Obamas Europa-Besuch

Vereint gegen Putin

NSA-Skandal? Streit über Wirtschaftspolitik? Bis zur Krim-Krise waren die USA und Europa tief zerstritten. Nun muss der Westen zusammenhalten, gegen Putin. Dafür will US-Präsident Obama auf seiner Europa-Tour trommeln.
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Erst Obama, jetzt Putin: Wenn Freund und Feind wechseln

New YorkDer Ausnahmezustand ist eingekehrt in Den Haag. Straßen sind gesperrt, Polizei und Militär stehen in Alarmbereitschaft, die Sicherheitsmaßnahmen haben höchstes Ausmaß angenommen. Am Sonntag waren Teile der Autobahn zwischen dem Amsterdamer Flughafen und Den Haag für den öffentlichen Verkehr gesperrt. 58 Staatschefs und hohe Regierungsrepräsentanten aus aller Herren Länder reisen an und eilen in schnellem Takt in Kolonnen aus gepanzerten Limousinen über die Autobahn.

Unter ihnen auch US-Präsident Barack Obama, auf dessen Initiative der Nuclear Security Summit  entstanden ist. Doch die eigentliche Frage des Gipfels, wie man Terroristen von nuklearem Material fernhalten kann, rückt diesmal in den Hintergrund. Es ist die Krise in der Ukraine, die alles überschattet. Sie überschattet auch die großen Konflikte des vergangenen Jahres, allen voran den NSA-Skandal. Seitdem durch die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden bekannt ist, dass der US-Geheimdienst massiv in Europa schnüffelt und selbst vor dem Kanzlerinnen-Handy nicht Halt machte, war das Verhältnis zwischen den beiden Seiten des Atlantiks beschädigt.

Nun spricht kaum mehr jemand davon. Es gilt, gegen Russlands Präsident Wladimir Putin eine gemeinsame Front aufzubauen. So sagte auch Obama am Montag in Amsterdam, die USA und Europa seien „vereint“ in ihrer Antwort auf die Ukraine-Krise. „Europa und Amerika sind vereint in unserer Unterstützung für die ukrainische Regierung und die ukrainische Bevölkerung“, so der Präsident. Beide Seiten seien zudem „vereint darin, Russland die Kosten für sein Handeln aufzuerlegen“.

Obama und die anderen Regierungschefs der G7-Staaten werden am Rande des Atomsicherheits-Gipfels in einem einstündigen Krisentreffen über die sich ständig verschärfende Lage in der Ukraine und der Krim beraten, die sich längst zur größten Konfrontation zwischen Ost und West seit Ende des kalten Krieges ausgeweitet hat. Am Wochenende hatte der Militär-Kommandeur der Nato in Europa, General Philip Breedlove gewarnt, die russischen Truppen an der ukrainischen Grenze seien mittlerweile „sehr beträchtlich und einsatzbereit.“  Auf der Krim haben pro-russische Einheiten offenbar eine ukrainische Militärbasis gestürmt.

In Den Haag hat Obama auch die Chance, neben seinen europäischen Verbündeten einen weiteren wichtigen Alliierten zu gewinnen. Er wird den chinesischen Präsidenten Xi Jinping unter vier Augen treffen. Mit zunehmender Isolation im Westen lenkt Russlands Regierung ihre Aufmerksamkeit jetzt Asien zu. Im Streit um die Krim hat sich China bislang ehr zurückhaltend gezeigt. Die Beziehungen zum Westen sollen nicht zu sehr ramponiert werden, aber gleichzeitig ist Russland ein wichtiger Partner. „Die russisch-chinesischen Beziehung sind auf dem besten Stand überhaupt“, reklamierte Chinas Außenminister Wang Yi im März, „unsere Präsidenten haben eine tiefe Freundschaft entwickelt.“

Das steht in klarem Widerspruch zu den Äußerungen von Obamas Sicherheitsberaterin Susan Rice.

Quelle: dpa
Lackmustest für die europäisch-amerikanischen Beziehungen
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34 Kommentare zu "Obamas Europa-Besuch: Vereint gegen Putin"

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  • Meinte mit Freunden Amerikas: Indien und China, die eben nicht die USA als Freund sehen sondern Ihre direkten Nachbarn.

  • Das kommt dabei raus, wenn man sich auf den Informationsgehalt des westlichen Journalismus verlässt. Da bekommt man nix mehr mit in der Welt. Genauso wenig wie die Zusammenarbeit von China, Russland, Iran und Indien. Aber alles ja sooooo gute Freunde von Amerika. Die haben allesamt die Schnauze voll von den Ami´s. Schaut euch mal Berichte über Genfood an. In Indien z.B. liegen wegen amerikanischer Firmen Felder brach. Die Bauern verlieren Ihre Existenzgrundlage. Lange dauerts nicht mehr und alles fällt zurück auf die sog. "gute" WEltmacht.

  • Das nützt den Amerikaner, da diese nicht auf den Kontinenten Europa und Asien sprich Eurasien mitmischen könnten und durch solche Unruhestiftungen, die Entwicklung eines florierenden Kontinents verhindern. Mit Kriegen, Toten und aufhetzen von Volksgruppen. Da sonst der amerikanische Kontinent außen vor ist. Was meinen Sie warum Amerika nicht großflächig in Afrika mitmischt. Weil der Kontinent keine strategisch wichtige Postition ist.

  • Wenn ein Land geografisch, strategisch wichtig ist, oder/ und wenn ein Land Rohstoffe hat,
    dann kauft man dieses Land. Ist dieses Land nicht käuflich oder nicht mehr käuflich, wird es
    isoliert. Die Isolation (Sanktionen) trifft am härtesten die Bevölkerung. Gleichzeitig wird massiv die Oposition des Landes unterstützt. Wird ein Umsturz auf diese Weise nicht erreicht, kann man zu sehen, wie aus der Führung des Landes ganz allmählich eine Koruppte, menschenfeindliche, diktatorische Regierung wird, mit einem schon wahnsinnigen Führer an der Spitze.
    Etwas feiner funktioniert das mit Krediten des IWF oder der Weltbank, dabei wird über die Schulden
    das Land wirklich regiert. So könnten Griechenland, Lybien, Syrien, Ägypten oder die Türkei auch
    Ansprüche auf die Gasvorkommen im Mittelmeer beanspruchen, leider ist nur noch die Türkei übrig.
    Es wird daran gearbeitet.
    Zum Nachdenken sollte anregen, das die so behandelten Länder in der kürzeren Vergangenheit, alle samt instabil sind oder gehalten werden, jederzeit kann es zu Krawallen und Umstürzen kommen.
    Wem nützt es?
    Wem nützt es, wenn wieder ein kalter Krieg geführt wird, den Russen?, den Europäern?, den Chinesen?, den Amerikanern?,den südamerikanern?
    Wer hat die meisten Militärstützpunkte auf der Welt und warum?
    Die Russen haben schon 2012 klar gemacht, das sie ein Raketenabwehrsystem der NATO, welches sich immer mehr ihren Grenzen nähert, nicht dulden werden.
    Wem nützt es, wenn das trotzdem provoziert wird?

  • Nur Briten, US-Amerikaner und ihre gekaufte dritte Kolonne bestehend aus Nato, EU Politiker und Regierungen von Kontinentaleuropa wollen, dass sich Kontinentaleuropa nicht arrangiert und sich gegenseitig schwächt. Es liegt an uns diese Leute zum Teufel zu jagen!

  • Gegenseitige Abhängigkeit macht jede Sanktion stumpf und schneidet ins eigene Fleisch. Wir sind auf dem besten Wege hin zu einer Weltwirtschaftskrise und in Richtung 3. Weltkrieg. Am Mittelmeer brodelt es ringsum, selbst in den EU-Ländern schmort es längst.

    Bisher war stets davon die Rede, dass der enge Zusammenschluss in der EU den Frieden sichert. Momentan sieht es eher danach aus, dass sowohl die EU- wie auch die Nato Öl ins Feuer schüttet.

    Wir sollten trotz unterschiedlicher Mentalitäten und Wertevorstellungen einander achten, zu verstehen suchen und nicht wie bisher nach der " Axt im Walde Psychologie" jede Brücke zerstören. Wie in einer Ehe sind jeweils alle Beteiligten an einer Krise schuld.

  • "Glaubt den die Mehrheit hier, dass wir von den Russen und Chinesen nicht ausspioniert werden?"

    Nein. Aber die Mehrheit glaubt, dass die NATO in der Ukraine allgemein und auf der Krim ganz gewiss nichts zu suchen hat. Und wenn die Vollidioten-Handlanger in der EU sich dumm stellen oder sind und das nicht begreifen und auf die Spaltung der Ukraine hinarbeiten, ist es kein Wunder, dass Putin den ihm zugespielten Ball aufnimmt und den Tölpeln das auf seine nicht perfekte aber "von den Amerikanern lernen heisst siegen lernen" schon ziemlich US-like durchgezogene Art verständlich macht.

  • @deltaone

    Endlich ein sachlicher Kommentar!

    Ich kann diese ganze Hetztirade gegen die USA hier nicht verstehen!!!

    Glaubt den die Mehrheit hier, dass wir von den Russen und Chinesen nicht ausspioniert werden?

  • @ Le(e)hrling



    Zitat : Deutschland, Land der Wirtschaftsanalphabeten

    - Le(e)hrling, die Deutschen interessiert es einen feuchten Kehricht, was die EU oder die Amis mit den Russen wirtschaftlich abwickeln.

    Die Deutschen interessiert aber die Wirtschaftsbeziehung Deutschlands mit Russland um die 80 Mrd. € !

    Das muss doch auch ein Wirt, der nichts wird begreifen....?


    Zitat : Russland hat dem Ausland nichts anderes anzubieten als Rohstoffe.

    - und genau das ist es, was wir von Russland brauchen. Die wertlose Dollars können die Amis behalten.

    Sie haben wohl Ihre Birne heute wieder kräftig zugedröhnt, dass Sie so einen Stuß hier verbreiten ?

  • USA gehört eingesperrt, Deutsche Regierung sollte sich schämen. Wie lange wollt ihr noch Angst vor OBAMA& Mc. haben? Hat Frau Merkel nichts aus der Geschichte Deutschlands gelernt? Faschismus in Ukraine zu unterstützen mit unseren Geldern. Hallo geht es ihnen Gut? Zu ihnen Hr. Steinmeier selbsternannter Experte für Russland, Sie haben keine Ahnung von der Osteuropa. Wegen solchen Menschen wie Ihnen eskaliert drüben alles. OBAMA go home

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