Öl-Streit im Sudan
Südsudan wirft dem Norden Wirtschaftskrieg vor

Zwei Wochen nach seiner Unabhängigkeitserklärung ist zwischen dem Südsudan und seinem ehemaligen Bürgerkriegsgegner im Norden ein schwerer Konflikt wegen Öllieferungen entfacht. Ausländischen Abnehmern drohen Ausfälle.
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Juba Die Regierung in Khartum verlange plötzlich 22,80 Dollar für jedes Barrel Öl, das durch seine Pipeline aus dem Süden ins Ausland geleitet werde, sagte der Generalsekretär der Regierungspartei im Südsudan, Pagan Amum. Das sei nichts anderes als Raub am helllichten Tage, ein feindlicher Akt, ein Plünderungsversuch. Die Regierung des Sudan habe einen Wirtschaftskrieg erklärt, den sie gegen die neugeborene Republik des Südsudan führe.

Die geforderte Gebühr würde etwa ein Fünftel der Öleinnahmen des Südsudan aufzehren. Amum sagte nicht, wie viel sein Land bereit sei zu zahlen für die Nutzung der Pipeline. Als übliche Transitgebühr nannte er jedoch eine Spanne von 60 Cent bis zwei Dollar je Barrel. Aus Khartum war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. In der vergangenen Woche hatte die Regierung des Nordens allerdings einen alternativen Haushalt für 2011 vorgelegt, in dem jährliche Transiteinnahmen in Höhe von 2,6 Milliarden Dollar aufgeführt werden. Das entspricht genau der Summe, die schätzungsweise der Wegfall der Ölproduktion im Süden im Zuge der Unabhängigkeit am 9. Juli ausmacht.

Mit der Loslösung fielen Dreiviertel der Ölproduktion an den Südsudan. Das Land hängt aber vom Norden ab, um über dessen Pipeline, Häfen und Raffinerien das Öl verkaufen zu können. Wichtige Abnehmer sind unter anderem China und Japan, denen Ausfälle drohen, wenn sich der Streit nicht rasch lösen lässt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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