Ökonomen zeigen Optimismus
Gute Daten helfen de Villepin

Wenn die Experten des französischen Statistik-Amtes Insee Recht haben, bekommt Frankreichs Premierminister Dominique de Villepin im kommenden Jahr 2006 erstklassige Wahlkampfhilfe vom Arbeitsmarkt.

PARIS. Frankreichs Regierungschef Dominique de Villepin hat sich zwar noch nicht offen geäußert, doch gilt als sicher, dass er Ambitionen hat, 2007 Staatspräsident zu werden. Vor diesem Hintergrund macht die positiven Arbeitsmarkt-Schätzung des Statistik-Amtes de Villepin Mut. Die Experten erwarten, dass im Jahr 2006 die Arbeitslosen-Quote in Frankreich von derzeit 9,5 weiter bis auf 9,2 Prozent im Juni fallen wird.

Insgesamt sind Ökonomen für Frankreichs Wirtschaftsaussichten für das kommende Jahr verhalten optimistisch gestimmt. Die OECD rechnet im neuen Jahr mit einem Wachstum von 2,1 Prozent, auch die Statistiker vom Insee halten ein Wachstum von „oberhalb zwei Prozent“ für möglich. 2005 dürfte das Wachstum nur 1,6 Prozent betragen haben. Ökonomen bezweifeln jedoch die Nachhaltigkeit des französische Jobwunders.

Die Insee-Experten begründen ihren Optimismus für den Arbeitsmarkt vor allem mit der wirtschaftlichen Belebung im zweiten Halbjahr 2005. Sie dürfte dazu führen, dass Frankreichs Unternehmen im kommenden Jahr wieder Leute einstellen. Der Prognose zufolge entstehen in der ersten Jahreshälfte 2006 rund 30 000 neue Jobs in der privaten Wirtschaft. Ein Großteil des französischen Jobwunders beruht indes auf der Arbeitsmarktpolitik und den Neueinstellungen des Staates: Zusammen werden durch sie rund 60 000 Jobs im ersten Halbjahr 2006 geschaffen.

Die Insee-Experten bauen darauf, dass durch die Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt in Kombination mit der sich abzeichnenden Beruhigung bei den Energiepreisen Frankreichs Verbraucher mehr Geld für den Konsum haben werden. Die Binnennachfrage wird daher – wie schon im Vorjahr – die tragende Säule der französischen Wirtschaft sein.

Angesichts des doch etwas künstlichen Charakters dieses Jobwunders zweifeln einige Ökonomen an der Perspektive, dass Frankreichs Wirtschaft 2006 über zwei Prozent wachsen kann. Vor dem Hintergrund der schlechten Stimmungswerte in der französischen Industrie sind die Experten der Investmentbank Ixis zum Beispiel deutlich skeptischer bei ihrer Prognose der Zahl neuer Jobs, die 2006 entstehen.

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