Obduktionsergebnis
Deutsche Afghanistan-Geisel wurde erschossen

Der während der Geiselhaft in Afghanistan gestorbene deutsche Bauingenieur ist von seinen Kidnappern durch Schüsse getötet worden. Das hat nach Angaben des Auswärtigen Amtes die Obduktion seines Leichnams im Institut für Rechtsmedizin in Köln ergeben.

HB BERLIN. Ministeriumssprecher Martin Jäger teilte in einer Presseerklärung mit, dem Untersuchungsergebnis zufolge erlitt der Bauingenieur durch die extremen Strapazen während der Entführung zunächst einen Kreislaufzusammenbruch. Daraufhin hätten die Geiselnehmer zweimal auf den Mann geschossen und ihn damit umgebracht. Auf den toten Körper seien dann weitere vier Schüsse abgegeben worden.

Bislang war offen, ob der Mann an den Strapazen des Marsches mit den Entführern starb oder ermordet wurde. Inoffiziell war bereits zuvor einer graumsam zugerichteten Leiche die Rede gewesen. Offen war aber, ob die Entführer den Mann nach Ablauf eines angeblichen Ultimatums hinrichteten. Diese Frage blieb zunächst weiter unklar, weil das Auswärtige Amt zum Zeitpunkt der tödlichen Schüsse keine Angaben machte.

Allerdings stellte die Regierung auch in Frage, dass Berichte über das Ultimatum der Entführer richtig waren. Sie wirft den radikalen Taliban vor, die Entführung gezielt für ihre politischen Zwecke zu nutzen. Derweil ist unklar, ob die Entführer überhaupt dem harten Kern der Taliban zuzuordnen sind, oder aus anderen Motiven handeln. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Entführer eher in losem Kontakt zu den Taliban stehen.

Unterdessen bemühte sich die Regierung nach eigenen Angaben weiter mit Hochdruck um die Freilassung des zweiten Deutschen. Rudolf B. Von diesem war am Dienstag ein Video aufgetaucht. Nach Angaben des arabischen TV-Senders Al-Dschasira fleht der Mann darin um sein Leben und ruft Bundesregierung auf, die Bundeswehr aus Afghanistan abzuziehen. Dies ist eine Forderung der Taliban.

Die Regierung lehnt nach offiziellen Angaben jeden Versuch der Erpressung etwa von Lösegeld oder politischen Forderungen ab. Sie befindet sich jedoch durch örtliche Unterhändler in Gesprächen mit den Entführern. In Afghanistan befinden sich auch 21 Südkoreaner in der Hand von Entführern; zwei Mitglieder der Gruppe wurden erschossen.

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