Ökonom Paul Krugman „9/11 wurde zum Anlass, sich zu schämen“

Paul Krugman ist Ökonom, Nobelpreisträger – und neuerdings ein Verräter. Er schrieb in der „New York Times“ über den 11. September, jetzt fällt das Internet über ihn her. Donald Rumsfeld kündigte angeekelt sein Abo.
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Paul Krugman hat den amerikanischen Patriotismus ins Herz getroffen und stellt die Toleranz der Konservativen auf eine harte Probe. Quelle: dpa

Paul Krugman hat den amerikanischen Patriotismus ins Herz getroffen und stellt die Toleranz der Konservativen auf eine harte Probe.

(Foto: dpa)

WashingtonLeise Töne sind nicht die Sache von Paul Krugman. Niemand ist vor dem meinungsstarken Ökonom sicher, und eine seiner beliebtesten Waffen ist seine Kolumne in der „New York Times“. Auch die Europäer bekommen immer wieder ihr Fett weg. Diejenigen in der Europäischen Zentralbank, die gegen den Kauf von Staatsanleihen sind, beschimpfte Krugman als „Moralapostel“. Ende 2008 schrieb er sich über Angela Merkel  in Rage und nannte sie „Madam Nein“. 

Jetzt hat Krugman wieder zugeschlagen. In seiner Kolumne, die am Jahrestag der Anschläge vom 11. September erschien, greift der liberale Ökonom die damalige Bush-Regierung scharf an. Gewiss nicht zum ersten Mal, aber diesmal besonders provokant. Er löste damit eine Welle der Empörung aus, die an die Hatz auf Bush-Kritiker wie den Regisseur Michael Moore oder die Band Dixie Chicks vor ein paar Jahren erinnert. 

„Was nach 9/11 geschah – und ich denke selbst die Leute im rechten Spektrum wissen das, ob sie es zugeben oder nicht – war zutiefst beschämend“, schreibt Krugman. Es hätte ein vereinender Moment sein können, doch der Terrorakt habe einen Keil in die Gesellschaft getrieben. „Falsche Helden“ wie New Yorks Bürgermeister Rudy Giuliani oder George W. Bush hätten persönliches Kapital aus der Krise geschlagen. „Und dann wurden die Anschläge auch noch dazu benutzt, einen Krieg ohne jede Verbindung zu rechtfertigen, den die Neokonservativen wollten“. Der Text schließt mit dem Satz: „Das Gedenken an 9/11 wurde unumkehrbar vergiftet. Es wurde zu einem Anlass, sich zu schämen. Und in ihrem Herzen weiß das die Nation“.

Eine Provokation, allein schon wegen des Erscheinungsdatums. Jenem vergangenen Sonntag, als die Nation noch einmal im Patriotismus-Taumel schwelgte und nur die Helden von vor zehn Jahren sehen wollte.

So war die Patriotismus-Polizei sofort zur Stelle. Einer der ersten, die über Krugman herfielen, war Ex-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Er twitterte, der Text sei „ekelhaft“. Deshalb werde er sofort sein Abonnement der „New York Times“ kündigen.

"Verachtung gegenüber seinen Landsleuten"
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10 Kommentare zu "Ökonom Paul Krugman: „9/11 wurde zum Anlass, sich zu schämen“"

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  • see also:
    http://www.bloomberg.com/news/2011-09-08/reckless-dumb-and-scared-growing-up-in-dysfunction-post-9-11-ezra-klein.html

  • .
    richtig,
    wenn man schon Verbrechen begeht, dann bitte solche mit nicht so viel Schutt und Asche.


    Asche, Asche ist schnell weggekehrt, wie vor einigen Jahren, aber bitte keinen Schutt, für den muß man nämlich selbst arbeiten.
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  • Wer am Ground Zero war und die ungeheure Zerstörung, die dort an nine-eleven stattgefunden hat, mit eigenen Augen gesehen hat- wer die unendliche Verletzheit und Trauer angesichts der Tragödie der ansonsten so coolen und selbstbewußten New Yorker kennengelernt hat- und wer die so menschliche Wut der Menschen, die ihre Toten beklagen, an sich ran läßt, kann gar nicht anders, als mitfühlend den Amerikanern zur Seite stehen. In der Hoffnung, das ein derariges Verbrechen nie, nie, nie bei uns geschehen möge.

  • .
    Ich möchte garnicht wissen, was das für die deutsche und französische Autoindustrie alles bedeutet, mittel bis langfristig. Aber ihr habt euch selbst für den Weg entschieden. Selbst 10 Jahre danach wird er immer noch beschritten.
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  • Ist er ja quasi. Da Obama von Wirtschaftpolitik rein gar nichst versteht und sich auf seinen "Buddy" Krugman verlässt, sehen Sie derzeit, wie der Krugman'sche "Markt-Keynesianismus" die USA völlig zugrunde richtet!

  • Zum erstem Mal bin ich mit Herrn Krugman eine Meinung!

    Vielleicht sollte er öfter solche Beiträge liefern und wirtschaftlichen Ratschlag anderen überlassen, die davon mehr Ahnung haben. Das wäre sicherlich besserr für die USA, solange Marionetten wie Obama auf ihn hören.



  • Eindeutig ein erster schwerer Anfall von Alters-Klarsicht. Bin gespannt, ob sich diese Entwicklung manifestiert. Wir dürfen weiter Hoffen.

  • KRugmann hat ja Recht, bloss hat er nicht klar genug gesagt warum, er hat es ganz "verklausuliert"

    Bush und Rumsfeld haben es entweder zugelassen oder INITIERT, daß die DREI (!) Gebäude GESPRENGT wurden. Die Flugzeuge waren nur Show, gefallen sind die Gebäude durch Sprengstoff, auch das Gebäude WTC7 - ohne Flugzeug, in wenigen Sekunden.

    Schaut euch die Videos an - GANZ KLAR EINE SPRENGUNG !

  • Egal wie verabscheuungswürdig die Anschläge 9/11 auch gewesen sein mögen, hat H. Krugman recht. Es wurde zum Anlass genommen das die USA sich aufgemacht haben um die Welt zu "befreien" (wieder einmal).
    Und wie sah diese Befreiung aus.... Tausende sind dabei umgekommen, zumeist unschuldige Männer, Frauen, Kinder (mal von den eigenen Soldaten abgesehen die in einem Plastiksack oder verkrüppelt nach Hause kamen). Und wofür das alles ?? Für die Freiheit ?? Von wem ?? Welche Freiheit haben sie denn den Ländern gebracht in die sie einmarschiert sind ? Das einzige was sie sehr anschaulich dargestellt haben ist, das sie sich genauso einen Dreck um bestehende Rechte und Gesetze kümmern (Menschenrechte, Haager Landkriegsordnung, etc..) wie die die sie so energisch vertreiben wollten. Die wahren Absichten dahinter darf niemand erfahren.
    Und das amerikanische Volk ergeht sich weiterhin (größtenteils) in seinen ultranationalistischen Ergüssen.

  • Krugman for President !!!

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