Ökodesign-Vorgaben EU reguliert Herdplatten

Mit neuen Vorgaben für Kochplatten, Backöfen und Dunstabzugshauben will die EU die Energiebilanz verbessern. Die Wirtschaft klatscht prophylaktisch Applaus. Denn für Unternehmen haben die Regelungen einen großen Vorteil.
9 Kommentare
Die Änderungen sollen die heimische Wirtschaft vor der Konkurrenz durch ausländische Billigprodukte schützen und für mehr Versorgungssicherheit sorgen. Quelle: dpa

Die Änderungen sollen die heimische Wirtschaft vor der Konkurrenz durch ausländische Billigprodukte schützen und für mehr Versorgungssicherheit sorgen.

(Foto: dpa)

BrüsselDie Beamten in der EU-Kommission sind Anfeindungen gewohnt, mit schöner Regelmäßigkeit Bürokratiemonster zu schaffen und die Industrie mit immer neuen Regeln für mehr Umwelt- und Klimaschutz zu schikanieren. Im jüngsten Fall schicken sie deshalb gleich eine Stimme aus der Wirtschaft vor, um potenziellen Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

„Wir wissen, dass unsere Kunden ihre Ausgaben im Haushalt senken, Energie sparen und nachhaltiger leben möchten“, zitieren die Brüsseler Kommunikationsstrategen in einer Mitteilung Lena Pripp-Kovac, die für Nachhaltigkeit zuständige Managerin bei Ikea Schweden. Haushaltsgeräte seien verantwortlich für einen Großteil des häuslichen Energieverbrauchs.

„Die Ökodesign-Vorgaben werden die Umstellung auf energieeffiziente Produkte beschleunigen und kommen so den Menschen und der Umwelt zugute", lobt die Managerin das Vorgehen. Damit steht für Brüssel zweifelsfrei fest: Nicht nur Verbraucher- und Umweltverbände, sondern auch die Hersteller und der Einzelhandel unterstützen die neuen Ökodesign-Standards, die am Freitag in Kraft treten.

Die Regelungen betreffen mit Strom oder Gas betriebene Haushaltsbacköfen, mit Strom oder Gas betriebene Kochfelder und Dunstabzugshauben. Sie schreiben für Produkte, die nach dem 20. Februar auf den Markt kommen, unter anderem eine höhere Energieeffizienz, transparentere Verbraucherinformationen sowie einen möglichst geringen Verbrauch im Energiesparmodus vor.

Damit, rechnet die Behörde vor, ließen sich bei einem energieeffizienten Gasbackofen im Vergleich zu einem herkömmlichen Produkt rund 180 Euro sparen – bezogen auf die durchschnittliche Lebensdauer. Ein energieeffizienter Elektrobackofen der Klasse A+ spare gegenüber einem Modell der Klasse D gar 230 Euro.

So könnten Verbraucher durch den Kauf von Backöfen, Kochfeldern und Dunstabzugshauben der höchsten Energieeffizienzklasse ihre Energiekosten um bis zu 50 Euro jährlich senken. „Koch oder Köchin werden die Veränderungen beim Kochen nicht auffallen, da sich an den Gerätefunktionen nichts ändert“, beruhigen sie bei der Brüsseler Behörde.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Kalkül der EU: Weniger Energie von Russland kaufen
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Ökodesign-Vorgaben - EU reguliert Herdplatten

9 Kommentare zu "Ökodesign-Vorgaben: EU reguliert Herdplatten "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Neues aus Absurdistan (EUdSSR)
    ----------------
    Nach dem Krümmungsgrat der Gurke, Abschaltung der Warmhaltefunktion bei Kaffeemaschinen, der Leistungsbeschränkung von Staubsaugern, dem Glühlampenverbot, sind jetzt also die Kochfelder an der Reihe.

    Den überflüssigen Beamten der EUdSSR fallen immer wieder Absurditäten ein mit denen sie die Bürger gängeln können.

  • Na da waren unsere EU-Beamten ja wieder ihr Steuergeld wert. Die Lobbyisten-Vereinigung haben den Beamten die Gesetzestexte zum 'Wohl' der Umwelt diktiert und haben sich mit Hilfe derer eine gesetzlich legitimiertes Konjunkturprogramm verordnet.
    Da hat sich der Einsatz im EU-Zentralkomitee ja ausgezahlt.

  • Vielleicht gibt es auch bald einen Zwang zum Neuwagenkauf - sagen wir mal einfach, kein Auto darf mehr älter als 10 Jahre alt sein. Wäre doch eine tolles Konjunkturprogramm, oder? ;-)
    Was haben nämlich die keynesianischen Makroklempner etwa mit der Abwrackprämie erreicht? Künstliche Nachfrage wurde generiert, Neuwagenkäufe wurden vorgezogen, aber nun stapeln sich unverkaufte Neuwagen auf speziellen Friedhöfen (natürlich tunlichst, dass es die Öffentlichkeit nicht bemerkt):
    http://www.zerohedge.com/news/2014-05-16/where-worlds-unsold-cars-go-die
    Na, da muss doch die Autolobby bald wieder tätig werden...

  • Falls jemand überhaupt in der Lage ist einen Dreisatz zu benutzen: rechnet mal nach, wie viel man spart, wenn man sich ein "sparsamen" Neuwagen kauft, bzw. ab welchem Kilometerstand man endlich Geld gespart hat. Hauptsache man darf den alten verschrotten - wie umweltschonend :-/ und nun geht das ganze noch mit Glühbirnen, Staubsaugern und Herden los.

  • Der Gasherd meiner Oma ist weit über 60 Jahre alt - sie hat darauf das beste Rindfleischsüppchen gekocht, das ich jemals gegessen habe. Jetzt benutzt den Herd meine Mutti zum Einkochen im Einkochtopf.
    Geplante Obsoleszenz gab es noch nicht, als der Herd hergestellt wurde. Man legte Wert auf Haltbarkeit und Qualität. Den schnell kaputtbaren modernen Haushalts-Schnickschnack braucht man nicht wirklich.

  • So generiert man in einer Lobbykratur eben künstlich Nachfrage, wenn der Markt bereits weitgehend gesättigt ist.
    Eine andere - von der Gegenseite der Hersteller ausgehende - perfidere Variante ist beispielsweise die künstliche Obsoleszenz.
    Energie sparen kann man auch ganz leicht anders, wenn man nur will: so habe ich meinen Stromverbrauch dadurch gesenkt, dass ich die Idiotenlampe (TV) aus der Wohnung geworfen habe...

  • "Diese EU ist eine Lachnummer. Aber auf den Maidan fahren und die Leute in einen Krieg hineinziehen, das können sie in Brüssel. "

    Krümmung der Banane, Kochplatten, 30Km in der Stadt, unwürdige Geldvernichter mit "zero skills" - kein Wunder das uns die USA nicht voll nehmen

  • Rat des Verkäufers beim Kauf einer neuen Spülmaschine: Wenn Sie das Gerät lange nutzen wollen, vergessen Sie das Energiesparprogramm!

    Beim Energiesprogramm setzt sich im Wärmetauscher das Fett ab und dann muss man den Wärmetauscher wechseln. Sehr teuer, fast schon ein Geschäftsmodell. Das Plastikteil ist in der letzten Zeit dreimal so teuer geworden und kostet jetzt ohne Montage über 120 €. Da kauft man sich doch gleich wieder eine neue Maschine, alle 3 Jahre.

    Bei der Waschmaschine sieht es genauso aus. Der Einsatz des energieoptimierten Stausaugers ist jetzt doppelt so lange. Der wassersparende Duschkopf ist auch so ein Schmarren. Irgenwie braucht man ja eine gewisse Menge Wasser um das Schampoo aus den Haaren zu bekommen.

    Diese EU ist eine Lachnummer. Aber auf den Maidan fahren und die Leute in einen Krieg hineinziehen, das können sie in Brüssel. Sollen sie doch mal eine europaweite Kerosinsteuer einführen, oder eine Erhöhung der Mineralsteuer auf Diesel. Das würde etwas bringen für den Klimaschutz.
    Oder vielleicht mal nicht mehr regelmäßig zwischen Brüssel und Straßburg hin und her vagabundieren. Wenn ich an die EU, den EURO und Darghi denke, könnte ich mir die Finger wund schreiben. Aber sind die es wert? Teuer sind sie auf jeden Fall.

  • Mit Topflappen und Ceranfeld. Leute kauft Euch mal einen Induktionsherd und Töpfe dazu.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%