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OECD-Chefvolkswirt: „Das Ende des Euro wäre eine Tragödie“

exklusiv Die Konjunkturerholung in den traditionellen Industriestaaten sei noch wackelig, sagt Pier Carlo Padoan, der Chefvolkswirt der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Im Interview mit dem Handelsblatt warnt er, dass nicht alle Länder auf einmal auf Sparkurs gehen dürften.

Pier Carlo Padoan, Chefvolkswirt der OECD: "Die Haushaltskonsolidierung ist ein Drahtseilakt" Foto: Chamussy / Sipa für Handelsblatt Quelle: Chamussy/ Sipa für Handelsblatt
Pier Carlo Padoan, Chefvolkswirt der OECD: "Die Haushaltskonsolidierung ist ein Drahtseilakt" Foto: Chamussy / Sipa für Handelsblatt Quelle: Chamussy/ Sipa für Handelsblatt

Handelsblatt: Herr Padoan, erlebt die Weltwirtschaft schon einen selbsttragenden Aufschwung?

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Pier Carlo Padoan: Wir sind in einer sehr delikaten Phase. Wir hoffen, dass die wirtschaftliche Erholung immer weniger der politischen Stützung bedarf und sich immer besser selbst trägt. Aber soweit sind wir noch nicht. Darum müssen wir vorsichtig mit dem Ausstieg aus der fiskalpolitischen wie geldpolitischen Konjunkturstützung sein. Was die Fiskalpolitik anbelangt, sollten wir jetzt eine Exit-Strategie entscheiden, sie aber noch nicht umsetzen. Viele Industriestaaten müssen Konsolidierungspläne formulieren, die sie dann 2011 umsetzen.

Aber möglichst nicht alle Länder gleichzeitig, oder?

Nein, wenn alle auf einmal zu konsolidieren begännen, würde das das ohnehin schwache Wachstum belasten. Wir müssen das international koordinieren.

Wer sollte anfangen?

Die USA müssen nach ihrem massiven Konjunkturpaket jetzt zu einer mittelfristigen, nachhaltigen Fiskalpolitik finden. Auch China hat die Konjunktur kräftig stimuliert, kann aber mit der Konsolidierung noch warten. Einige Euro-Länder haben keine Zeit mehr zu verlieren, andere können die Konsolidierung über Jahre strecken.

Wie hoch ist das Risiko, dass Länder, die jetzt schnell konsolidieren, in die Rezession zurückfallen?

Dieses Risiko besteht natürlich. Darum muss Europa, wenn es einige Länder zur Konsolidierung aufruft, fragen, woher die minimale Wachstumsrate kommen soll, die diese Gefahr bannen würde. Das ist ein Drahtseilakt.

  • 09.03.2010, 20:15 UhrAnonymer Benutzer: EURO-Skeptiker

    Der EURO ist ohne eine gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie einem Länderfinanzausgleich eine Fehlkonstruktion und nicht überlebensfähig.
    Selbst bei den schärfsten Sparanstrengungen werden einige EURO-Länder auch in der Zukunft Defizitländer (Defizit über 3%) bleiben, wenn die Lebensverhältnisse in der EU einigermaßen angeglichen werden sollen.
    in diesen Finanzausgleich könnten zwar die EU-Strukturhilfen eingebettet werden, aber darüberhinaus wären jährlich mehrere Milliarden EURO auszugleichen.
    Wer soll das bezahlen ??
    Der EURO-Club sollte deshalb um die
    Länder schrumpfen, die dauerhaft die Maastrichtkriterien nicht einhalten können. (oder ganz aufgelöst werden)
    Die ausgeschiedenen Länder kehren zu ihren nationalen Währungen zurück, wobei allerdings die Rückkehr zu erleichtern wäre.

  • 09.03.2010, 15:59 UhrAnonymer Benutzer: melanie gatzke

    Das Ende des Euro wäre eine Tragödie“
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    Frage: für wen?
    Für Otto Normalbürger wahrscheinlich nicht.
    Der ist jetzt schon beschissen und bleibt beschissen.
    Er hat es nur noch nicht ganz realisiert.
    Er kann jetzt reisen und kann es nachher--
    Er arbeitet und verdient jetzt am Existenzminimum und wird es nachher--
    die Nahrungsmittel aus aller Herren Länder werden genauso weiterkommen- obwohl wir uns alle längst auf einen regionalen Versorgungsmarkt konzentrieren sollten.
    die Finanzwelt- die interessiert nur die, die viel davon haben-- Otto Normalverbraucher hat nichts zum anlegen-denoch werden die Finanzen nach wie vor um die Welt kreisen-
    die Arbeitsplätze werden jetzt verlagert-- sie werden nachher verlagert werden--
    billiglöhner kommen jetzt aus allen Ländern- sie werden nachher kommen--
    Den Titel "Expoertweltmeister" könnten wir verlieren-- doch der verschwindet so oder so-- man kann nur absetzen, was gebraucht wird- der Rest bleibt auf Halde.
    Waren um den ganzen Erdball zu transportieren ist nicht gerade das Optimale-- denken wir nur an die Umwelt und die Folgen. Die Hälfte de LKW wäre von der Straße, würden wir einheimische Nahrung und Güter verwenden und kaufen. Warenaustausch ja, soweit man es selber nicht hat.
    Reduzieren auf das Notwendige.
    Also- wo liegt das Problem?
    Die Welt dreht sich weiter wie gehabt.

  • 09.03.2010, 15:02 UhrAnonymer Benutzer: Ron777

    Ein Ende mit Schrecken ist allemal besser als ein Schrecken ohne Ende! Die idee einer gemeinsamen Währung ohne gemeinsame Finanzpolitik ist eben dauerhaft nicht tragfähig, weil die Wirtschaftsräume sich immer weiter auseinander entwickeln. Und für eine gemeinsame Finanzpolitik ist es leider schon viel zu spät. Oder wollen wir Deutschen ernsthaft nach 20 Jahren Aufbau Ost nun weitere 20 Jahre Jahre einen Südeuropasolidaritätszuschlag bezahlen, damit dort weiterhin lax mit den Finanzen und der Produktivität umgegangen wird. Das kann man bei aller Solidarität für Europa von den deutschen Arbeitnehmern nicht verlangen, die im Gegensatz zu den besagten Ländern in den letzten 10 Jahren eher unter dem Teuro und Real-Lohnsenkungen gelitten haben. Es ist nicht zu vermitteln, warum wir den Gürtel immer noch enger schnallen sollen, während andere uns gehaltsmäßig und von den Solzialleistungen einkriegen bzw. überholen ohne nenenswerte Produktivitätsanstrengungen.
    Weg mit dem Euro, dann können schwache Länder endlich abwerten. Schluss mit der Sippenhaft!

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