Obamas Drohnenkrieg

Die Drohne als Wahlkampfhilfe

Wenn Barack Obama ja sagt, startet irgendwo auf der Welt eine Drohne und tötet mutmaßliche Terroristen. Der Friedensnobelpreisträger spricht wenig über diesen geheimen Krieg - doch die Erfolge kann er im Wahlkampf gut gebrauchen.  
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Mit den "Predator"-Drohnen (Bild) und den neueren Modellen vom Typ "Reaper" führen die USA regelmäßig Angriffe gegen Terroristen durch. Quelle: dpa

Mit den "Predator"-Drohnen (Bild) und den neueren Modellen vom Typ "Reaper" führen die USA regelmäßig Angriffe gegen Terroristen durch.

(Foto: dpa)

WashingtonWenn Barack Obama einmal nicht weiterwissen sollte, hilft ihm vielleicht ein Rat seines Vorgängers George W. Bush. Der Ex-Präsident war Anfang Juni ins Weiße Haus geladen, um ein Ölportrait von sich einzuweihen. „Wenn Sie durch diese Gänge laufen und mit harten Entscheidungen ringen“, sagte Bush väterlich zu Obama, können Sie dieses Porträt angucken und fragen: ,Was würde George tun`?“

Es war als Witz gemeint, aber nicht alle können darüber lachen. Viele Amerikaner, die 2008 einen friedensbewegten, auf Ausgleich bedachten Obama gewählt hatten, sind enttäuscht. Sie  sehen in ihrem einstigen Idol nicht mehr viel mehr als einen Wiedergänger des verhassten Kriegs-Präsidenten Bush. „Sie haben die tödliche Präsidentschaft erschaffen“, klagte der bekannte Journalist Tom Junod vor einigen Tagen in einem Aufsehen erregenden Artikel im US-Magazin „Esquire“ an.

Zwar hat der demokratische Hoffnungsträger den Irak-Krieg beendet und hält an seinem Plan fest, bis spätestens 2014 die Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Als eine seiner ersten Amtshandlungen setzte Obama auch der Folter als Verhörmethode ein Ende und verfügte, die CIA-Geheimgefängnisse in aller Welt zu schließen. Dafür und für alles Weitere, was Obama anders machen wollte als Bush, erhielt er gleich zu Beginn seiner Präsidentschaft den Friedensnobelpreis.

Doch bei seiner Dankesrede in Oslo stellte der Laureat ebenfalls klar, dass er kein Beschwichtiger sein will: „Das Böse existiert in dieser Welt“, sagte Obama. Hitler sei schließlich nicht gewaltlos zu stoppen gewesen, und Verhandlungen allein könnten Anführer der Al-Kaida nicht dazu bewegen, ihre Waffen niederzulegen. „Gewalt ist manchmal nötig“, so der Präsident.

Und so führt Obama Bushs Krieg gegen den Terror, wenn auch mit weniger grober Rhetorik („Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“), mit ebenso großer Härte weiter. So ist das Militärgefängnis Guantanamo noch immer in Betrieb, auch wenn keine neuen Gefangenen nachkommen. Statt dessen machen die USA mit Terrorverdächtigen nun direkt kurzen Prozess: CIA und US-Militär führen in Pakistan, Jemen oder Somalia einen blutigen Drohnenkrieg, und Obama ist der oberste Kriegsherr. 

Unter seiner Führung sind die unbemannten, von Militärbasen in den USA aus gesteuerten „Predators“ und „Reapers“ zu einem der wichtigsten Instrumente in dem asymmetrischen Krieg geworden. Allein in Pakistan gab es laut unabhängiger Statistiken mehr seit Obamas Amtsantritt mehr als 280 solcher Einsätze – mehr als sechs Mal so viele wie unter Bush.  Bis zu 3200 Tote soll es dabei gegeben haben, und Obama schreckte sogar nicht einmal davor zurück, US-Staatsbürger töten zu lassen. Das Ergebnis: Die halbe Führungsebene von Al-Kaida wurde von den USA unschädlich gemacht.  

Obamas Bilanz bringt die Gegner zum Schweigen
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18 Kommentare zu "Obamas Drohnenkrieg: Die Drohne als Wahlkampfhilfe"

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  • Wer sind "wir"? Terrorismus geht in den meisten Fällen von Einrichtungen eines Staates aus, was die Finanzierung, Logistik und Bewaffnung angeht. Saudiarabien und Pakistan sind die bekanntesten aber auch britische, französische und amerikanische Geheimdienste stecken tief drin. Terrorismus ist der neue Name für das, was früher Kleinkrieg hieß.

  • Sie sind ernsthaft der Meinung wir sollten von den Terroristen in Sachen, Recht, Gerechtigkeit und auch bei der Gewalt lernen und ihre Methoden adaptieren? Ich möchte sie gerne falsch verstanden haben. Was unterscheidet dann uns bzw. unseren Staat, bei Anwendung von Gewalt nach terroristischem Muster von eben dieser Bagage?

    Populismus? Wenn sie bittere Satire nicht von Populismus unterscheiden können, dann sind sie offenbar einer Propagandamaschine erlegen und da fehlt ein wenig Differenzierungsvermögen. Und wenn sie eines Tages in einer Diktatur wieder aufwachen, dann könnte ich mir vorstellen, dass auch sie von nichts gewusst haben wollen. Aber so ist das, des Menschen Wille ist sein Himmelreich, auch wenn er an der Nase ins falsche geführt wurde und von Dritten denken lässt.

    Nichts desto trotz wünsche ich Ihnen auch ihnen eine wirklich friedliche Zukunft und dass uns alle das Geschenk der Freiheit erhalten bleibt, welches ich inzwischen mehr von innen als von außen bedroht sehe.

  • "Das es Al Kaida gibt wird wohl keiner mehr bezweifeln wollen"

    Oh doch! Und durch die immer wiederkehrende Behauptung, daß Al Kaida hinter iregendetwas stecke (oder jemand, der Al Kaida nahesteht oder jemand, der jemanden kennt, dessen Bruder einen Hund hat, der schon mal an die Tülltonne eines ehemaligen Al Kaida Führers gepinkelt hat) wird das Märchen auch nicht wahrer. Genausowenig wie die lächerliche Geschichte von der angeblichen SEALS-Aktion gegen Osama bin Laden. Ich lache heute noch herzhaft darüber. Zum Zeitpunkt dieser "Aktion" war er bereits mehr als 10 Jahre tot. Ihn dann schleunigst im Meer zu versenken ("wie es der islamische Brauch vorschreibt" - jetzt lachen neben mir auch noch alle Moslems) war auch nicht besonders clever.

    So, jetzt habe ich keine Lust mehr, mich noch weiter mit Ihrer Propaganda zu befassen!

  • Gleiches gilt für das präsidiale und selbstherrliche Töten. Wenn ein Präsident über Leben und Tod von Menschen entscheidet,
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    Aber den Terroristen gestehen sie das recht zu ?
    Bei den Anschlägen auf die Twin Towers kamen auch Menschen ums Leben , ist das für sie der "gute Terrorismus " ? Lockerbie war Staatsterrorismus den sie Rechtfertigen !

    Übrigens ist ihre verlinkte Seite Primitivster Populismus !!!

  • Mal den Blick nach innen werfen, da lauern genau die Informationen die der Maulheld Obama weniger vertragen kann, die aber scheinbar dank medialer Übereinkunft weniger an die Öffentlichkeit kommen. Was ist mit den ganzen NDAA Gesetzen? Da ist eine Diktatur im Aufzug. Gleiches gilt für das präsidiale und selbstherrliche Töten. Wenn ein Präsident über Leben und Tod von Menschen entscheidet, egal welcher Nationalität, dann kann man das nicht einfach mit dem Wort Krieg erklären, da beginnt der Rechtsstaat zu versagen. Die historischen Parallelen erspare ich mir zu beschreiben.

    Und wenn es irgendwann um den Krieg gegen das eigene Volk geht, dann wäre dies der richtige Hinweis, da geht es um Monstermengen an Hohlspitzgeschossen für den Heimatschutz, die sind nicht weniger pervers als die DummDumm-Geschosse:

    http://qpress.de/2012/04/04/450-mio-spezial-totmacher-fur-homeland-security/

  • Natürlich !
    Diese Fluggeräte werden nicht einfach so losgeschickt,man weiß natürlich vorher wem man damit eliminieren will .
    Aber Terroristen tragen Waffen ,nach deutschem recht kann auch ein Taschenmesser mit bestimmten Eigenschaften eine Waffe sein , warum sollte das in Pakistan,Afghanistan oder sonst wo anders sein ?

  • Kann eigentlich eine us-amerikanische Drohne einen Terroristen von einem Normalbürger unterscheiden?

    Wenn nein, dann bedrohen diese Drohnen doch uns alle - wenn ich den Artikel recht verstehe.

  • Mit Drohnen werden feige Kriege geführt.
    Man drückt irgendwo weit weg, viele Tausend KM entfernt, auf eine Taste eines Militär PC und schon fliegt diese Drohne und tötet meist auch viele unschuldige Menschen mit, die ein Recht auf Leben haben.
    Das ist gegen jede Sittenlehre, gegen Ethik und Moral.
    Das ist Barbarei, kultivierte Barbarei.

    Man sollte es nicht für möglich halten, dass wegen des Profits solche Taten geschehen.
    Was der eigentliche Skandal bei dieser Angelegenheit ist, keiner regt sich auf, nicht mal die selbsternannten religiösen Führer der westlichen Welt.
    Keiner wird auch nur ansatzweise zur Rechenschaft gezogen für diese barbarischen Handlungen.
    Und der Westen will kulturell höher stehen als die unterentwickelten Länder dieser Erde.
    Das kann man so nicht glauben.

  • Ja es ist wirklich lustig ! Obama wird nicht nur in den USA als eher linker Politiker angesehen und denen wird hier "Kriegstreiberei" unterstellt .
    Aber eigentlich haben sie absolut recht, Hitler war schließlich auch Sozialist, Assad ist auch einer ,der Massenmörder Honecker war einer .... usw ... usw....

  • Lustig die Kommentare hier:
    Leute wundern sich das Krieg töten heißt.
    Ja auch Zivilisten und Kinder.... aber schauen wir mal der 2 Weltkrieg hat 60 Mio Menschen das Leben gekostet + 6 Mio durch die Massenvernichtung der Nazis. Von solchen Zahlen ist der Krieg in Irak und Afghanistan noch weit entfernt.

    Schauen wir uns die Kehrseite an.
    Das es Al Kaida gibt wird wohl keiner mehr bezweifeln wollen. Und die radikalen Taliban die gibt es auch. Mit guten Worten hat man es ja versucht, zumindest bei den gemässigten Taliban. Das hat nicht geholfen. Also stellt ich die Frage "Krieg als letzter Ausweg"

    - Wann darf ich den Befehl zum Krieg geben.

    Zu glauben, ein Präsident wie Obama macht es sich da einfach, das ist IRRE.
    Bei G.W. Bush würde ich schon eher denken das ihm Kinder egal sind, und Krieg ist nun mal Krieg bei ihm.

    Bei Obama kann ich mir durchaus ein schlechtes Gewissen vorstellen.
    Nur was nutzt es ihm? Wenn er den Terror los werden will, welche Wahl hat er?

    Die andere Möglichkeit ist, wir hören auf den Terror zu bekämpfen, lassen die AL Kaida und die Taliban gewähren und nehmen Anschläge in USA und Europa als gegeben hin. Tote gibt es dann nicht mehr im Ausland, sondern direkt hier vor ihrer Haustür. Ach; das wollen Sie aber auch nicht das die Kinder ihres Nachbarn beim Einkaufen von einer Bombe zerfetzt werden. Das ist ja Alltag im Irak und in Afghanistan das man sich nicht sicher sein kann ob man heute noch überlebt, weil ein irrer Selbstmordattentäter eine Bombe zündet, weil er an die Story mit den 70 Jungfrauen glaubt.

    Ja aber das währe die Wahl wir holen uns den Krieg dann ins eigene Land??

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