Öffentlicher Dienst
Griechen streiken gegen Massenentlassungen

In griechischen Schulen und Krankenhäusern ruht die Arbeit. Für zwei Tage streiken die Beschäftigten, um den „gnadenlosen Plan“ der Regierung zu verhindern: Die plant den gesamten Sektor drastisch zu verkleinern.
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AthenIn Griechenland wird erneut gegen die geplanten Massenentlassungen im öffentlichen Dienst gestreikt. Am Dienstag begann ein zweitägiger Ausstand der Beschäftigten in Schulen, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen. Dazu aufgerufen hat die größte Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes Adedy. Sie bezeichnete die Pläne der Regierung, den Sektor mit 600.000 Beschäftigten drastisch zu verkleinern, als einen „völlig gnadenlosen Plan“, die Rechte der Arbeitnehmer abzuschaffen.

Im Tagesverlauf ist ein Protestmarsch zum zentralen Syntagma-Platz in Athen geplant. Lehrer, Polizisten und Ärzte wollen sich beteiligen. In den Krankenhäusern soll nur eine Notversorgung aufrechterhalten werden.

Vertreter der Troika aus Europäischer Union (EU), Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) sind seit Montag im Land, um die Reformfortschritte zu überprüfen. Am Dienstag ist ein Treffen mit dem für Reformen im öffentlichen Dienst zuständigen Minister Kyriakos Mitsotakis geplant.

Die Regierung hat als Gegenleistung für das von EU und IWF gewährte Rettungspaket vereinbart, bis Jahresende 25.000 Angestellte im öffentlichen Dienst in einen „Mobilitätspool“ zu verlagern. Von dort sollen sich die Betroffenen binnen acht Monaten um eine neue Stelle in der Verwaltung bemühen. Falls ihnen das nicht gelingt, verlieren sie ihren Job. Die Arbeitnehmervertreter sind der Ansicht, weitere Entlassungen kommen zur Unzeit. Die Arbeitslosenquote in dem rezessionsgeplagten Land ist mit 27 Prozent auf Rekordhoch und zählt zusammen mit der Quote in Spanien zu den höchsten in der EU.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Warum soll Griechenland Reformansätze umsetzen ?

    Ein "morsches Gerüst" , durchzogen von lokalen und überregionalen Mafiastrukturen, hält so ganz gut Marmaraswinden stand.

    Derzeit geht das Rettungs-Schafsgeplöke ( hier ebenfalls ) in ein weiteres Troikajahr, Wirkung nulla.

    Es gibt keine Reform der Steuervewaltung, nie und nimmer angedacht.
    Solange MRD gegen Papierverpflichtung strömen...
    Moin Moin liebe "Draghi-CDU- EU-Dummköpfe".

  • Erinnert mich an Brünings Sparmaßnahmen Anfang der 1930er Jahre.
    Hat auch mit Sparmaßnahmen bei den Beamten angefangen. Folge war, dass die Arbeitslosigkeit noch mehr zunahm, die Steuereinnahmen sanken und das BIP abnahm.

  • In der langen Zeit ihres Bestehens hat Griechenland nie wirklich lange funktioniert. Durchschnittlich jedes dritte Jahr pleite oder in Umschuldung.

    Seit Anbeginn war und ist Steuerhinterziehung Volkssport Nr 1.

    Die politische (unfähige)Elite hat das Land systematisch ausgeraubt und wirtschaftlich zugrundegerichtet.

    Die beiden Clans Karamanlis und Papanddreous beherschten nach dem Ende der Militärdiktatur das Land.

    In sehr ferner Vergangenheit scheiterten bereits zwei europ. Fürsten an der Mammutaufgabe, dieses Land zu disziplinieren und wirtschaftlich zu reparieren.

    Griechenland wird von reformunwilligen Mafiosi beherrscht.

    Allein die Tatsache, daß die superreichen Reeder von der
    Steuerpflicht ausgenommen sind spricht Bände.

    Entweder die Eu übernimmt auf Zeit die Kontrolle über Griechenland und erzwingt echte Reformen und baut seine Wirtschaft wieder auf (inkl. Beschlagnahme aller Steuerfluchtgelder) oder wir müssen den EU-Vertrag dahingehend ändern, daß wir auch Regelbrecher und sich mit gefälschten Zahlen eingeschlichene = Griech. aus der EU hinausschmeißen können.

    Sonst werden wir bis in alle Ewigkeit Hilfsgelder in ein Faß ohne Boden senden müssen.

    Auch die Verurteilung von der schuldigen US-Bank Goldman Sachs zwecks Strafzahlung ist überfällig!

    Wir brauchen neue, mutige Politiker/innen, die nicht nur reden, sondern auch entschlossen handeln.

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