Obamas Favorit
Jim Yong Kim ist neuer Weltbankpräsident

Ein renommierter Entwicklungsexperte ist neuer Präsident der Weltbank. Jim Yong Kim bekleidete bisher wichtige Positionen in der Weltgesundheitsorganisation (WHO), leitete eine Elite-Universität - und kann tanzen.
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BerlinDie Weltbank hat den US-Kandidaten Jim Yong Kim zum neuen Präsidenten ernannt. Er werden seine fünfjährige Amtszeit am 1. Juli antreten, teilte die Organisation am Montag mit.

US-Präsident Barack Obama hatte sich den gebürtigen US-Amerikaner mit koreanischen Vorfahren als Kandidaten für den Chefsessel der Weltbank ausgesucht. Kim ist eigentlich Arzt, verschrieb sich aber früh der Forschung und der Entwicklung des internationalen Gesundheitswesens. Als Fachmann für Tuberkulose und HIV bekleidete er wichtige Positionen in der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Kim ist US-Bürger, kam aber 1959 in Seoul in Südkorea zur Welt. Das dürfte ein Wink Obamas in Richtung Asien sein.

Die Entwicklungsländer hatten mit der nigerianischen Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala eine Gegenkandidatin aufgestellt. Vor der Abstimmung hatte der südafrikanische Finanzminister Pravin Gordhan weitere Reformen innerhalb der Weltbank und des IWF gefordert. Mittlerweile fielen zwar Entscheidungen über die Kandidaten für die Führung der beiden Institutionen nicht mehr in europäischen und amerikanischen Hinterzimmern, aber er sei besorgt, dass die etablierten Mächte weiterhin das letzte Wort hätten, sagte Gordhan am Montag.

Aber auch in Afrika war die Nominierung Kims durch Obama mit Wohlwollen aufgenommen worden. Der ruandische Präsident Paul Kagame nannte Kim einen „wahren Freund Afrikas“. Kim ist mit einer Kinderärztin verheiratet und hat zwei kleine Söhne.

Als er fünf Jahre alt war, siedelte seine Familie in die USA über. Sein Vater war Zahnarzt und lehrte an der Universität von Iowa, seine Mutter machte ihren Doktor an derselben Hochschule im Fach Philosophie. Kim studierte in Harvard Medizin und promovierte dort gleich zweimal: 1991 in Medizin und 1993 in Anthropologie.

Er lehrte in Harvard am Lehrstuhl für Soziale Medizin, wo er sich im Jahr 2000 zum Professor habilitierte. Sein Forschungsschwerpunkt lag in der Behandlung der multiresistenten Tuberkulose, die mit normalen Antibiotika nicht behandelbar ist. Er war Mitbegründer der in Boston ansässigen Hilfsorganisation Partners in Health (PIH), deren Vorsitzender er von 1993 bis 2000 war. PIH finanzierte Behandlungen für Tuberkulosepatienten in verarmten Gemeinden in Peru, Haiti, Russland, Ruanda, Lesotho und Malawi, aber auch in den USA.

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  • Jim Jong Kim hat ganz normal nur einmal promoviert, nämlich in Anthropologie. Sein Medizin-Abschluss ist ein M.D., der Doctor of Medicine. Es handelt sich dabei um keine wissenschaftliche Promotion, sondern um einen Berufsdoktorad. In den USA besucht man nämlich nach Erwerb des Bachelors eine Medical School, um seinen M.D. zu erwerben. Gleicht unserem Diplom. Der PhD ist das, was wir unter einem Doktortitel verstehen. Furchtbar peinlicher Fehler des Handelsblatts. Man sollte das Hochschulsystem eines Landes erst kennen, bevor man über die Ausbildung spricht. Zeitungen und Online-Redaktion werden immer schlampiger.

  • Stimmt ! :-)
    Aber würden Sie gerne in Syrien leben?
    Ein bißchen Sachverstand stört doch nicht.

  • Warum nicht mal ein Arzt?!
    Der syrische Präsident ist auch Arzt, und der konnte sich bisher aus ganz ordentlich durchsetzen :-)

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