Obama und Putin zur Krim-Krise Russisches Roulette

Erst verhängt Barack Obama erste Sanktionen gegen Russland. Dann beschwört der US-Präsident Wladimir Putin in einem Telefonat, die Krise mit politischen Mitteln zu lösen. Die Ukraine droht mit dem Schlimmsten – Krieg.
Update: 07.03.2014 - 06:33 Uhr 30 Kommentare

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New YorkDie Ereignisse überschlagen sich. Ein Volksentscheid auf der Krim soll Mitte März einen Anschluss der ukrainischen Halbinsel an Russland legalisieren. USA und Europäische Union beginnen mit ersten Sanktionen im Niemandsland – in Russland und Polen werden Manöver abgehalten und der Übergangspremier der Ukraine droht mit dem Schlimmsten – Krieg. Ein Kontinent spielt russisches Roulette.

Eine unerwartete Beschleunigung der Entwicklung beunruhigt die westlichen Verbündeten und zwingt sie zum Handeln. Das selbsternannte Parlament der Krim will sich am 16. März vom Volk den Anschluss an Russland bestätigen lassen. Viel Wahl hat es dabei nicht, das Parlament hat jenen Anschluss an diesem denkwürdigen Donnerstag nämlich bereits einsam und mit großer Mehrheit beschlossen. Das Volk muss quasi nur bestätigen.

US-Präsident Barack Obama ist überrascht und gibt sich wild entschlossen: „Das geplante Referendum verstößt gegen die ukrainische Verfassung und gegen internationales Recht“, erklärt er auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz in Washington.

„In 2014 leben wir längst jenseits der Tage, als man Landesgrenzen noch über die Köpfe demokratisch gewählter Politiker hinweg neu ziehen konnte“, mahnt er und fährt fort, dass er am Donnerstagmorgen eine Direktive unterschrieben habe, mit der die Reisefreiheit „bestimmter Personen“ eingeschränkt werde. Die Visaerteilung wird erschwert, bestimmt Visa werden eingezogen. Diese Sanktionen seien in enger Absprache mit den Verbündeten getroffen worden.

Danach, heißt es aus dem Weißen Haus, habe Obama noch einmal eine Stunde lang mit Russlands Präsident Wladimir Putin telefoniert. Es gebe einen Weg, die Krise mit politischen Mitteln zu lösen, soll Obama Putin beschworen haben, die auch die Rechte aller Russen in der Ukraine gewährleisten würden. Zur Konfliktlösung auf diplomatischem Wege schlug Obama Putin direkte Gespräche zwischen den Regierungen der Ukraine und Russlands vor. Internationale Beobachter könnten sicherstellen, dass die Rechte aller Ukrainer, einschließlich der ethnischen Russen, geschützt würden.

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30 Kommentare zu "Obama und Putin zur Krim-Krise: Russisches Roulette"

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  • In den vergangenen Jahren sind Dinge passiert, die mich sehr besorgen. Dies sind nicht nur Aussagen eines Jean-Claude Junker, der laut über den Frieden in Europa gezweifelt hat. Es sind da Dinge aufgetreten, die es so früher in Deutschland nicht gegeben hat, z.B. das massive Vorgehen der Polizei gegen Stuttgart 21 Gegner (Typ Normalbürger) und insbesondere die Zwangsabgabe der GEZ. Es ist zwar ein relativ kleiner Betrag für die GEZ, der mich nicht wirklich schmerzt, aber es macht mir ein relativ schlechtes Gefühl für etwas zahlen zu müssen was ich nicht nutze. Es erinnert mich an eine üble Erfahrung, die ich vor vielen Jahren mal in Budapest gemacht habe. Dort wurde ich auf der Straße von zwei hübschen Mädchen angesprochen ob ich nicht Lust hätte mit Ihnen einen Kaffee zu trinken. Sie zeigten mir ein Cafe (mitten in der Fußgängerzone!) und ich ahnte nichts böses. Wir gingen in den ersten Stock und bestellten, ich wollte wirklich nur eine Kaffee und eines der Mädchen wollte eine Cognac. Hat mich zwar ein wenig gewundert aber noch nicht beunruhigt, die Beunruhigung kam als es ums Zahlen ging, irgend etwas um die 250 DM ! sollten die 3 Getränke kosten - die natürlich ich zahlen sollte, denn die Mädchen hatten kein Geld !. Untermauert wurde die Forderung von einem mich plötzlich umstellenden Schlägertrupp plus "Kellner". Ich hatte knapp 150 DM dabei und nach einigen Diskussionen konnte ich mich damit freikaufen. Schlecht gelaufen, aber im Prinzip besser als die GEZ. Denn damals hatte ich wenigstens einen Kaffee :-) Möglichkeiten der Gegenwehr: sehr mager in beiden Fällen. Gefühl sehr ähnlich. Ich bin mir jetzt nicht mehr so richtig sicher darüber, welche Rechte ich als Mensch hier in Deutschland habe, wenn ich gezwungen werde, etwas zu kaufen, was ich nicht nutze.

  • Jede Region, jede Stadt, jedes Dorf, selbst jeder einzelne Mensch hat das Recht, sich für unabhängig zu erklären. Es ist dies eines der ganz grundsätzlichen Menschenrechte.
    Es mag noch so viele Gesetze dagegen geben, aber diese sind Unrecht. Wenn Staaten Gewalt anwenden, um die Sezession zu verhindern, setzen sie sich ins Unrecht und man darf sich wehren.


  • Rußland kennt seine Pappenheimer, keine unnötigen Ängste, im blühenden Kosaken-Vorgarten Krim pinkelt kein Rohstoffwestler strategisch klauend rum.

    Wer nur Atlantikbrücken beschreitet, kommt spätestens an der Don nicht weiter. Ana Kareninas aktuelle russische Polit-Interpretation ist unserer Atlantikvereinigung ebenfalls nicht geläufig..

  • Die ukrainische Übergangsregierung überschätzt sich. Denn niemand wir ihr helfen. Ein gigantischer Kollateralschaden (Gastrassen) wäre die Folge. Unsere Kanzlerin wird deshalb auch Polen, Tschechien und andere "einbremsen". Ein paar Luftmanöver in Polen können dabei nicht schaden, solange nur etwas herumgeflogen wird.


  • Lehrling: Du hast von Tuten und Blasen keine Ahnung. Beim letzteren bin ich mir nicht ganz sicher...

    Mit solch einem Weltblick fliegt Deltaone Bodenpersonal durchs Leben.

  • Mali wurde nicht per Parlamentsbeschluss und Referendum an Frankreich angebunden. Man kann sich doch auch in diesem Forum ein bisschen um eine rote Line in der Argumentation bemühen, anstatt nur Dampf abzulassen.

  • Verdammt nochmal: Russland hätte so dringend einen Präsidenten und eine Führungsmannschaft benötigt die Wirtschaftsorientiert handelt und denkt. Statt dessen regiert eine undemokratische & korrupte Geheimdienstnomenklatura. So ein Mist!

  • @gutmenschensucks

    Lesen Sie bitte mal Art. 111 der ukr. Verfassung, wie ein Präsident seines Amtes enthoben werden kann. Und dann erklären Sie nochmal, ob die von Ihnen behauptete Amtsenthebung rechtlich haltbar ist.

  • @j.m.
    Ich bin jetzt etwas irritiert. Da die BRD kein freier souveräner Staat ist – und es auch nie war, sondern ein nach wie vor besetztes Land mit entsprechend eingeschränkten Rechten, erklären sich doch all die von Ihnen genannten Punkte ganz von selbst. Glauben Sie denn ernsthaft das ein souveräner Staat all dies so über sich ergehen lassen würde? Wohl kaum.

    Deshalb ist es auch vollkommen egal wen wir in den Bundestag wählen, denn die Richtlinienkompetenz liegt auf der anderen Seite des Atlantiks.

  • @ gutmenschensucks

    Zitat : Janukowitsch wurde, auch mit den Stimmen seiner Partei, seines Amtes enthoben. In Dtld. würde man konstruktives Misstrauensvotum dazu sagen.Und nebenbei bemerkt, soviel ich weiß will man in der Ukraine Neuwahlen abhalten.

    - unter vorgehaltenen Kalaschnikovs, mit 100 Toten und fast 1000 Verletzten im Rücken ( Provokation der Opposition...? ), würden Sie wahrscheinlich auch allem zustimmen, was man von Ihnen verlangt...?!
    Und das bezeichnen Sie als "Konstruktives Misstrauensvotum" ? Neuwahlen unter Junta-Regierung ?

    Zitat : Nun, da ich polnische Vorfahren und Verwandte habe, die Stalin und Hitler "live" erlebt haben, bin ich ganz froh, dass die Amis sich in der Ukraine einmischen und die (militärische) Zusammenarbeit mit Polen und dem Baltikum intensivieren

    - wenn Sie polnische Vorfahren haben, haben Sie wahrscheinlich auch mitbekommen, dass die Ukraine heute in Besitz von nicht unwesentlichen früheren Polnischen Gebieten ist.......und dass viele Nationalisten in der Westukraine Polnische Wurzeln haben und ihre Gebiete natürlich auch zurückgehabt hätten...!

    Und ich schätze die Situation auch so ein, dass die Polnischen Nationalisten eine große Rolle auf dem Maidan gespielt haben, um das Land zu destabilisieren und zu spalten !

    Und das diese Nationalisten, viele sind wohl heute auch Amerikanische Staatsbürger, die Stimmung sowohl auf dem Maidan als auch bei der Amiadministration angeheizt haben !

    Deswegen sollte man die Polen zu keinerlei Verhandlungen hinsichtlich ukrainischer Angelegenheiten ranlassen.

    Und die EU, mit Atommächten wie Frankreich und England, können die Europäischen Angelegenheiten WOHL ohne die Ami-Schurken in Europa lösen !

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