OECD-Bericht: Finanzkrise belastet die Entwicklungshilfe

OECD-Bericht
Finanzkrise belastet die Entwicklungshilfe

Arme Länder haben 2011 wegen der Finanzkrise erstmals seit Jahren weniger Hilfen aus den Industrieländern erhalten. Die Ausgaben gingen um 2,7 Prozent zurück. Gegen den Trend arbeitete hingegen Deutschland.

BerlinDie weltweite Finanzkrise schlägt auch auf die Entwicklungshilfe durch. Die Industriestaaten stellten 2011 erstmals seit langer Zeit weniger Geld als im Vorjahr für die Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erklärte am Mittwoch, die Mitglieder ihres Entwicklungsausschusses hätten für die Hilfe in ärmeren Ländern 133,5 Milliarden Dollar oder 0,31 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung ausgegeben. Dies seien 2,7 Prozent weniger als im Rekordjahr 2010. OECD-Generalsekretär Angel Gurria zog dennoch ein positives Fazit: Die Geber hätten ihre Zahlungen trotz der Krise fast auf Rekordniveau gehalten.

Deutschland indes steigerte seine Entwicklungshilfeausgaben gegen den Trend. Sie überschritten 2011 erstmals die Marke von zehn Milliarden Euro, wie das Entwicklungsministerium mitteilte. Dies entspreche 0,4 Prozent des Bruttonationaleinkommens. Deutschland ist damit mit großem Abstand zweitgrößter Geberstaat nach den USA mit 30,7 Milliarden Dollar. Die Vereinigten Staaten fuhren ihre Entwicklungshilfeausgaben 2011 nach OECD-Angaben um 0,9 Prozent zurück. Knapp hinter Deutschland lagen Großbritannien und Frankreich. Die einzigen Länder, die das Ziel einer Entwicklungshilfequote von 0,7 Prozent erreichten, waren nach OECD-Angaben wie in den Vorjahren Dänemark, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und Schweden.

Die SPD übte trotz der gestiegenen Ausgaben scharfe Kritik an der Bundesregierung. „Es ist eine Peinlichkeit hoch Drei, dass sich Entwicklungsminister Niebel jetzt für das Erreichen einer ODA-Quote von 0,4 Prozent feiern lässt, war doch bereits für 2010 ein Anteil von 0,51 Prozent verbindlich international vereinbart“, erklärte der entwicklungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sascha Raabe. Dass Niebel seinen eigenen Wortbruch nun derart verkünde, sei beschämend.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%