten.

„Die USA sind keine Weltpolizei, aber die Ideale, Prinzipien und die nationale Sicherheit der USA stehen in Syrien auf dem Spiel“, resümierte er. Seit fast sieben Jahrzehnten seien die USA der „Anker der globalen Sicherheit“, sagte Obama in ernstem Ton. Das bedeute, internationale Abkommen nicht nur zu schmieden, sondern auch durchsetzen zu müssen.

Obama habe US-Außenminister John Kerry gebeten, gemeinsam mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow einen Weg aus dem Konflikt um Syriens Giftgas zu suchen. Auch weiterhin wolle Obama die Unterstützung anderer Staaten suchen und darauf hinarbeiten, dass UN-Waffeninspekteure sich von den Fortschritten in Syrien ein Bild machen. Das Ziel sei, dass Syrien seine Chemiewaffen aufgibt und letztlich vernichtet, sagte Obama.

Die Mehrheit der Amerikaner ist Umfragen zufolge gegen einen US-Angriff auf syrische Ziele. Die Zahl der Gegner eines Militärschlags stieg einer neuen Umfrage des Pew-Centers zufolge um 15 Prozentpunkte auf 63 Prozent. Dagegen stehen 28 Prozent der US-Bürger, die eine US-Intervention unterstützen.

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  • Das nimmt kein gutes Ende mit der Menschheit wenn der Dollar crasht........und damit sie noch mehr wachstum erzeugen und somit Geld drucken können ,müssen wir jetzt noch schnell Syrien,Iran,Russland und China einnehmen,sonst geht hier alles vor die Hunde.Viel Glück bei den letzten beiden......

  • Schon fuer das Planen des Militairschlages sollte man Obama den NobelFriedensPreis wegnehmen.USA werfen schon 2 Jahre Oel ins Feuer in Syrien mit Trainierung von Aufstaendischen,Bewaffnung,Finanzierung,Unterstuetzung mit Geheimagenten (Elitetruppen),das stolze Resultat 6mio Opfer an Toten,Verwundeten,Invaliden,Fluechtlingen.Jetzt muss Obama einen Rueckzieher machen weil das amerikanische Volk will keine Kriege mehr.Auch Papst Franziskus hat schon einen Weltbettag organisiert fuer den Frieden in Syrien,seine Klooster als Fluechtlingauffang bereitgestellt und zeigt hiermit Format fuer Moral+Etik was bei den Politikern in USA+EU so sehr fehlt

  • Kurz und prägnant!
    Praktisch den Nagel auf den Kopf getroffen!
    Seit genau 100 Jahren, als die jüdische Hochfinaz die FED gründete (1913) hat in Amerika kein Amerikaner mehr etwas zu bestellen!
    Nur scheinen das die meisten Leute irgendwie nicht in ihren Kopf kriegen zu wollen.

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