Öl-Embargo: Teheran droht EU mit Konsequenzen

Öl-Embargo
Teheran droht EU mit Konsequenzen

Der Iran hat in einer offiziellen Reaktion auf die Öl-Sanktionen vor ernsten Folgen für Europa gewarnt. Sie würden den Iran nicht dazu bringen, seine Atomrechte aufzugeben.
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Teheran / LondonTeheran hat in einer offiziellen Reaktion auf die jüngst von der EU beschlossenen Öl-Sanktionen vor ernsten Folgen für Europa gewarnt. „Wir glauben, dass dieser Schritt schwerwiegende Konsequenzen für die Europäer haben wird“, teilte das iranische Außenministerium in einer Erklärung mit, die am Dienstag von der Nachrichtenagentur Isna veröffentlicht wurde. Näher benannt wurden die Konsequenzen nicht.

Die Sanktionen seien „unvernünftig und ungerechtfertigt“, hieß es weiter. Die Maßnahmen der EU - ein Ölembargo ebenso wie das Einfrieren von Konten der iranischen Zentralbank - waren am Dienstag in Kraft getreten.

Das Außenministerium bestellte zudem den dänischen Botschafter in Teheran ein, dessen Land derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat. Das Ministerium warf der EU eine „feindliche Haltung“ gegenüber dem Iran vor, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Dienstag berichtete, protestierte das Außenministerium in Teheran damit gegen die „unlogische Entscheidung“ der Union.

Gleichzeitig bemühte sich die Islamische Republik, die Bedeutung der westlichen Strafrunde herunterzuspielen. Die „ineffektiven Sanktionen“ seien keine Bedrohung, sondern hätten dem Land im Gegenteil eine Menge Vorteile eingebracht, sagte Geheimdienstminister Heidar Moslehi der amtlichen Nachrichtenagentur Irna. Wegen der Schuldenkrise sei die EU eher auf das Öl angewiesen als der Iran auf die Abnahme des Rohstoffs.

Ein Sprecher des Ölministeriums betonte, der Iran habe genügend Zeit, sich auf das Embargo vorzubereiten und werde alternative Abnehmer finden. Das Embargo der EU tritt ab Juli in Kraft. Mit dem Schritt soll der Druck auf den Iran erhöht werden, im Streit um sein Atomprogramm einzulenken. Etwa 20 Prozent der iranischen Ölexporte gehen in die EU. Auch Australien kündigte am Dienstag an, sich an dem Öl-Importverbot zu beteiligen. „Das kostet, aber das sind Kosten, die es wert sind, getragen zu werden“, sagte Außenminister Kevin Rudd bei einem Besuch in London.

Großbritannien drohte mit der Verstärkung seiner Militärpräsenz in der Golfregion, sollte der Konflikt weiter eskalieren. Die Beteiligung an einer Flottille internationaler Kriegsschiffe in der Straße von Hormus sei bereits ein „klares Signal“ an die Regierung in Teheran, sagte der britische Verteidigungsminister Philip Hammond. „Sollte es als notwendig erachtet werden, hat das Vereinigte Königreich die Möglichkeiten, seine Präsenz zu verstärken.“ Der Iran droht mit der Blockade der Straße. Ein US-Flugzeugträger hatte die wichtigste Öl-Schifffahrtsroute der Welt - begleitet von britischen und französischen Schiffen - am Sonntag allerdings ohne Zwischenfälle passiert.

„Die iranischen Atomprogramme sind friedlich und ausschließlich für zivile Zwecke gedacht“, heißt es in der offiziellen Erklärung. „Der Iran zögert nicht, all seine Atomprogramme auch künftig transparent zu machen.“ Die Sanktionen würden den Iran jedoch nicht dazu bringen, seine international anerkannten Atomrechte aufzugeben.

Der Iran wird verdächtigt, unter dem Deckmantel ziviler Atomforschung Kernwaffen zu entwickeln. Die Regierung in Teheran bestreitet dies.

 

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wie bei allen Religionen spielt nicht das geschriebene eine Rolle, sondern die Auslegung! Das sollten Sie als coptivistischer Religionsexperte Wissen! Die "Hindus" (die es als Rel.-Gemeinschaft nicht gibt) gelten als sehr friedfertig - weil die wenigsten "ihre" Geschichte, die Herkunft ihrer "Perle" kennen (Gita)!
    Die Christen schmücken sich mit Nächstenliebe und lieben es trotzdem, ihren nächsten zu quälen, drangsalieren, foltern und morden! Und auch die Christenheit wünscht sich einen "Gottesstaat" in ihrem Sinne (z.B. USA, aber auch in Europa wird die fundi-Fraktion grösser!) . Obwohl, dummerweise sind diejenigen, die sich (katholische-) christen nenne gar keine im engeren (Monotheistisch) - es ist ein Polytheismus (Dreifaltigkeit) und die Anhänger werden deshalb von islam. Rechtsgelehrten zurecht als "Kufr" bezeichnet.
    Für die langsammerker nochmals:
    Ungläubig nach islamischen Maßstab, wäre ein Christ der z.B. an die Dreifaltigkeit glaubt, Jesus als Gott verehrt und natürlich einer der sich nicht an die Gebote in der Bibel hält. Also ca. 90% der Heuchlergemeinschaft!
    Deshalb haben Christen wie Juden im iranischen Parlament auch einsitz - sofern diese streng nach ihren rel. Geboten Leben und alle anderen Regeln (u.a. kein Grossgrundbesitz, etc.) einhalten.
    Obwohl ich nicht annehme, dass Sie dies verstehen, so haben Sie es nun schwarz auf weiss! Ja, Sie dürfen dies ergooglen, aber wir beide Wissen ja, dass Sie dies nicht tun werden, do sie nur primitivste Kriegspropaganda gepaart mit bunten Worthülsen streuen möchten.

  • OH MEIN GOTT! Die Perserkriege - begonnen vor 2500Jahren - als sich unsere Vorfahren noch Fell um den Arsch banden oder ihre Sippe noch auf Bäumen wohnte als "Beweis / Indiz" für ihr konstruiertes Bedrohungsmoment! Hui, für einen behavioristischen "Coptyvist" eine neue Stufe! Naja, sehen wir mal, was die "Israeliten" in Vergangenheit taten...

    "Und Mose wurde zornig über die Hauptleute des Heeres, die Hauptleute über tausend und über hundert, die aus dem Feldzug kamen, und sprach zu ihnen: Warum habt ihr alle Frauen leben lassen?
    (4. Mose 31,14-15)

    "Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein Mann trifft sie innerhalb der Stadt und wohnt ihr bei, so sollt ihr sie alle beide zum Stadttor hinausführen und sollt sie beide steinigen, dass sie sterben, die Jungfrau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl sie doch in der Stadt war, den Mann, weil er seines Nächsten Braut geschändet hat; ..."
    (5. Mose 22,23-24)

    "Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; ..."
    (3.Mose 20,13)

    "Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und sie am Felsen zerschmettert!"
    (Psalm 137,9)

    Jezt könnte man sagen, einmal ein psychopatisches, Menschenverachtendes Volk, immer ein genocidierendes Volk? In Ihrem Weltbild sicherlich ja!
    Aber nach ihrer Argumentationslinie wirds noch besser - er ist ja auch unser Vorfahre, was gem. ihrem Welt(abzieh)bild uns zu ebensolchen fundamentalistischen "Killern" macht und als Beweis des christlich abendländischen imperialismus dient! Und mit solchen Vorfahren wollen sie moralisierend durch die Lande ziehen?
    Hören Sie doch auf! Wie gesagt, liefern Sie doch mal Fakten! Wiki-, Focus-, Stern- und Bildzitierer gibts genug!
    Erbärmlich, ihre Machtwerke...

  • Dummheit, Naivität und Ignoranz
    schützt nicht vor der Wirklichkeit!
    Niemanden!

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