Öffentlicher Dienst

England droht großer Streik

Geschlossene Schulen, Krankenhäuser, Müllchaos: Der öffentliche Dienst in Großbritannien plant den größten Streik seit 1926. Die Bevölkerung hat Verständnis, denn den Staatsdienern drohen massive Kürzungen.
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Die britische Gewerkschaft Unison will am 30. November streiken. Quelle: dpa

Die britische Gewerkschaft Unison will am 30. November streiken.

(Foto: dpa)

LondonAm Mittwoch soll die Insel stillstehen: 2,5 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst wollen am Mittwoch Großbritannien lahmlegen und damit gegen die Reform ihrer Rentensysteme protestieren. Die Stimmung von Depression und wirtschaftlicher Stagnation wird sich dadurch verschärfen: Am Dienstag hatte die Haushaltsbehörde ihre Wachstumsaussichten erneut gesenkt. Die OECD rechnet mit einer Rezession im kommenden Jahr und Schatzkanzler George Osborne hat für Konjunkturprogramme im alten Stil kein Geld in der Kasse.

Bis zu 90 Prozent aller Schulen könnten am Mittwoch geschlossen bleiben. Eltern sollen ihre Kinder stattdessen zur Arbeit mitnehmen, empfahl Premier David Cameron. 5.500 Operationen und 12.000 Krankenhaustermine wurden gestrichen, Müllabfuhren, Sanitäter und Behördendienste gehen in Streik. An den Grenzen Großbritanniens und vor allem auf den Flughäfen London Heathrow und Gatwick wird mit Wartezeiten von bis 12 Stunden gerechnet, wenn möglicherweise weniger als ein Drittel des Personals für Passkontrollen bereit steht.

„Durchaus möglich, dass Chaos herrscht“, warnte die Grenzbehörde Border Agency. Fluggesellschaften wie British Airways und Virgin Atlantic haben Passagiere aufgefordert, ihre Flüge auf andere Tage umzubuchen oder gar die Reisepläne ganz aufzugeben. Andere Gesellschaften haben Flüge bereits gestrichen. Flieger müssen damit rechnen, dass Maschinen umgeleitet oder Flüge storniert werden, wenn die Warteschlangen an den Einreiseschaltern zu lange werden.

Die Regierung forderte Mitarbeiter im höheren Dienst auf, sich freiwillig als Streikbrecher und Passkontrolleure zur Verfügung zu stellen. Auch Armeesoldaten und uniformierte Polizei sollen in Bereitschaft stehen. Man will mit allen Mitteln verhindern, dass Großbritannien durch den Streik für das Ausland geschlossen wird.

„Es könnte die größte Streikaktion seit dem Generalstreik von 1926 werden“, warnte einer der Streikführer, Dave Prentis von der Gewerkschaft Unison – einer von fast 30 Gewerkschaften, die eine Urabstimmung durchführten und zu dem Streik aufgerufen haben. Schulminister Michael Gove hielt dagegen: „Militante Gewerkschaften können es kaum noch erwarten. Sie wollen Szenen von Industriekampf auf unseren Bildschirmen sehen, sie wollen, dass die wirtschaftliche Erholung noch schwieriger wird und eine Bühne für die Konfrontation schaffen, gerade, wo wir alle solidarisch zusammenstehen müssen“.

Doch Prentis betonte, nicht „Macho-Gewerkschafter“, sondern schlecht bezahlte weibliche Angestellte wie Pflegepersonal und Schulhelfer seien das Rückgrat des Streiks. „Sie sind wütend und enttäuscht, wie man sie mit diesen Rentenreformen verrät und im Stich lässt“.

Mehrheit der Bevölkerung hält den Streik für gerechtfertigt
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15 Kommentare zu "Öffentlicher Dienst: Großbritannien droht größter Streik seit 85 Jahren"

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  • Ich lese hier immer "verarmen" und über "die Verhältnisse leben". Ist hier eigentlich jemandem schon aufgefallen das die Vermögen der Privaten in Deutschland allein in den letzten 10 Jahren um über 2 Billionen Euro gestiegen?

    Im vereinten Deutschland - seit 1989 - ist es je Kopf preisbereinigt um fast 43 Prozent gewachsen, während das Einkommen in dieser Zeit um nur 8 Prozent zulegte.

    Jaja, so manch einer sollte sich mal fragen wo das liebe Geld hinwandert. Aber stattdessen wird hier Mumpitz erzählt, von wegen das Land würde verarmen. Nicht das Land verarmt, sondern 80 % der Bevölkerung, während der Rest immer mehr anhäuft. Das zeigen die Statistiken eindeutig!

  • In GB ist die Industrie stark zurückgegangen. Nahezu ein Drittel des Bruttosozialprodukts wird vom Londoner Finanzplatz verdient.Der schwächelt jetzt auch, selbst ohne die notwendige Finanztransaktionssteuer europa- und weltweit. Die Staatsausgaben sind geblieben,vielleicht sogar gewachsen, wenn man an den Militäreinsatz in Lybien denkt. Mit Kolonien hat es GB nicht mehr, auf die man zurückgreifen könnte. Jetzt wirds ernst mit den Staatsfinanzen, auch mit dem Wirtschaftswachstum. So ist das, wenn man über seine Verhältnisse lebt.Die Gewerkschaften denken mitgliederbezogen, nicht staatswirtschaftlich. So wird das GB-Pfund wohl abwerten, damit die Exporte wieder florieren können. Deutschland sollte dies zu denken geben. Wir können nicht nur immer wieder andere Länder mitfinanzieren und innenpolitisch verarmen, mindestens in einigen wichtigen Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Stromnetze, Verkehrsinfrastruktur.

  • die briten sind sich mit ihrem thatcherism vollkommen auf den leim gegangen.
    die deutschen lernen das gerade auch, bloß daß die dumme pute das noch garnicht auf der uhr hatte, was da lles losgehen könnte - genausowenig wie der dicke übrigens.

  • @Maxwell
    Keine Geschichte wiederholt sich.
    Wiederholung ist in Anbetracht von Zeit schon mal eine conttradictio ad absurdum.
    Weil alles neu wirkt.
    Und weil man so selbstgewiß ist, das Unmöglich erscheinen könnende nicht einmal andenken zu wollen:

    Volles Pfund.

  • Die Geschichte wiederholt sich.Anfang der Achtziger jahre durch Thatcher von unnötigen Balast befreit.Was für Kräfte entfesselt wurden läßt sich wunderbar an der deindustrialisierten Insel betrachten.

  • u ve did it just in doing it ur way (s).

    Alles Geld: Futschikato: na sowas.

    paycheck: b assured

  • DAS STAATSDIENERPROBLEM UND DIE STAATSSCHULDEN
    Die ENGLÄNDER sind uns um Meilen voraus … sie beschreiben das „Staatsdiener-Problem“ und arbeiten somit an einem wachsenden Problembewusstsein. Doch, es sind nicht die Staatsdiener, die das Problem „gemacht“ haben. Weder in England noch in Deutschland. Es sind die politischen und gewerkschaftlichen Entscheidungsträger! Und nun wachsen die Folgen und Konsequenzen so hoch in den Himmel, dass es nicht zu übersehen ist!
    Und in DEUTSCHLAND? Unser ehemaliger Bundespräsident Horst Köhler wurde mit seinen Bewertungen zu den wachsenden Staatsschulden „medial ausgeblendet“. Er nahm Stellung zu den anwachsenden Staatsschulden der Beamten und Angestellten im Öffentlichen Dienst. Bis 2030 werden wir + 600.000 Pensionäre mehr haben. Und bis 2040 werden ca. 2 Billionen € Pensionsansprüche anwachsen. Die Anwartschaften an die Sozialversicherungen werden somit auf € 5,7 Bio. Ansteigen. Frage: „Wie wollen wir das in Deutschland bezahlen? Keine Diskussion …
    WIR selber billigen das Problem! Es fehlt der Diskurs über die Folgen und Konsequenzen über die Gestaltung der fiskalen Staatsordnung in Deutschland. Wann endlich rafft sich die mediale Kompetenz in Deutschland auf und stellt hierzu Fragen?
    BEAMTE und ANGESTELLTE des ÖFFENTLICHEN DIENSTES dürfen nicht zum Büttel der Nation gemacht werden. Die Engländer gehen das Problem an! Wir schweigen! Horst Köhler … ist weg!
    Und wie gehen wir UNSER SCHULDEN- und FINANZIERUNGSPROBLEM an?

  • Nun es mag paycheck time sein aber wenn kein Geld da ist ist keines da. Die Labour Regierung hat alles ausgegeben. Die Streiker saegen den Ast ab auf dem sie sitzen.

  • In England sehen wir den Anfang von dem, was in allen Laendern folgen wird - dem Volk weltweit die Luft zum Admen raubt.
    Den Parasiten, den kriminellen Selbstversorgern, der Verwaltenden Diktatur und Lobbysten geht es an den Kragen.

    Der letzte Schinken ist verzehrt, die fetten Maden sitzen auf dem blanken Knochen, haben sich die Daseinsberechtigung damit selbst genommen.

    Und genau fuer diese Daseinsberechtigung brauchen Eurokraten, Verwaltende Diktatur, Finanzlobby einen weiteren Schinken sprich Eurobonds, - auf kosten und zum Ruin des Volkes.
    Bei den Eurobonds geht es nicht um die Belange des Volkes sondern allein ums Ueberleben des Ungeziefers!!

    Die Selbstreinigung ist nicht aufzuhalten, die Parasiten kaempfen ums ueberleben und um die besten Positionen am Futtertrog.
    Das letzte Kapitel des Untergangs der Verwaltenden Diktaturen und der kranken Korupten Gerichsbarkeit, - den Rest erledigt wie immer die Strasse!!





  • @Hervey_Montmorency
    erlauben Sie, dass ich rate wo in UK: quite near Bristol, or Scottland?
    That might have been ur Maggie, but never ever the Maggie of UK.
    Now is: paycheck
    Do not cry babe: u ve ordered, n u ve got it now.
    Ur own Job.

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