Ökonom Fuest Schäuble-Berater erwartet Schuldenschnitt Griechenlands

Griechenlands Schuldenproblem wird wohl nicht ohne einen Forderungsverzicht seiner Gläubiger gelöst werden können, meint ein Berater von Finanzminister Schäuble. Banken sehen diesen Fall gelassen.
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Griechenland-Flagge. Quelle: Reuters

Griechenland-Flagge.

(Foto: Reuters)

"Man muss die Realitäten anerkennen, ich rechne mit einem Schuldenschnitt", sagte das Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministeriums, Clemens Fuest, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters in Berlin. Der Anteil der Steuereinnahmen, den das Land für seinen Schuldendienst ausgeben müsse, sei zu hoch: "Das macht Griechenland kaputt."

Die EU-Kommission dementierte eine bevorstehende Umstrukturierung der griechischen Staatsschulden. "Wir weisen das entschieden zurück", sagte eine Sprecherin der EU-Kommission am Dienstag in Brüssel der Nachrichtenagentur Reuters. Die griechische Tageszeitung "Eleftherotypia" zitierte einen ranghohen Vertreter der EU-Kommission damit, dass eine Umschuldung in Griechenland nur noch eine Frage der Zeit sei. Die griechische Regierung habe dies erkannt und akzeptiere eine sanfte Restrukturierung der Staatsschulden.

"Eine solche Äußerung kann nicht korrekt sein angesichts dessen, dass es solche Diskussionen zwischen der EU und der griechischen Regierung überhaupt nicht gibt", ergänzte die Kommissionssprecherin. Auch die griechische Regierung hat Vermutungen über einen Schuldenschnitt bisher stets widersprochen.

Nach Informationen von Reuters rechnen auch maßgebliche Teile der Bundesregierung mittlerweile mit einem baldigen Schuldenschnitt. Die Zeitung "Die Welt" zitierte am Dienstag einen ungenannten griechischen Minister mit den Worten, eine Umschuldung sei nur noch eine Frage der Zeit. Dagegen stemmen sich vor allem EZB-Vertreter, die vor massiven Folgen für die Gläubiger-Banken und einem Dominoeffekt in der EU warnen.

"Wenn ein Land mit Steuereinnahmen von 20 Prozent seiner Wirtschaftskraft die Hälfte davon für Zinsen ausgeben muss, ist das nicht zu machen", warnte Fuest. Die sozialpolitischen Folgen eines solchen Kurses seien ernst. "Niemand kann ausschließen, dass es irgendwann zu politischen Veränderungen kommt und eine neue Regierung sagt: "Wir kürzen nicht mehr'."

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10 Kommentare zu "Ökonom Fuest: Schäuble-Berater erwartet Schuldenschnitt Griechenlands"

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  • Dass die Banken das gelassen sehen, kann ich verstehen.
    Die wissen doch genau, wenn es hakt, fährt ihnen Merkel wieder ne Schubkarre Geld vor die Tür.
    Dieses Land ist mittlerweile verfault bis in die tiefsten Wurzeln.
    Politiker ohne jeden Verstand und Verantwortungsbewußtsein fürs eigene Land reißen unser Land in den Abgrund.
    Als Dank dafür dürfend ie dann noch bis sie endlich sterben finanzieren.
    Sie wissen doch genau, ihnen kann nichts passieren, denn noch geht in Deutschland niemand auf die Straße

  • Volle Zustimmung. Junckers Ansichten über Demokratie sind ja bekannt:
    „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”
    (Jean-Claude Juncker erklärt seinen EU-Kollegen die Demokratie - SPIEGEL 52/1999

    Für mich ist Brüssel eine Bande von Kriminellen

  • Nur müssen Sie jemanden finden, der diese "Werte" kaufen will, kann und darf. Die LeopardII-Panzer z. B. dürfen gar nicht an die verkauft werden, die sie gern haben wollen und wenn eine Wirtschaft kollabiert, weil schlichtweg keine Erträge erwirtschaftete werden, so benötigt sie auch keine neuen Gewerbeflächen, Flug- und sonstige Häfen! Man wäre in Athen, Brüssel und Frankfurt sicher serh dankbar, wenn Sie entsprechende konkrete Pläne für Verwertungen vorlegen könnten, die tatsächlich eine effektive Schuldenminderung der griechischen Nationalökonomie nach sich ziehen würde, man wird Sie gern mit der höchsten griechischen Staatsauszeichnung dekorieren...

  • Ackermann und Co. können das natürlich locker sehen. Gegen Peanuts in der Parteienfinanzierung werden Billionen für die Banken locker gemacht. Besser können sich Investments nichr rechnen! Ban(d/k)enrepublik Deutschland!!!

  • Der Herr Fuest paßt wohl eher an einen Stammtisch. Wenn er schon Griechenland mit einem Unternehmen vergleicht, dann müßte er auch berücksichtigen, dass Griechenland über werthaltige Assets verfügt, wie etwa die überdiemensionierte Panzerflotte (Niederlande verkaufen gerade ihre), flughäfen, häfen, Straßen, Grundstücke, Beteiligungen an börsennotierten Konzernen usw.

    Bevor das nicht zu Geld gemacht worden ist, kann es keinen haircut geben. Würde man das zulassen, wäre das ein Signal das alle Schuldnerstaaten so weiter machen können wir zuvor.

    Zudem hieße das, Herr Fuest würde offen einen Rechtsbruch befürworten, denn Griechenland hat vertragliche Verpflichtungen gegenüber den Gläubigern.

    Solange Griechenland über werthaltige Assets verfügt, kann und darf ein Rechtsstaat nicht der Schuldnerwillkür Vorschub leisten. Deswegen geht auch der Vergleich mit einem Unternehmen fehl. Denn können sich die Gläubiger darauf verlassen, dass eine Insolvenzverwalter versucht, ihre Schulden soweit wie möglich durch Verwertung zu bedienen.

  • Jeder mit einem Funken Verstand hat das auch schon vor einem Jahr gesehen. Schäuble, Merkel und alle Bundestagsabgeordneten, die für die damaligen Milliardenhilfen gestimmt haben, müssen persönlich dafür haftbar gemacht werden und zur Verantwortung gezogen werden !

  • "... akzeptiert eine sanfte Restrukturierung..."

    Klingt doch wirklich nett! So schön kann Politik sein.
    ... und die Lemminge laufen weiter. (Niemand hat die Absicht, einen Abgrund zu sehen.)

  • Eine Umschuldung Griechendlands muß auch und bei Lichte betrachtet zuerst als ein maßgebliches Versagen der Brüsseler Ideologenbande und der von Junckers geführten "EURO-Gruppe" angesehen werden. Diese "Gemeinschaft" stellt nichts anderes dar, als einen verwahrlosten Haufen sittenloser Halsabschneider, der den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen versucht und ständig und planlos nach neuen Methoden sucht, Dumme und Wehrlose zu finden, die das von ökonomischen Laien und Polit-Hassardeuren in dümmlichem Größenwahn angerichtete Chaos bezahlen sollen. Klug waren die, die sich diesem Sauhaufen in all seinen Schattierungen nicht oder nur teilweise angeschlossen haben - das ist die einzigen richtige politische und historische Lehre, die daraus gezogen werden kann und darf!

  • Die Banken haben ihren Griechenland-Schrott ja schon lange der EZB übergeben. Die Bevölkerung hat ihr Geld schon in Sicherheit gebracht.
    Die "Umschuldung" kann beginnen.....
    Dann gehts mit anderen Ländern weiter....
    Wenn die USA denen nicht noch zuvorkommt ;-)
    Der weltweite Finanzchrash ist bewusst gemacht - geplant !
    Wem das immer noch nicht klar sein sollte....

  • "Genau, dann gibt es nur einen Einzigen , der Griechenland noch Geld leiht,
    nämlich Schäuble = Deutscher Steuerzahler.

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