Ökonomen warnen vor übereilter Freigabe des Yuan
USA sind über Chinas Wechselkurs-Politik verärgert

Die USA steuern auf einen offenen Handelskonflikt mit China zu. Die Regierung in Washington hat ihren Ton in den vergangenen Tagen deutlich verschärft, der Senat hat sich mehrheitlich bereits für Handelssanktionen ausgesprochen.

NEW YORK. Grund dafür ist das riesige Handelsdefizit mit China, für das die Amerikaner vor allem den künstlich niedrig gehaltenen Wechselkurs der chinesischen Währung Yuan verantwortlich machen. Während die US-Administration auf eine zügige Aufwertung des Yuan drängt, warnen Ökonomen jedoch vor übereilten Schritten.

Für US-Präsident Bush bedeutet der Handelsstreit eine erneute Kehrtwende seiner China-Politik. Hatte Bush das Reich der Mitte bei seinem Amtsantritt 2001 zunächst als „strategischen Konkurrenten“ bezeichnet, umwarb er die Chinesen danach als Partner im Kampf gegen den Terror und als Verbündeter, um das Regime in Nordkorea in Schach zu halten. Die Handelsstreitigkeiten sollten mit den Mitteln der „leisen Diplomatie“ beigelegt werden.

Nachdem sich China jedoch in den vergangenen Jahren keinen Schritt bewegt hat, sind die Amerikaner mit ihrer Geduld offenbar am Ende. So forderte US-Finanzminister John Snow China auf der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf, seine Währung jetzt endlich von der Leine zu lassen. Der nominierte Handelsbeauftragte Rob Portman sagte bei einer Anhörung im Kongress: „Wir müssen eine härtere Gangart wählen“.

Der Yuan wird mit Deviseninterventionen der chinesischen Notenbank künstlich in einem festen Wechselkurs zum Dollar gehalten und hat sich trotz der massiven Abwertung des Greenback gegenüber anderen Währungen kaum bewegt. Dadurch haben die ohnehin preisgünstigen Produkte aus China noch einen zusätzlichen Währungsvorteil. Mit diesem Rückenwind haben die Chinesen dazu beigetragen, dass sich das Handelsbilanzdefizit der USA im vergangenen Jahr auf 617 Mrd. Dollar oder 6,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes vergrößert hat. Ein Viertel des Defizits resultiert aus dem Handel mit China. Zusätzlich geschürt wird der Unmut in Amerika durch die Produktpiraterie der Chinesen, die schätzungsweise jährlich einen Schaden von 200 Mrd. Dollar in den USA anrichtet.

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