Obama-Rede zur Außenpolitik
Die Weltpolizei ist Geschichte

Barack Obama wendet sich gegen seine Kritiker: Die USA seien weltweit so stark wie schon lange nicht mehr – und weiterhin die einzig wahre Supermacht. Doch die Weltpolizei bei globalen Krisen will er nicht mehr sein.
  • 7

West PointUS-Präsident Barack Obama pocht auf Amerikas weltweiten Führungsanspruch, will aber nur noch bei direkter Gefahr für die USA das Militär in Marsch setzen. „Amerika muss auf der Weltbühne immer führen. Wenn wir es nicht tun, tut es kein anderer“, sagte er am Mittwoch in einer außenpolitischen Grundsatzrede in West Point (New York). „Isolation ist keine Option.“ Die Streitkräfte seien dabei „das Rückgrat“. Doch könnten Militäraktionen „nicht die einzige, oder gar die primäre, Komponente unserer Führerschaft sein“.

In seiner Ansprache vor Absolventen der Offiziersakademie kündigte Obama auch eine neue Strategie im Kampf gegen den Terrorismus an. Amerika und seine Alliierten müssten darauf reagieren, dass die Bedrohung heute meist von dezentral organisierten Gruppen und Extremisten ausgehe, die regionale Ziele hätten. „Eine Strategie, die bedeutet, in jedes Land einzumarschieren, das Terrornetzwerke beherbergt, ist naiv und unhaltbar.“ Stattdessen sollte mit den betroffenen Ländern zusammengearbeitet werden.

Seine Absicht sei, den Einfluss der USA zu vergrößern, „ohne Truppen zu senden“, sagte Obama. Ziel sei ein Netzwerk aus Verbündeten im Anti-Terror-Kampf - von Südasien bis Afrika. Er kündigte an, betroffene Länder mit insgesamt fünf Milliarden Dollar (3,7 Milliarden Euro) für Training und Ausbildung unterstützen.

Die USA werden weiter mit Drohnenschlägen und Geheimdienstoperationen gegen Terroristen vorgehen, wie er sagte. Aber diese müssten öffentlich besser erklärt werden und sich stets an Amerikas moralischen Werten orientieren. Sonst entstehe zu großes Misstrauen im Ausland und in der Bevölkerung daheim, meinte Obama. „Wir dürfen uns nicht mehr Feinde schaffen, als wir auf dem Schlachtfeld beseitigen.“

Entschieden lehnte Obama künftige unilaterale US-Militäroperationen der USA bei Krisen in der Welt ab. Wenn Probleme keine direkte Bedrohung für die USA seien, dann müsse die Schwelle für den Einsatz von Soldaten künftig höher liegen. „Unter solchen Umständen sollten wir es nicht alleine machen.“ Stattdessen sollten Alliierte und Partner für gemeinsame Aktionen mobilisiert werden.

Seite 1:

Die Weltpolizei ist Geschichte

Seite 2:

Obama: Internationale Organisationen stärken

Kommentare zu " Obama-Rede zur Außenpolitik: Die Weltpolizei ist Geschichte"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Und woher der FN sein Geld bekommt - b assured, das will auch gleich niemand wissen.

  • Wer fragt denn uns, was wir in dieser Weltkonzeption zu sagen hätten?
    Die EU mal eben dazu ermutigen in der Ukraine mal eben für "saubere" Verhältnisse zu sorgen (Fuck the EU - garnichtmal so falsch)und wenn die EU-Saubermänner sich als das erweisen was sie sind: als vollendete Dämeln mal so eben erklären: Die "Weltpolizei" sei Geschichte.

    Anders gesagt: ein bischen Zündeln und wenns heiß wird sich von der Affäre machen zu wollen.

    Das ist zwar typisch Amerikanisch: but thats not only not fair: thats fucked up Politik a la Americaine sozusagen.

    Kümmert Euch lieber um Euch selbst als den blöden Europäern via Jazenjuk weiter das Feuer unter dem Arsch so richtig heiß machen zu wollen.

  • Weltpolizei nein, Weltmacht ja.

    Das ist doch mal eine Aussage mit der man was anfangen
    kann.

    Ich denke genau diese forcierte Rolle als Weltpolizei mit
    all ihren globalen Interventionen hat Viele auf den Plan
    gegen die USA gebracht. Und sicher nicht immer zu einer
    friedlicheren Welt beigetragen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%