OECD-Statistik

Großzügige Entwicklungshelfer

Die EU-Staaten geben so viel Geld für Entwicklungszusammenarbeit aus wie nie zuvor, stellt die OECD fest. Die Ausgaben stiegen 2015 kräftig um 12,7 Prozent. Dafür gibt es einen Grund.
Flüchtlinge kommen in einem Schlauchboot auf der griechischen Insel Lesbos an. Ausgaben für Flüchtlinge aus Kriegsgebieten dürfen sich Geberländer auf ihre ODA gutschreiben. Quelle: dpa
Hilfe für Flüchtlinge

Flüchtlinge kommen in einem Schlauchboot auf der griechischen Insel Lesbos an. Ausgaben für Flüchtlinge aus Kriegsgebieten dürfen sich Geberländer auf ihre ODA gutschreiben.

(Foto: dpa)

BerlinDie Hilfen für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge lassen die Entwicklungs-Ausgaben in den meisten EU-Staaten kräftig steigen. Das zeigt die neue Statistik der Industrieländer-Organisation OECD über die Offizielle Entwicklungshilfe, englisch abgekürzt ODA. Betrachtet man alle Industrieländer, stiegen die Ausgaben um sieben Prozent. Den größten Zuwachs an Großzügigkeit reicher Länder gegenüber den Armenhäusern verzeichneten dabei die EU-Staaten mit 12,7 Prozent. Allerdings: Den größten Teil des Zuwachses machten dabei Ausgaben zuhause aus: Denn Ausgaben für Flüchtlinge aus Kriegsgebieten dürfen sich die Geberländer auf ihre ODA gutschreiben. Dies führte dazu, dass Griechenland, Deutschland und die Niederlande die größten Ausgabensteigerungen erreichten. Zum einen, weil bei ihnen die meisten Flüchtlinge ankamen, zum anderen, weil sie ihre Statistiken entsprechend änderten.

In Deutschland etwa überzeugten die Haushälter Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), die deutschen Entwicklungshilfeleistungen endlich in der internationalen Statistik besser als bisher darzustellen. „Wir halten es für richtig, auch international zu verdeutlichen, was Deutschland in der Flüchtlingskrise und für die Entwicklungszusammenarbeit insgesamt leistet", sagte Unions-Haushälter Eckhardt Rehberg (CDU) dem Handelsblatt.

Bisher nämlich meldete Deutschland inländischen Flüchtlingsausgaben zurückhaltender an die OECD. Die skandinavischen Länder hingegen, die innerhalb der Vereinten Nationen stets als Musterländer dastehen, waren schon bisher nicht so zurückhaltend: Es waren dort auch in früheren Jahren schon Flüchtlingsaufnahmekosten, die dazu beitrugen, dass Norwegen und Schweden die Uno-Anforderungen erfüllten und 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung (gemessen am Bruttonationaleinkommen) für ODA ausgaben Deutschland dagegen kam 2014 auf nur 0,42 Prozent.

Schluss mit Bescheidenheit
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: OECD-Statistik - Großzügige Entwicklungshelfer

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%