Öl und Gas: „Es wird eines der größten Terminals der Welt“

Öl und Gas
Schatzinsel Zypern

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„Es wird eines der größten Terminals der Welt“


„In den nächsten drei Jahren werden wir Klarheit über die Vorkommen haben“, sagte Handelsminister Sylikiotis Handelsblatt Online. Von der jetzt diskutierten Idee, die künftigen Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung zu verbriefen und damit Staatsschulden abzutragen, hält er nicht viel: „Das wäre jetzt keine gute Idee, weil wir das Geld für Investitionen im Zusammenhang mit der Förderung brauchen.“

2015 soll der Bau eines Gasterminals bei Vassilikos an der Südküste beginnen. Hier soll das geförderte Gas verflüssigt, auf Tanker verladen und nach Westeuropa transportiert werden. „Es wird eines der größten Terminals der Welt und mit Kosten von sechs bis sieben Milliarden Euro die größte Investition in der Geschichte Zyperns“, sagt Minister Sylikiotis. „Mitte 2019 wird die Anlage fertig sein, dann beginnen wir mit den Exporten“.


Schon der Bau des Terminals werde helfen, die Verschuldung zu reduzieren, weil dadurch die Wirtschaft angekurbelt wird, sagt der Minister. Überdies: Mit der Vergabe der Konzessionen an Noble Energy und Eni/Kogas hat Zypern bereits 150 Millionen Euro eingenommen. Weitere 24 Millionen kommen jetzt mit der Unterschrift unter den Vertrag mit Total in die Kassen, schreiben zyprische Medien.

Schon vor Beginn der Förderung beginnt also das Geld zu sprudeln. Minister Sylikiotis nennt ein Beispiel: „Im Hafen von Limassol werden schon jetzt Bohrplattformen gewartet, die in israelischen Gewässern eingesetzt werden.“

Auch Gas aus den Fördergebieten Israels könnte künftig in Pipelines nach Zypern fließen, dort verflüssigt und verschifft werden, hofft man in Nikosia. Damit bekäme Zypern als Gas-Drehscheibe „eine geopolitische Bedeutung“, glauben die Experten der RBS: Europa könne so „seine Energiesicherheit erhöhen und seine Abhängigkeit vom Gaslieferanten Russland reduzieren“. Das könnte ein Argument für die EU sein, die Rettung des schwer angeschlagenen Inselstaates selbst in die Hand zu nehmen – und sie nicht Russland zu überlassen, das Zypern bereits Ende 2011 mit einem 2,5-Milliardenkredit unter die Arme griff.

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Marktwert der Vorkommen von mehr als 600 Milliarden Euro

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Kommentare zu " Öl und Gas: Schatzinsel Zypern"

Alle Kommentare
  • Gas für 600 Milliarden!?
    Ja und der Nikolaus und der Osterhase sind Brüder!

  • Soweit danke für die Info.
    Aber es verlieren ja nicht nur sparer Geld. Es gibt ja auch genug "kleine Leute", die bei den Banken Schulden (Kredite) haben.
    Das könnte man durchaus verrechnen und müsste nicht gleich Verluste aus Spekulationen (Immobilienblase etc...) stützen.

  • Dort gibt es bei weitem nicht so viel Öl und Gas, wie behauptet. Und die Vorkommen befinden sich in großer Tiefe, und können nur als LNG exportiert werden. Für Zypern wird da nicht viel abfallen. Als Sicherheiten sind die Vorkommen daher beinahe wertlos.

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