Ökonomenstreit im US-Wahlkampf
Krugman knöpft sich Obama-Gegner vor

Der US-Wahlkampf tobt auch an den Elite-Unis der USA. Dabei liefert sich Ökonomie-Nobelpreisträger Paul Krugman einen Schlagabtausch mit Harvard-Prof Niall Ferguson. Beide geraten nicht zum ersten Mal aneinander.
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New York, DüsseldorfVor vier Jahren war Niall Ferguson ein guter Verlierer. Vor der Präsidentschaftswahl im Jahr 2008 hatte der Geschichtsprofessor der US-Eliteuniversität Harvard den Republikaner John McCain unterstützt, ihn in außenpolitischen Fragen zeitweise sogar beraten. Als dann jedoch der Demokrat Barack Obama gewann, räumte Ferguson ein, dass Obama mit seiner Rhetorik, seinem coolen Auftreten und seinem „fast fehlerfreien Wahlkampf“ schlicht der bessere Kandidat gewesen sei.

Jetzt hat Ferguson genug von Obama. Der gebürtige Brite, der in Oxford studierte, macht seinem Missmut über den demokratischen Präsidenten im US-Magazin „Newsweek“ Luft. „Mach die Biege, Barack. Warum wir einen neuen Präsidenten brauchen“, heißt die Titelgeschichte, die der Historiker mit einem Faible für die Wirtschaft aufgeschrieben hat.

Es ist eine Abrechnung, ein Rundumschlag, in dem er den Präsidenten für seine Wirtschaftspolitik ebenso attackiert, wie für seine Außen- und Sicherheitspolitik, seine Gesundheitsreform und den Umgang mit dem Defizit. „Amerika“, ätzt Ferguson, „ist unter diesem Präsidenten eine Supermacht auf dem Rückzug, wenn nicht sogar im Ruhestand.“

Doch das Heft ist kaum am Kiosk, schon ist ein Streit um Fergusons Abrechnung entbrannt. Der Nobelpreisträger Paul Krugman (59) meldet sich prompt in seinem Blog zu Wort. „In Niall Fergusons Titelgeschichte gibt es mehrere Fehler und falsche Darstellungen“, schreibt der Ökonomieprofessor aus Princeton unter dem Stichwort „Unethical Commentary“ (unmoralischer Kommentar).

Krugman, der den Präsidenten in den vergangenen vier Jahren wiederholt unterstützt und verteidigt hat, fordert eine Richtigstellung von dem Magazin und giftet: „Ich schätze, die prüfen nicht die Fakten.“

Der Eklat kommt pünktlich zur heißen Phase des US-Wahlkampfes. Nächste Woche beginnt der Parteitag der Republikaner, auf dem Mitt Romney offiziell zum Präsidentschaftskandidaten gekürt werden soll. Doch der Wahlkampf spielt sich nicht mehr nur zwischen den Lagern von Obama, Romney und den parteiunabhängigen Gruppen, sogenannten Superpacs, ab. Längst haben sich Vertreter aus der „Ivy League“ der Wissenschaft aus ihren Elfenbeintürmen zu Wort gemeldet.

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„Ich möchte zu den Gewinnern zählen“

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  • @Handelsblatt:
    Ich möchte darum bitten, dass der erste Kommentar von "alersa" gelöscht oder zumindest so editiert wird, dass das Wort "Buschmann" darin nicht mehr auftaucht. Ich finde dies hat in diesem Zusammenhang doch sehr bedenklich rassistische Tendenzen.

    Vielen Dank

  • Ron Paul sagt den Leuten die Wahrheit ins Gesicht, ganz ohne Schoenfaerberei. Deshalb kam er auf schlappe 10% bei den Vorwahlen. Die Wahrheit ist nicht angesagt, werder in den USA noch in Euro-Land. Darum kommen immer wieder die gleichen Luschen an die Macht. Die Masse des Volkes wird halt gerne belogen.
    Krugmans Plan ist schnell zusammengefasst: Richtig dicke Schulden machen und prassen was das Zeug haelt, dann wird alles gut.
    Also Griechenland hat, laut Krugman, in der Vergangenheit alles richtig gemacht und ist trotzdem pleite. So ungerecht ist die Welt.

  • Ron Paul ist der einzige der den Wahnsinn in den USA stoppen kann.

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