OECD warnt
Auch Österreich muss mehr sparen

Die staatliche Schuldenquote Österreichs wird laut OECD 2011 bei etwa 72 Prozent liegen. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Alpenrepublik ist dabei ähnlich gut wie die Deutschlands.
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WienÖsterreich muss unbedingt etwas gegen seinen wachsenden Schuldenstand unternehmen. "Das ist eine Frage der Glaubwürdigkeit, die Finanzmärkte kennen kein Pardon", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria in Wien.

Die OECD, die Vereinigung der wichtigsten Industrieländer, hat am Montag ihren neuesten Länderbericht zu Österreich vorgelegt. Trotz der ähnlich guten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wie in Deutschland steigt der staatliche Schuldenstand in diesem Jahr in der Alpenrepublik weiter an. Die staatliche Schuldenquote (Anteil der Schulden am Bruttoinlandsprodukt) wird nach Angaben Gurrias 2011 wahrscheinlich bei etwa 72 Prozent liegen. Erstrebenswert sei allerdings, dass Österreich wieder etwa 60 Prozent erreiche, das Niveau vor der Finanzkrise.

OECD-Generalsekretär Gurria mahnte Ausgabensenkungen und einen Umbau des Steuersystems an. Österreich leistet sich derzeit noch ein extrem teures System der Frühverrentung. So liegt das tatsächliche Renteneintrittsalter bei Männern in Österreich derzeit bei 58 Jahren, der zweitniedrigste Wert in der OECD. Nur in Luxemburg gehen Männer noch früher in Rente. Österreich werde sich einen solch teuren Luxus bald nicht mehr erlauben können, meinte Gurria. Wie die meisten anderen Industrieländer müsse sich Österreich auf die zunehmende Veralterung der Gesellschaft einstellen. Zu wenig junge Menschen kämen künftig auf den Arbeitsmarkt. Nach Angaben von Österreichs Finanzministerin Maria Fekter könnte der Staat mit der Erhöhung des Renteneintrittsalters um jeweils ein Jahr eine Milliarde Euro jährlich sparen.

Aus Sicht der OECD braucht Österreich auch ein besseres Steuersystem. Arbeit werde in der Alpenrepublik viel zu hoch besteuert, das betreffe vor allem die Bezieher niedriger Löhne und Gehälter. Statt dessen sollte der österreichische Staat Grundeigentum stärker besteuern.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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