Die Beschlüsse des Euro-Gipfels stießen bei Politik und Banken auf Zustimmung. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann äußerte sich zufrieden über den Schuldenerlass für Griechenland. Im Interesse Europas sei ein befriedigendes Ergebnis erzielt worden. Ackermann ist Präsident des Internationalen Bankenverbandes IIF. Dessen Geschäftsführer Charles Dallara hatte die Verhandlungen in Brüssel geführt und erklärte anschließend, der Verband begrüße die Ankündigung der Euro-Staaten, das Bankensystem zu stärken und die griechischen Reformanstrengungen zu unterstützen.
Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou sagte, mit diesen Plänen sei die Schuldenlast tragfähig für sein Land. Die IWF-Vorsitzende Christine Lagarde sagte, sie werde dem Direktorium des Währungsfonds nun die Freigabe der nächsten Hilfszahlung für Griechenland empfehlen. Weltbankpräsident Robert Zoellick sagte, mit den Brüsseler Beschlüssen habe man Zeit gewonnen. Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Staatschef Nicols Sarkozy zeigten sich zufrieden mit dem Gipfel. Merkel sagte am frühen Morgen in Brüssel, man habe das Richtige für die Eurozone getan. Sarkozy betonte, alle Staaten hätten auf mutige Entscheidungen gewartet.
Regierungschef Silvio Berlusconi kämpft um sein politisches Überleben. Nach unbestätigten Medienberichten soll er seinen baldigen Rückzug. Der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso, und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy erwarten verbindliche Zusagen für den Abbau der horrenden italienischen Staatsschulden.
Ein halbes Jahr vor der Präsidentschaftswahl 2012 ist die Krise für Staatschef Nicolas Sarkozy eine schwere Belastung. Mehr als die Hälfte der Franzosen hat starke Zweifel am Kurs des 56-Jährigen.
Die Krise dürfte zu einem Machtwechsel führen. Bei den vorgezogenen Wahlen am 20. November droht den regierenden Sozialisten ein Debakel. Die Konservativen können auf eine absolute Mehrheit hoffen.
Die sozialistische Regierung von José Sócrates ist angesichts der schweren Wirtschaftskrise im Juni abgewählt worden. Auch die neue liberal-konservative Regierung unter Ministerpräsident Pedro Passos Coelho steht schon mächtig unter Druck. Kritiker werfen ihr vor, bei den Sanierungsmaßnahmen den Bogen zu überspannen.
Die Bankenrettung von 2008 hat Großbritannien in eine schwere Schuldenkrise gestürzt. Premierminister David Cameron reagierte mit einer massiven Sparpolitik. Unter anderem opferte er zehntausende Jobs. Gewerkschaften und Opposition laufen Sturm.
In Irland hat die Schuldenkrise im vorigen Jahr Premierminister Brian Cowen das Amt gekostet. Mit seinem Finanzminister Brian Lenihan drückte er aber noch einen Sparhaushalt durch. Der neue Premier Enda Kenny hält den Sparkurs strikt ein.
Die Eurokrise hat den Rechtspopulisten („Wahre Finnen“) einen strahlenden Wahlsieg beschert: Sie konnten im April ihren Stimmenanteil auf fast 20 Prozent vervierfachen.
Der Streit um die Euro-Rettung hat einen innenpolitischen Scherbenhaufen hinterlassen. Die christlich-liberale Premierministerin Iveta Radicova hatte die erste Parlamentsabstimmung am 11. Oktober über eine Ausweitung des EFSF mit der Vertrauensfrage verknüpft und verloren.
Die Regierung ist gestürzt, weil sie die rasant steigende Verschuldung nicht eindämmen konnte. Am 4. Dezember soll neu gewählt werden.
Die bürgerliche Regierung hat wegen der Krise stetig an Popularität eingebüßt. Die 2012 anstehende Parlamentswahl dürfte sie verlieren. Wahlkampfgeschenke soll es angeblich keine geben, stattdessen aber weitere Sparmaßnahmen.
Deutsche-Bank-Analyst Nicolaus Heinen fürchtet, dass die Beschlüsse am Ende als Mogelpackung gesehen werden könnten. Auch, wenn immer wieder betont werde, dass die Freiwilligkeit der Gläubigerbeteiligung im Falle Griechenlands ein Einzelfall sei, liege nahe, dass sich Ähnliches bei anderen Ländern wiederholen könnte. „Problematisch ist, dass der Hebel der EFSF als eine Art Kreditausfallsversicherung gestaltet ist“, warnte Heinen. „Diese greift jedoch nicht bei einer freiwilligen Gläubigerbeteiligung.“ Inwiefern dies tatsächlich für Vertrauen sorgen solle, bleibe daher fraglich.
Als „sicherlich ehrenwert“ bezeichnete Heinen, dass ein Großteil der Gipfel-Abschlusserklärung neue Möglichkeiten der wirtschaftspolitischen Koordinierung zwischen den Euro-Ländern behandle. Doch gleichzeitig behandele das Dokument Italien in mehreren Absätzen ausführlich - eine Folge des immensen Drucks der Staats- und Regierungschefs auf Premier Silvio Berlusconi. Das zeige, dass die neuen wirtschaftspolitischen Steuerungsinstrumente, wenn hart auf hart komme, wohl „noch immer keinen Biss haben“. Nationale Politik bewege sich weiterhin „nur über bilateralen Druck, der natürlich über Ratings und Markteinschätzungen verstärkt wird“, so Heinen.
Vor verfrühter Euphorie warnt auch der Chefvolkswirt der Schweizer Privatbank Julius Bär, Janwillem Acket. „Die Euro-Zone bleibt eine Riesenbaustelle, an der an vielen Ecken und Enden noch gewerkelt werden muss. Die Lage bleibt ernst“, sagt Acket in einer ersten Analyse der Gipfelbeschlüsse. Si liege der Schuldenschnitt von 50 Prozent für Griechenland eher an der unteren Grenze. „Wir haben eher für 70 Prozent plädiert“, sagte der Ökonom. Entsprechend sei die Rekapitalisierung der Banken mit 106 Milliarden eher niedrig gehalten. Beides hänge zusammen.
Das Geld für die Rekapitalisierung solle von privaten Geldgebern kommen, erläuterte Julius-Bär-Chefökonom Acket weiter. „Das heißt im Grund genommen, dass einige Banken im kommenden Jahr auf Dividenden verzichten müssen.“ Auch könnte das nach Ackets Einschätzung zu Fusionen und Zusammenschlüssen führen. „Beides ist bei den Banken sehr unbeliebt“, gibt er zu bedenken. Allerdings habe sich die deutsche Linie hier durchgesetzt. Das bedeute, dass nicht die EZB die Banken heraushauen müsse, sondern zuerst private Geldgeber und danach die Nationalstaaten in der Pflicht seien.
Die Politiker der Eurozone sorgen mit ihren Plänen für eine Stabilisierung der europäischen Banken für heftigen Widerstand. Vor allem die höheren Eigenkapitalforderungen rufen Empörung hervor. Dies sind die fünf wichtigsten Positionen der Politik:
Nicht nur Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist der Meinung, dass der Steuerzahler schon genug für die Folgen der ersten Finanzkrise bezahlt hat. Auch die Kanzlerin betonte in ihrer letzten Regierungserklärung, dass die Risiken bei der Euro-Krise fair verteilt werden müssten. Ein „substanzieller Beitrag“ des Privatsektors sei deshalb „unverzichtbar“, forderte Schäuble in seinem letzten Brief an die Finanzminister der Euro-Zone. Damit adressiert die Bundesregierung vor allem Banken, Versicherungen und Fonds. Auch die Opposition teilt die Ansicht, dass dem Steuerzahler nicht erneut die ganze Last einer Finanzkrise aufgebürdet werden dürfe. Nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers hatte die Bundesregierung 2008 einen Bankenrettungsfonds von 480 Milliarden Euro aufgelegt. Der größte Teil besteht aus kostenpflichtigen Bürgschaften. Experten wie der Finanzwissenschaftler Christoph Kaserer von der TU München sehen einen Schaden von 25 bis 50 Milliarden Euro zulasten des Steuerzahlers - je nach Höhe der Abschreibungen. Hinzu kommen rund 80 Milliarden Euro für Konjunkturprogramme.
Die von den Banken geforderte Garantie für alle Euro-Staatsanleihen in Form eines Super-Rettungsschirms lehnt die Bundesregierung ebenso ab wie die Einführung von Euro-Bonds. Weder eine Vergemeinschaftung der Zinsrisiken noch eine Art Ausfallfonds mit 1,5 bis zwei Billionen Euro Volumen sei mit dem Bundesverfassungsgericht zu machen, lautet das Argument der Politik. In der Tat haben die Karlsruher Richter der Bundesregierung enge Grenzen für die Übernahme von Finanzrisiken anderer Staaten gesetzt. In ihrem Urteil vom 7. September mahnten sie, es dürften „keine dauerhaften völkervertragsrechtlichen Mechanismen begründet werden, die auf eine Haftungsübernahme für die Willensentscheidungen anderer Staaten hinauslaufen, vor allem wenn sie mit schwer kalkulierbaren Folgewirkungen verbunden sind“. Diese Urteilspassage gilt als extreme Hürde, wenn über eine Ausweitung des Rettungsschirms oder die Einführung von Euro-Bonds gesprochen wird. Ohne finanzielle Mitwirkung Deutschlands aber, so viel ist allen Euro-Ländern klar, wäre eine Lösung der Krise zum Scheitern verurteilt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wollen das Griechenland-Problem nicht länger mit neuen Rettungspaketen in Schach halten, sondern im nächsten Jahr lösen. Und das, betonte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Mittwochabend, gehe nur mit einem Schuldenerlass. „Wenn die griechischen Schulden nicht tragfähig sind, und einiges spricht dafür, dass sie es nicht sind, dann müssen sie so reduziert werden, dass sie tragfähig werden“, sagte er. An dem Schuldenschnitt will Schäuble die Privatgläubiger beteiligen. „Darüber verhandeln wir auf europäischer Ebene“, bestätigte der FDP-Finanzexperte Volker Wissing. Die Sorge dabei ist, dass ein Schuldenerlass viele Banken in Europa ins Wanken bringen könnte. Um dies zu vermeiden, sollen sie ihr Eigenkapital stärken, notfalls mit Staatshilfe. Unter dem Strich - diese Überzeugung ist bei den Politikern in den letzten Monaten gewachsen - ist dies billiger, als immer neue Euro-Rettungsschirme aufzuspannen. Wenn der Brandherd Griechenland gelöscht ist, so die Hoffnung, werden sich die Märkte endlich beruhigen.
Bei der Bankenkapitalisierung geht es der Bundesregierung nicht allein um Griechenland. „Wir wollen sicherstellen, dass alle systemrelevanten Institute ausreichend mit Kapital ausgestattet werden“, sagte Finanzminister Wolfgang Schäuble - und zwar für alle Eventualitäten. Dass die Banken Staatsanleihen noch immer überhaupt nicht mit Eigenkapital unterlegen, ärgert die Finanzpolitiker der Koalition. „Auch Staatsanleihen brauchen einen Eigenkapitalpuffer, wenn es zu Erschütterungen kommt“, sagt Unionsfraktionsvize Michael Meister. Dass nicht alle Staatsanleihen sichere Anleihen sind, wird schließlich bereits seit dem Jahreswechsel 2008/2009 diskutiert. Als der Internationale Währungsfonds (IWF) vor seiner Jahrestagung Ende September in Washington die Eigenkapitalschwäche der europäischen Banken anprangerte, wiesen die EU-Regierungen die Kritik reflexartig zurück. In Washington aber überzeugte US-Finanzminister Timothy Geithner seine Kollegen dann offensichtlich doch, dass die USA bei der Bankenstabilisierung 2008 erfolgreich waren - und die Europäer viel zu zaghaft.
Ausgangspunkt der Krise sind aus Sicht der Politik Übertreibungen an den Finanzmärkten: Wenn sich die dortigen Akteure mit ihren Spekulationsgeschäften nicht so weit von der Realwirtschaft entfernt hätten, wäre es nicht zu der Finanzkrise, dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers, der Weltrezession 2009 und explodierenden Staatsschulden durch Konjunkturprogramme gekommen. Deren Kosten kämen schließlich zu den alten Schulden noch hinzu. Um die Finanzmärkte an den Kosten zu beteiligen, wollen Deutschland und Frankreich eine Finanztransaktionssteuer durchsetzen - wenn es nach Finanzminister Wolfgang Schäuble ginge, auch allein in der Euro-Zone, falls sich die Briten weiter gegen das Vorhaben stemmen. Die Steuer soll alle Transaktionen mit einem Kleinststeuersatz belegen. Wenn so auch noch die enorme Geschwindigkeit im Computerhandel gebremst würde, wäre das Schäuble gerade recht. Einer ähnlichen Logik folgt die inzwischen in vielen Ländern eingeführte Bankenabgabe: Sie soll einen Fonds speisen, der bei künftigen Bankenzusammenbrüchen den Steuerzahler entlastet.
Die Spitzenvertreter der deutschen Banken haben sich in einem Brandbrief an Finanzminister Wolfgang Schäuble zur Wehr gesetzt. Sie fühlen sich von der Politik ungerecht behandelt. Dies sind ihre wichtigsten Argumente:
Die Kreditwirtschaft fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Nicht die Banken sind nach Auffassung der Branche für die gegenwärtige Krise verantwortlich, sondern die überschuldeten Staaten. Das Hauptproblem sei, dass Staatsanleihen nicht mehr als sichere Geldanlage gelten. Dieses Problem werde aber nicht dadurch gelöst, dass die Politik den Banken nun höhere Eigenkapitalquoten abverlange. Stattdessen müssten die Krisenländer der Euro-Zone endlich ihre Haushaltsprobleme lösen und das Vertrauen in die Solidität ihrer Finanzen wiederherstellen, argumentiert die Finanzindustrie. In der jetzigen Situation könnte sich eine Rekapitalisierung von Banken durch Länder als wundersame Geldvermehrung darstellen. Ein Schuldner, dessen Bonität schlecht geworden ist, leiht seinem Gläubiger Geld, damit der ihm das Geld zurückgibt. Mit anderen Worten: Die angedachte Rekapitalisierung ist kontraproduktiv, weil die Mittel nicht von privaten Investoren kommen, sondern am Ende von den Staaten selbst aufzubringen wären. Das dürfte die Schuldensituation einzelner Länder verschärfen.
Die Finanzindustrie ist gerade damit beschäftigt, sich für die neuen Kapitalanforderungen nach dem Regelwerk Basel III fit zu machen, um widerstandsfähiger gegen künftige Krisen zu werden. Werden die Eigenkapitalanforderungen jetzt noch weiter hochgeschraubt, dürfte sich das allmählich auf ihre ureigenste Aufgabe auswirken: die Wirtschaft mit Krediten zu versorgen. Noch bestehe kein Anlass für eine restriktivere Kreditvergabe an die Unternehmen, sagt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Es sei aber eine andere Frage, ob die Banken diese Finanzierung auch in Zukunft sicherstellen können oder ob sie hier nicht durch mögliche Schuldenschnitte und die regulatorischen Auflagen zu „Restriktionen praktisch gezwungen werden“. Laut Monatsbericht der Europäischen Zentralbank (EZB) ist die Nettokreditnachfrage der Unternehmen im dritten Quartal um acht Prozent gesunken und damit erstmals seit dem zweiten Quartal 2010 rückläufig. Sollte die Wirtschaft im letzten Vierteljahr noch weniger Kredite nachfragen, dürfte das Wirtschaftswachstum am Ende weiter gebremst werden.
Die europäische Bankenaufsicht Eba operiert bei ihren Stresstestszenarien freihändig mit Eigenkapitalanforderungen. Sie geht mit ihrer voraussichtlichen Kernkapitalquote von neun Prozent weit über die Anforderungen der Baseler Aufseher hinaus. Außerdem lässt sie mit einem „Blitz-Stresstest“ keinen Raum für Übergangsfristen. Schon beim letzten Stresstest echauffierte sich Deutschlands oberster Bankenaufseher Jochen Sanio, dass die Eba „ohne jede gesetzliche Zuständigkeit, geschweige denn Legitimation“, eine neue Eigenkapitaldefinition entwickelte, die sowohl die geltende Rechtslage als auch die vom Baseler Ausschuss konzedierten Übergangsfristen für Basel III einfach ignorierte. Ähnliches droht jetzt beim nächsten Stresstest. Die Bankverbände fordern die Eba daher auf, die Risikotragfähigkeit europäischer Banken auf Basis des derzeit gültigen Eigenkapitalbegriffs zu bewerten: „Es kann nicht im Interesse der Stabilisierung der Finanzmärkte liegen, durch eine künstliche Verschärfung des Eigenkapitalbegriffs eine vermeintliche Schwäche der europäischen Kreditwirtschaft zu fingieren.“
Von staatlich verordneten Kapitalspritzen nach US-Vorbild hält die deutsche Kreditwirtschaft nichts. Das stelle einen schwerwiegenden, ordnungspolitisch nicht zu rechtfertigenden Eingriff in die Eigentümerrechte dar. Schwergewichte wie die Deutsche Bank, aber auch die britische HSBC haben deutlich gemacht, dass sie staatliche Finanzspritzen nicht nötig haben und sich auch dagegen wehren würden. In Frankreich gab es die Forderung, dass bei abgestimmten staatlichen Kapitalisierungsmaßnahmen auch die Deutsche Bank eingeschlossen werden müsste. Die französischen Großbanken leiden insbesondere unter höheren Abschreibungen auf griechische Staatsbonds. „Die Deutsche Bank wird alles tun, damit sie auch dieses Mal kein Staatsgeld braucht“, sagt Deutsche-Bank-Chef Ackermann. Klar ist für die deutsche Kreditwirtschaft, dass sie bei Bedarf zunächst aus eigener Kraft versuchen werde, fehlendes Kapital zu mobilisieren. Dafür würde man ausreichend Zeit benötigen. Erst dann sollte der zuständige Staat in die Bresche springen. Und in letzter Konsequenz erst der Rettungsfonds EFSF.
Der Vorschlag von EU-Kommissionschef José Manuel Barroso, auf die Ausschüttung von Dividenden und Boni zu verzichten, um das Eigenkapital zu stärken, ist aus Sicht der Banken kontraproduktiv. Ein solches Verbot mache Banken für Investoren am Kapitalmarkt unattraktiver, kritisierte der Hauptgeschäftsführer des privaten Bankenverbandes, Michael Kemmer. Zudem sei die Streichung der Dividende ein Eingriff in die Geschäftspolitik der Banken und in das Aktienrecht. Damit bestehe die Gefahr, dass am Ende doch die Steuerzahler für Kapitalmaßnahmen herangezogen werden. Andererseits fällt es vielen Banken inzwischen schwer, überhaupt eine Dividende zu zahlen. Milliardenabschreibungen auf Beteiligungen in Ungarn und Rumänien zwingen die österreichische Erste Bank bereits, die Dividende für 2011 zu streichen. Gleichwohl fordert die Europäische Zentralbank die Banken nachdrücklich auf, „alles zu tun, was erforderlich ist, um die Bilanzen zu stärken, Gewinn einzubehalten, Zurückhaltung bei den Bezügen zu gewährleisten und zur weiteren Stärkung auf den Markt zurückzugreifen“.
Danke für die Antwort. Als Argument gegen ein Ausscheiden von Griechenland aus der €-Zone wird immer vorgebracht, daß der € gegen eine neue Drachme drastisch aufwerten würde und so auch die Schuldenlast Griechenlands dramatisch erhöhen würde. M.E. wäre es möglich, für den Wechsel vom € zur Drachme einen Umrechnungskurs festzulegen, der den Schuldenstand Griechenlands in gleicher Höhe wie vorher beläßt. M.E. könnte man den Wechsel vom € zur Drachme so gestalten, daß Griechenland vom Wechsel vom € zur Drachme nur profitieren würde. Der Hinweis auf eine sofort eintretende dramatische Abwertung der neuen Drachme gegenüber dem € mit entsprechender Schuldenerhöhung und weiterer Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit ist deshalb aus meiner Sicht nur ein Totschlagargument, um sich mit dieser Möglichkeit nicht näher befassen zu müssen.
Währungen bzw. die Preise für Währungen dürften für die Preisbildung von Exporten und Importen eigentlich gar keine Rolle spielen, sollten also neutral wirken. Die Wirkung von Veränderungen in den Währungpreisen können die Marktteilnehmer auch dadurch ausschalten, daß sie die Verteuerung von Produkten und Leistungen durch die Erhöhung eines Währungspreises,z.B. des Schweizer Frankens geg. dem €, bei der Preisbildung berücksichtigen, in dem der Preis in Sfr entsprechend reduziert wird. In der Speisekarte in einem Restaurant in der Schweiz waren die Preise sowohl in Sfr als auch in € angeben. Bei der Umrechnung stellte ich fest, daß die €-Preise günstiger waren als nach denm aktuell günstigeren U-Kurs(0,80 Cent geg. akt. 0,90 Cent). Tats. abgerechnet wurden dann die
Sfr-Preise und umgerechnet wurde zum akt. U-Kurs v. 0,90 Cent. Später bestätigte mir dann ein Mitglied des schweiz. Nationalrats, daß ich einen Anspruch darauf habe, die ausgezeichneten €-Preise in Rechnung gestellt zu bekommen. Das es für Währungen eigenständige Preise gibt, ist m.E. absurd. Einem wirtschaftlich erfolgreichem und nur gering verschuldeten Land dürfen keine Nachteile daraus erwachsen, daß der Preis seiner Währung gegenüber anderen Währungspreisen steigt. Die derzeitige Situation bei den Währungen führt dazu, daß die Staaten sich im Wettbewerb darin übertreffen, Ihre Währungen durch Verschuldung(Gelddrucken) und Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit gegenseitig abzuwerten. M.E. muß deshalb weltweit für die Währungen ein einheitlicher Umrechnungskurs eingeführt werden.
Natürlich ist sie nicht gelöst. Es werden ja immer weiter, immer größere Schulden gemacht. Schulden werden mit Schulden getilgt. Das ganze ist ein Raub am Ersparten des Bürgers. Hoch- und Landesverrat.
Ist irgendwo eine Schulduhr in Europa, die gestoppt ist? Nein, sie explodieren förmlich nach oben.
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