Ökonom Brender
„Eine Umschuldung darf nicht zu früh kommen“

Eine Umschuldung Griechenlands könne nicht völlig ausgeschlossen werden. Sie dürfe jedoch nicht zu früh kommen, schreibt Anton Brender, Chefökonom der Dexia Asset Managment, in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt.
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DüsseldorfZugleich schloss der Ökonom Anton Brender eine Umschuldung Griechenlands nicht aus. "Es macht durchaus Sinn, Griechenland weiterhin zu unterstützen, auch wenn das Land offensichtlich insolvent ist", schreibt der Chefökonom der Dexia Asset Managment in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt. Denn nur so lasse sich ein starker Anstieg der Kreditkosten für andere Staaten verhindern.

Länder wie Irland und Spanien würden dadurch Zeit gewinnen und könnten zeigen, dass sie ihre Haushalts- und Wachstumsprobleme überwinden könnten. "Bis 2013 sollte klar erkennbar sein, dass diese beiden Länder mit ihrer stärkeren Exportkraft ihre öffentlichen Haushalte wieder in Ordnung bringen und zugleich ein solides Wachstum erwirtschaften können", schreibt Brender. Die Politik müsse den Steuerzahlern klarmachen, dass die Rechnung ohne weitere Hilfen für Griechenland noch höher ausfallen würde. Es gehe darum, ein Auseinanderbrechen der Währungsunion abzuwenden.

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Den vollständigen Gastbeitrag finden Sie in der Montags-Ausgabe vom Handelsblatt.

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.
Torsten Riecke
Handelsblatt / International Correspondent

Kommentare zu " Ökonom Brender: „Eine Umschuldung darf nicht zu früh kommen“"

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  • Auch Spekulanten bekommen im HB Gelegenheit, ihre Meinung zu äußern. Wenn Belgien und Italien beim IWF und dem Rettungsschirmverleih anklopfen, werden auch solche Annahmen Makulatur sein.

  • Bei einer Verschuldung von 350 Mrd. € und Staatsbetrieben im Wert von 300 Md. € hätten die Griechen bei den momentan geplanten Einsparungen von 50 Md. € nach der Privatisierung keine Zinszahlungen mehr, wären Schuldenfrei und könnten ihren Ausgabenüberschuss durch Zinsminderaufwendungen ausgleichen. Wozu umschulden? EZB, EU und Deutschland sollten billig die griechischen Anleihen kaufen (z.Zt. zu max. 50%) und den Griechen (auch für die jahrelang bewussten Manipulationen an den Zahlen) mal richtig den Weg weisen - dann wären die 350 Mrd Schulden, welche für ca. 170 Mrd € momentan gehandelt werden durch Privatisierungen zum Nennwert rückzahlbar und würden EU, EZB und Deutschland einen Mehrertrag von 180 Mrd. € bringen - die Neuverschuldung Deutschlands der nächsten Jahre wäre ausgeglichen...

  • Natürlich darf eine Umschuldung nicht zu früh kommen, denn die Inhaber von Staatsanleihen der Pleite-Kandidaten haben ihre Bilanzen noch nicht ganz von dem Schrott gesäubert. Lange Zeit haben sich die Banken mit solchen Papieren eingedeckt, weil die Renditen hoch waren und es nach ewigen Rettungspaketen aussah. Nun, wo absehbar dem Steuerzahler der Geduldsfaden reisst, muss der Schrott zügig bei der EZB abgeladen werden. Das dauert. Eine Pleite Griechenlands käme im Moment noch ungelegen, vor allem für die Franzmänner, die anscheinen noch besonders viel von dem Zeug haben (in Paris pokert man eben besonders gerne).....

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