Obamas Vereidigung: König für einen Tag

Obamas Vereidigung
König für einen Tag

Mit viel Jubel, Pomp und Patriotismus hat Amerika Barack Obamas zweite Amtszeit eingeläutet. Wenigstens kurz war das quälende Gezänk in Washington verstummt. Doch die Rede des Präsidenten wird neue Konflikte bringen.
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Washington„Da... da ist er!“, kreischt Jess, „O-ba-ma! O-ba-ma!“. Mit mindestens 100 Dezibel stimmt die junge Frau einen Sprechchor an, der die Umstehenden umgehend aus der Kältestarre reißt. O-ba-ma ist zwar nur ein Punkt in der Ferne, und der Blick auf die Großleinwände ist durch Tausende Bommelmützen und wackelnde US-Flaggen versperrt. Doch Jess, Anfang 20, schwarz und etwas üppig, fühlt sich ihrem Idol trotzdem ganz nah. „Ich bekomme weiche Knie“, ruft sie ziellos in die Menge.

Jess steht auf der Prachtmeile National Mall in Washington, zusammen mit hunderttausenden Fahne schwenkenden anderen, und sie hat eine gute Zeit. Sie darf an diesem Montag live miterleben, wie Präsident Barack Obama vor dem Kapitol seinen zweiten Amtseid ablegt.

Wobei Amtseid ablegen wohl ein wenig zu kurz greift. Eine Inauguration ist eher eine riesengroße Party über mindestens zwei Tage, bei der eine ganze Nation, verdichtet im wenige Quadratkilometer kleinen Regierungsviertel der Hauptstadt, einer einzigen Person huldigt – ihrem Präsidenten.

Die Menschen lassen ihn hochleben, weil er ihr Land und dessen Versprechen, die Verfassung und die Geschichte repräsentiert. Sie feiern sich selbst, indem sie ihn feiern. „Jedes Mal, wenn wir uns zu einer Vereidigung versammeln, bezeugen wir die ewige Stärke unserer Verfassung“, fasste es der Präsident mit gewohntem Tremolo in seiner Antrittsrede selbst zusammen.

Und so konnte sich Obama, zum zweiten und damit letzten Mal, am Wochenende und zum Höhepunkt am Montag ein bisschen wie ein König fühlen. Vor dem Kapitol applaudierte ihm respektvoll die versammelte Führungsriege der gegnerischen Republikaner, und nachdem er die Hand zum Schwur gehoben hatte, donnerten Kanonenschüsse über die vor jubelnden Menschen berstende Museumsmeile.

Kommentare zu " Obamas Vereidigung: König für einen Tag"

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  • @Gnomon
    Gut gebrüllt, Löwe!

  • Und auch Obama rennt in die philosphische Mausefalle: Alle Menschen sind gleich geschaffen!

    Das ist und bleibt absoluter Schwachsinn!!!!!!!!! Es verstößt seinerseits eklatant gegen den Grundsatz Gleiches gleich und Ungleiches ungleich zu behandeln. Ein paradoxer Fehlschluss.

    Es geht und ging eigentlich immer nur um die Gleichheit vor dem Gesetz! Das ist etwas völlig anderes und bezieht sich NUR auf die INDIVIDUELLEN Freiheitsrechte. Des Weiteren ist dies auch lediglich ein Grundsatz. Bei einem sachlichen Grund darf und muss selbstverständlich die Gleichbehandlung vor dem Gesetz enden!

    Auf derartige Fehlannahmen wird konsequent eine falsche Politik folgen. Der Beginn der Sozialdemokratisierung der USA. Ob es dem Betrachter gefällt oder nicht: Es wird auch das Ende der indviduellen Freiheit des Einzelnen sein. Willkommen im Reich der Totalregulierung, von der Wiege bis zur Bahre, freut euch auf Hundeführerscheine und staatliche Kindererziehung, Zwangsversicherungen über dessen Kostendeckungsgrundsätze euch der Staat zum "richtigen Leben" zwangsbeglücken wird, einen erdrückenden paternalistischen Fürsorgestaat, der ständig auf der Suche nach neuen Minderheiten mit Sozialleistungen um sich schmeissen wird und sich so mit den Abhängigen die Wähler schafft mit denen er sich selbst reproduzieren kann.

    Staatsquote quo vadis? (liegt ja jetzt schon bei über 40 %) Obama wird das Land in die Ära seines Niedergangs führen...was man ihm natürlich nicht persönlich vorwerfen kann. Aber der Volksmund wusste schon immer: Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert!


  • angesprochen war natürlich der User Naivermensch

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