Obama und Merkel

„Rückkehr in Welt vor der Globalisierung wird es nicht geben“

Der scheidende US-Präsident Barack Obama und Kanzlerin Angela Merkel werben in einem gemeinsamen Beitrag für Freihandel und Klimaschutz. Die Botschaft ist vor allem an Obamas Nachfolger Donald Trump gerichtet.
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Mit dem drohenden Aus für das umstrittene Handelsabkommen TTIP wollen sich Obama und Merkel nicht abfinden. Quelle: dpa
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Mit dem drohenden Aus für das umstrittene Handelsabkommen TTIP wollen sich Obama und Merkel nicht abfinden.

(Foto: dpa)

BerlinDer scheidende US-Präsident Barack Obama und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) werben für das Handelsabkommen TTIP und den Klimaschutz – eine klare Botschaft an den künftigen amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Er gilt als Gegner des freien Welthandels und will Klimaschutzvorgaben für die US-Industrie streichen. In einem am Mittwoch von der „Wirtschaftswoche“ veröffentlichten gemeinsamen Beitrag schreiben Merkel und Obama: „Eine Rückkehr in eine Welt vor der Globalisierung wird es nicht geben.“

Deutsche und Amerikaner müssten die Chance ergreifen, „die Globalisierung nach unseren Werten und Vorstellungen zu gestalten“. Das seien beide Staaten Bürgern und Unternehmen schuldig. Die Achse Washington-Berlin sei für die Weltwirtschaft und die G20-Gruppe der Top-Wirtschaftsmächte enorm wichtig: „Jetzt, da die Weltwirtschaft sich schneller denn je entwickelt und die globalen Herausforderungen so groß wie nie sind, ist diese Zusammenarbeit wichtiger als jemals zuvor.“

Vertrautes Dinner zwischen Scharfschützen und Polizeiblockaden

Merkel und Obama verteidigen zudem die weltweiten Klimaschutzziele: „Die Partnerschaft zwischen den USA und Deutschland hat außerdem eine zentrale Rolle dabei gespielt, das Pariser Klimaschutzabkommen zu erreichen. Es gibt der Welt den Rahmen für den gemeinsamen Schutz unseres Planeten.“ Es wird befürchtet, dass die kommende Trump-Regierung aus dem Pariser Abkommen aussteigt.

Bye-bye, Barack
Juni 2008: Die Lichtgestalt an der Siegessäule
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Obama ist noch gar nicht im Weißen Haus, da hat er bereits Ärger mit Merkel. Der Präsidentschaftskandidat möchte in Berlin vor der historischen Kulisse des Brandenburger Tores reden. Doch das verweigert ihm die Kanzlerin. Obama muss an die Siegessäule ausweichen, wo er von 200.000 Menschen als Lichtgestalt am Ende der Ära von George W. Bush gefeiert wird.

Quelle: AFP

April und Juni 2009: Der große Bogen um Berlin
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Kurz nach Amtsantritt kommt Obama gleich zwei Mal nach Deutschland – er reist zum Nato-Jubiläumsgipfel in Baden-Baden, besucht Dresden und das frühere Konzentrationslager Buchenwald (hier im Bild). Berlin lässt er aber aus. Mutmaßungen über eine Spitze gegen Merkel kommen auf. Obama bestreitet dies: „Ich wende mich immer an sie, wenn ich eine intelligente Analyse und ein offenes Wort brauche.“

Juni 2011: Das „junge Mädchen namens Angela“
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Inzwischen gibt es politische Spannungen zwischen den beiden, erzeugt unter anderem durch die deutsche Enthaltung bei der UNO zum Militäreinsatz in Libyen. Doch Obama will die Irritationen beseitigen und bereitet Merkel den großen Bahnhof. Im Weißen Haus verleiht er ihr die prestigeträchtige „Freiheitsmedaille“. Und rühmt in seiner Laudatio das „junge Mädchen namens Angela“, das einst hinter der Mauer wohnte und dann als erste Frau und Ostdeutsche ins Kanzleramt einzog.

Juni 2013: Rede vor dem Brandenburger Tor
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Endlich kommt Obama nach Berlin. Und jetzt bekommt er auch seine Bühne am Brandenburger Tor. In brütender Hitze hält er seine Rede lässig ohne Sakko und mit hochgekrempelten Ärmeln.

Juni 2015: Obama besucht Berlin
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Beim Besuch in Berlin demonstrieren Merkel und Obama Eintracht. Dies kann nicht kaschieren, dass das Verhältnis erneut belastet ist – durch die Enthüllungen des Ex-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden. Merkel mahnt angesichts der Lauschprogramme des US-Geheimdienstes NSA die „Verhältnismäßigkeit“ der Mittel an.

Juni 2013: Familientreffen in Berlin
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Am Rande von Obamas Berlin-Besuch gibt es auch Zeit für ein Familientreffen. Hier treffen Barack Obama und seine Gattin Michelle auf Angela Merkel und ihren Ehemann Joachim Sauer. Alle vier sind auf dem Weg zum Schloss Charlottenburg.

Oktober 2013: Das Ausspähen unter Freunden
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Merkels Verhältnis zu Obama ist auf dem Tiefpunkt, nachdem herauskommt, dass auch ihr eigenes Handy von der NSA abgehört wurde. Sie spricht den berühmt gewordenen Satz: „Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht“.

Mit dem drohenden Aus für das umstrittene Handelsabkommen TTIP wollen sich Obama und Merkel nicht abfinden. Es stehe außer Frage, dass sowohl deutsche als auch amerikanische Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Verbraucher und Landwirte von TTIP profitieren würden, heißt es im Obama-Merkel-Papier. Die EU-Kommission hat nach Trumps Wahlsieg die TTIP-Verhandlungen bereits auf Eis gelegt. Brüssel und Washington war es trotz jahrelanger Bemühungen nicht gelungen, TTIP noch während Obamas zweiter Amtszeit abzuschließen.

  • dpa
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