Obamas Afghanistan-Bilanz
Pakistan erschwert Kampf gegen Taliban

Rund ein Jahr nach Verkündung seiner neuen Strategie für den Afghanistan-Krieg zieht US-Präsident Barack Obama eine ausführliche Zwischenbilanz. Das Weiße Haus kündigte an, am Donnerstag eine für die Öffentlichkeit bestimmte Version eines Fortschrittsbericht über den Konflikt am Hindukusch herauszugeben. Erste Details wurden schon bekannt.
  • 3

HB WASHINGTON. US-Präsident Barack Obama hat unmittelbar vor Vorstellung seiner neuen Strategie für den Krieg in Afghanistan Fortschritte im Kampf gegen die Aufständischen reklamiert. In einem Schreiben an führende Mitglieder des Kongresses erklärte der US-Präsident, es gelinge zunehmend, die Aufständischen schrittweise zurückzudrängen. Die umstrittene Truppenaufstockung habe dabei geholfen, die Taliban-Rebellen in einer Reihe strategisch wichtiger Regionen an den Rand von Bevölkerungszentren zu drängen, schreibt Obama.

Obama stellt am heutigen Donnerstag seine überarbeitete Afghanistan-Strategie offiziell vor. Obama werde dazu am späten Vormittag (Ortszeit) eine Erklärung abgeben, hieß es aus dem Weißen Haus. Medienberichten zufolge zeigt der Report neben Erfolgen im Kampf gegen die radikalislamischen Taliban auch viele Probleme auf.

Das Papier mache deutlich, dass der Abzug der US-Truppen wie geplant im Juli 2011 beginnen könne, hieß es. Der Kampfeinsatz von derzeit rund 130 000 internationalen Soldaten in Afghanistan soll 2014 auslaufen. Das Tempo des Rückzuges sei aber noch offen und werde auch von den Ergebnissen des Reports bestimmt, an dem viele Top-Verantwortliche in der Regierung und bei den Streifkräften mitarbeiteten.

Kritisch äußere sich der Report vor allem zur Rolle Pakistans als Rückzugsgebiet für die islamistischen Kämpfer. Das Nachbarland Afghanistans habe seine Strategie „nicht fundamental geändert“, kritisiere das Papier. Der Unwille der Pakistaner, gegen Verstecke vorzugehen, sei ein „ernsthaftes Hindernis“ für den Militäreinsatz, zitiert die „New York Times“ am Mittwoch aus Geheimdienstberichten. Terroristen könnten ungehindert die Grenze zwischen den Ländern überqueren, Anschläge verüben und internationale Truppen angreifen.

Seite 1:

Pakistan erschwert Kampf gegen Taliban

Seite 2:

Kommentare zu " Obamas Afghanistan-Bilanz: Pakistan erschwert Kampf gegen Taliban"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • in Pakistan ist die Afghanistan-Grenze eher nicht so wichtig. Pakistan - indien ist die Hauptgrenze, die die Militärs dort umgeht. Ob Obama und sein Militärs das nicht wissen wollen?

  • Man kann sich ja denken, dass ein Land mit so einer berglandgrenze nicht die ganze Grenze überwachen kann. Wieviele Soldaten soll man denn dafür abstellen? Die amerikanische Armee würde auch nicht ausreichen die Rocky Mountains auf ganzer Länge zu überwachen :-)

  • Weite Teile der USA erinnern mittlerweile mehr an ein Drittweltland als an eine führende industrienation. Der Grund ist, dass die USA heute vor allem eines sind: Eine Militärnation. Die US-Army verfügt weltweit über fast 1’000 Militärbasen in 130 Länder und gibt dafür soviel Geld aus, wie alle anderen Länder der Welt zusammen. Etwa 1,35 billionen Dollar kostet der Spass jedes Jahr. Oder 4'300 Dollar pro Einwohner.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%