Obergrenzen angehoben
Zypern lockert Vorschriften für Geldtransfers

Zypern hat die Einschränkung des Zahlungsverkehr wieder gelockert. Die Auflagen waren im März verhängt worden, um einer Kapitalflucht ins Ausland vorzubeugen. Nun wurden die Obergrenzen für Finanztransaktionen angehoben.
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Die zyprische Regierung hat die Beschränkungen für den Geldtransfer im Inland und ins Ausland erheblich gelockert. Unternehmen können laut Finanzministerium künftig 500.000 statt wie bisher 20.000 Euro ins Ausland überweisen. Die Zahlungen müssen dokumentiert werden, eine Überprüfung oder Genehmigung durch das Ministerium oder die Zentralbank erfolgt aber nicht. Weiter können Unternehmen im Inland ohne Dokumentation 300.000 Euro für Waren oder Dienstleistungen zahlen oder überweisen. Alles darüber muss dokumentiert, aber nicht extra genehmigt werden.

Gemäß dem Erlass der Regierung können Privatpersonen innerhalb Zyperns pro Monat nun bis zu 10.000 Euro überweisen statt bislang 3000 und ins Ausland bis zu 5000 nach bislang 2000 Euro. Reisende dürfen zudem nun bis zu 3000 Euro mit ins Ausland nehmen. Zuletzt war das Limit hier 2000 Euro. Andere Einschränkungen bleiben jedoch bestehen - etwa die Obergrenze von 300 Euro beim Geldabheben am Geldautomaten.

Die Einschränkungen waren erlassen worden, um zu verhindern, dass große Anleger ihr Geld vor der Umsetzung des Rettungsplans der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF) ins Ausland bringen. Der Rettungsplan, der von kommenden Dienstag an im zyprischen Parlament diskutiert werden soll, sieht vor, dass Anleger bei zyprischen Banken mit einem Guthaben von mehr als 100.000 Euro eine Zwangsabgabe leisten. Dies betrifft auch ausländische Investoren etwa aus Russland. Kleinsparer werden entgegen ersten Plänen nicht einbezogen.

Das Programm läuft über drei Jahre, in diesem Zeitraum braucht Zypern nach jetzigen Erwartungen etwa 23 Milliarden Euro. Davon tragen die internationalen Partner zehn Milliarden Euro bei, den Rest muss das Land durch verschiedene Maßnahmen selbst aufbringen. Die Euroländer leihen dem Inselstaat neun Milliarden Euro über den Eurorettungsfonds ESM, der Internationale Währungsfonds (IWF) trägt eine Milliarde Euro dazu bei.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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