Occupy Wall Street
Wo geht‘s hier zur Revolution?

Die Bewegung „Occupy Wall Street“ hat ganz Amerika erfasst. Bald wird sich zeigen, ob aus der bunten Truppe eine politische Größe wird. Doch was wollen die Aktivisten eigentlich? Ein Besuch im Hauptquartier des Protests.
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New YorkMichael Miller geht jetzt alles ein bisschen ruhiger an. Vor langer Zeit, als es gegen den Vietnamkrieg und gegen Rassismus ging, da hatte er Straßen blockiert, mit Polizisten gerangelt, in Sprechchören mitgebrüllt. Heute steht der 72-jährige Arzt im Ruhestand ganz still mit seinem Transparent im New Yorker Bankenviertel und schwärmt: „Das sind diese besonderen Momente. Genauso war es früher“.

Miller, groß gewachsen, gütige Augen, die weißen Haare nach hinten gestrichen, wirkt wie eine Statue inmitten eines Gewusels aus hunderten jungen Menschen. Sie könnten Millers Enkel sein, doch er wollte unbedingt mitmachen, wie er sagt. „Ich habe zufällig mit angesehen, wie brutal die Polizei neulich zugelangt hat. Das war für mich die Zündung“. Also malte der Rentner ein Transparent, das zur Kündigung des Kontos bei der Bank of America aufruft („Du bist nicht machtlos“) und schloss sich der Bewegung „Occupy Wall Street“ an.

Jeden Tag steht er nun für ein paar Stunden auf dem Broadway vor dem kleinen Zuccotti Park, auf dem die Aktivisten seit fast drei Wochen demonstrieren, campen und essen. „Es ist höchste Zeit, dass sich die Leute gegen die Macht der Banken, den Lobbyismus, die Entmündigung zur Wehr setzen“, sagt Miller. Ob aus den losen Protestlern irgendwann eine richtige Volksbewegung werde, müsse sich zeigen. „Aber ich würde es mir wünschen“.

Diese Frage stellt sich mittlerweile das ganze Land. Ist „Occupy Wall Street“ eine kurze, spontane Erscheinung, oder ist es die Geburt einer neuen, breiten politischen Bewegung? Amerika reibt sich verwundert die Augen, es kann noch nicht so viel anfangen mit dem, was da vor drei Wochen mit einem Häuflein Protestler begann und in den vergangenen Tagen erst richtig Fahrt aufnahm.

Kommentare zu " Occupy Wall Street: Wo geht‘s hier zur Revolution?"

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  • Von Wölfen und Lämmern.
    Hier ist der Staat gefragt. Aufmarschieren, festnehmen und ins Gefängnis bringen wenn sie Straftaten begehen. Die Gründer und Organisatoren hart bestrafen falls es zu übergriffen in Verbindung mit Straftaten kommt.

  • Was leider in dem Artikel unbeachtet blieb, ist das es sich bei der Occupy Wall Street Aktion grundsätzlich nur um eine von vielen Aktionen weltweit handelt, die in Vorbereitung stehen zum 15.10.2011 den Tag an dem weltweit für einen globalen Wandel des wirtschaftlichen und Gesellschaftlichen Systems demonstriert wird u. welcher als eine Art Auftaktkundgebung anzusehen ist.

    Weltweite Mobilisierung:
    http://15october.net/de/
     unter „where“ kann man auch die meisten geplanten Aktionen in Deutschland bereits sehen!
    Berliner Aktion startet am 15.10.2011 um 13.00 Uhr am Neptunbrunnen:
    http://www.facebook.com/event.php?eid=223853597672895
    Info auch unter: www.alex11.org

  • wan sind wir bereit für so eine aktion, - arabische aufstand in cairo, tunesien und jetzt in america, - in berlin ???
    wir, das volk soll die meinung äußern, nicht die abgeordneten überlassen, denn sie seien unfähig und klar zu denken bzw zu ausdrucken. ihre birne ist durch fette diät voll geschmiert und ihr fresse ist voll gestopft.
    rettung grieche, rettung euro -- die wahrheit ist rettung die banken, die fond-speculanten. politikern debatieren vor dem tv, es ist nur affentheatre und leeres wort.
    am ende wir, das volk muß dafür bezahlen und die politikern genießen weiter ihre diät und rente. n.blöm sei grüßt

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