Obama und Putin zur Krim-Krise: Russisches Roulette

Obama und Putin zur Krim-Krise
Russisches Roulette

Erst verhängt Barack Obama erste Sanktionen gegen Russland. Dann beschwört der US-Präsident Wladimir Putin in einem Telefonat, die Krise mit politischen Mitteln zu lösen. Die Ukraine droht mit dem Schlimmsten – Krieg.
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New YorkDie Ereignisse überschlagen sich. Ein Volksentscheid auf der Krim soll Mitte März einen Anschluss der ukrainischen Halbinsel an Russland legalisieren. USA und Europäische Union beginnen mit ersten Sanktionen im Niemandsland – in Russland und Polen werden Manöver abgehalten und der Übergangspremier der Ukraine droht mit dem Schlimmsten – Krieg. Ein Kontinent spielt russisches Roulette.

Eine unerwartete Beschleunigung der Entwicklung beunruhigt die westlichen Verbündeten und zwingt sie zum Handeln. Das selbsternannte Parlament der Krim will sich am 16. März vom Volk den Anschluss an Russland bestätigen lassen. Viel Wahl hat es dabei nicht, das Parlament hat jenen Anschluss an diesem denkwürdigen Donnerstag nämlich bereits einsam und mit großer Mehrheit beschlossen. Das Volk muss quasi nur bestätigen.

US-Präsident Barack Obama ist überrascht und gibt sich wild entschlossen: „Das geplante Referendum verstößt gegen die ukrainische Verfassung und gegen internationales Recht“, erklärt er auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz in Washington.

„In 2014 leben wir längst jenseits der Tage, als man Landesgrenzen noch über die Köpfe demokratisch gewählter Politiker hinweg neu ziehen konnte“, mahnt er und fährt fort, dass er am Donnerstagmorgen eine Direktive unterschrieben habe, mit der die Reisefreiheit „bestimmter Personen“ eingeschränkt werde. Die Visaerteilung wird erschwert, bestimmt Visa werden eingezogen. Diese Sanktionen seien in enger Absprache mit den Verbündeten getroffen worden.

Danach, heißt es aus dem Weißen Haus, habe Obama noch einmal eine Stunde lang mit Russlands Präsident Wladimir Putin telefoniert. Es gebe einen Weg, die Krise mit politischen Mitteln zu lösen, soll Obama Putin beschworen haben, die auch die Rechte aller Russen in der Ukraine gewährleisten würden. Zur Konfliktlösung auf diplomatischem Wege schlug Obama Putin direkte Gespräche zwischen den Regierungen der Ukraine und Russlands vor. Internationale Beobachter könnten sicherstellen, dass die Rechte aller Ukrainer, einschließlich der ethnischen Russen, geschützt würden.

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  • In den vergangenen Jahren sind Dinge passiert, die mich sehr besorgen. Dies sind nicht nur Aussagen eines Jean-Claude Junker, der laut über den Frieden in Europa gezweifelt hat. Es sind da Dinge aufgetreten, die es so früher in Deutschland nicht gegeben hat, z.B. das massive Vorgehen der Polizei gegen Stuttgart 21 Gegner (Typ Normalbürger) und insbesondere die Zwangsabgabe der GEZ. Es ist zwar ein relativ kleiner Betrag für die GEZ, der mich nicht wirklich schmerzt, aber es macht mir ein relativ schlechtes Gefühl für etwas zahlen zu müssen was ich nicht nutze. Es erinnert mich an eine üble Erfahrung, die ich vor vielen Jahren mal in Budapest gemacht habe. Dort wurde ich auf der Straße von zwei hübschen Mädchen angesprochen ob ich nicht Lust hätte mit Ihnen einen Kaffee zu trinken. Sie zeigten mir ein Cafe (mitten in der Fußgängerzone!) und ich ahnte nichts böses. Wir gingen in den ersten Stock und bestellten, ich wollte wirklich nur eine Kaffee und eines der Mädchen wollte eine Cognac. Hat mich zwar ein wenig gewundert aber noch nicht beunruhigt, die Beunruhigung kam als es ums Zahlen ging, irgend etwas um die 250 DM ! sollten die 3 Getränke kosten - die natürlich ich zahlen sollte, denn die Mädchen hatten kein Geld !. Untermauert wurde die Forderung von einem mich plötzlich umstellenden Schlägertrupp plus "Kellner". Ich hatte knapp 150 DM dabei und nach einigen Diskussionen konnte ich mich damit freikaufen. Schlecht gelaufen, aber im Prinzip besser als die GEZ. Denn damals hatte ich wenigstens einen Kaffee :-) Möglichkeiten der Gegenwehr: sehr mager in beiden Fällen. Gefühl sehr ähnlich. Ich bin mir jetzt nicht mehr so richtig sicher darüber, welche Rechte ich als Mensch hier in Deutschland habe, wenn ich gezwungen werde, etwas zu kaufen, was ich nicht nutze.

  • Jede Region, jede Stadt, jedes Dorf, selbst jeder einzelne Mensch hat das Recht, sich für unabhängig zu erklären. Es ist dies eines der ganz grundsätzlichen Menschenrechte.
    Es mag noch so viele Gesetze dagegen geben, aber diese sind Unrecht. Wenn Staaten Gewalt anwenden, um die Sezession zu verhindern, setzen sie sich ins Unrecht und man darf sich wehren.


  • Rußland kennt seine Pappenheimer, keine unnötigen Ängste, im blühenden Kosaken-Vorgarten Krim pinkelt kein Rohstoffwestler strategisch klauend rum.

    Wer nur Atlantikbrücken beschreitet, kommt spätestens an der Don nicht weiter. Ana Kareninas aktuelle russische Polit-Interpretation ist unserer Atlantikvereinigung ebenfalls nicht geläufig..

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