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Schatzinsel Zypern

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Marktwert der Vorkommen von mehr als 600 Milliarden Euro

Vor den Küsten Zyperns liegen die Bodenschätze. Quelle: Ministerium für Handel, Industrie und Tourismus (MCIT) der Repub
Vor den Küsten Zyperns liegen die Bodenschätze. Quelle: Ministerium für Handel, Industrie und Tourismus (MCIT) der Repub

Bereits im Oktober 2011 begann der US-Konzern Noble Energy im so genannten Block 12, einem von 13 Offshore-Sektoren südlich der Insel, mit der Suche nach Erdgas. Block 12 grenzt an ein Seegebiet, in dem Israel bereits 2009 zwei große Erdgasfelder entdeckte, Tamar und Dalit. Ende 2010 einigten sich Israel und Zypern auf eine Abgrenzung der beiderseitigen Wirtschaftszonen im östlichen Mittelmeer. Ende Dezember 2011 wurde Noble Energy im zyprischen Sektor fündig: In etwa 4.500 Metern unter dem Meeresboden stieß die Probebohrung auf ein Erdgasfeld. Es hat nach ersten Schätzungen einen Umfang von 255 Milliarden Kubikmeter.

Was für ein Zypern-Hilfspaket spricht

  • Angst vor erneuter Verunsicherung der Investoren

    Eine Staatspleite in Zypern wäre der Beweis, dass die Euro-Länder doch nicht bereit sind, ein Land um jeden Preis zu retten. Die Politiker könnten befürchten, dass dann die Risikoaufschläge für Peripherie-Staatsanleihen wieder hochschnellen, auch wenn wir nicht davon ausgehen, dass die Krise wieder hochkocht.

  • EU würde politisch Schaden nehmen

    Verweigern die Euro-Länder Zypern die Hilfe, wäre dies eine Aufkündigung der Solidarität. Das Misstrauen zwischen der Peripherie und den Kernländern dürfte sich vertiefen. Zur Erinnerung: Zypern hat sich ungeachtet seiner desolaten Staatsfinanzen an dem Hilfsprogramm für Griechenland beteiligt und garantiert für die EFSF-Kredite an Irland und Portugal. Und auch Irland hat sich erfolgreich geweigert, seine Steuersätze für Unternehmen anzuheben.

  • Größerer Einfluss Russlands

    Vor allem aber dürfte es der EU nicht gefallen, wenn der russische Einfluss in Zypern noch größer würde. Russland hat ein großes wirtschaftliches und politisches Interesse an der Insel und würde wohl dem zyprischen Staat finanziell zur Seite springen. Schon 2012 hat der russische Staat Zypern mit einem Kredit über 2,5 Milliarden Euro vor der Pleite gerettet. Viele russische Bürger leben auf Zypern und zahlreiche russische Unternehmen haben in dem Land investiert. Darüber hinaus ist Zypern eine Drehscheibe für russisches Kapital. Ein Großteil der aus Russland nach Zypern transferierten Gelder fließt dorthin zurück. Ein gutes Viertel der in Russland getätigten Auslandsinvestitionen stammt aus Zypern.

  • Militärisches Interesse Russlands

    Zypern könnte Russland, das Gefahr läuft, seinen syrischen Flottenstützpunkt zu verlieren, einen Hafen für seine Marine anbieten. Und noch etwas dürfte die EU fürchten: Russland hat ein Auge auf die vor der Küste Zyperns entdeckten Erdgasvorkommen geworfen. An deren Förderung möchte sich der russische Gasprom-Konzern beteiligen. Viele in Zypern knüpfen ihre Hoffnung auf Rettung an diese Gasvorkommen. Bei nur 0,9 Millionen Einwohnern könnten die zu erwartenden Gaseinnahmen die Situation des Landes massiv verbessern.

Der Fund könnte Zyperns Erdgasbedarf für etwa zwei Jahrzehnte decken. Die Förderung soll 2018 beginnen. Doch das ist erst der Anfang. Ende Januar vergab die Regierung eine Konzession für Bohrungen in den Blocks 2,3 und 9 an ein Konsortium aus der italienischen Eni und der südkoreanischen Kogas. In den Blocks 10 und 11, die jetzt an Total vergeben wurden, vermuten Experten weitere 150 bis 240 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Und darunter dürfte es Ölvorkommen geben, die möglicherweise noch bedeutender sind. Total will deshalb mit den Bohrungen in größere Tiefen vorstoßen.

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Milliardenkredit Euro-Gruppe stützt Zyperns Hilferuf an Russland

Auch aufgrund des Widerstands der Bundesregierung zögert die Euro-Gruppe mit Hilfszusagen an Zypern. Statt dessen solle sich der hochverschuldete Staat an Moskau wenden. Russland hat seine ganz eigenen Interessen.

KRETIK-Chef Ellinas schätzt die Gasvorkommen in der zyprischen Wirtschaftszone auf „mindestens 60 Billionen Kubikfuß“ (1,8 Billionen Kubikmeter). Damit könnte Zypern neben der eigenen Nachfrage auch etwa zehn Prozent des Bedarfs Westeuropas decken, sagt Ellinas. Eine Studie der Royal Bank of Scotland (RBS) beziffert den Marktwert der zyprischen Gas- und Ölvorkommen auf „mehr als 600 Milliarden Euro“. Davon könnte, so eine Faustregel, der Staat etwa die Hälfte kassieren. Der Betrag entspräche fast dem Zwanzigfachen der Staatsschulden Zyperns.

  • 10.02.2013, 17:29 UhrRepublikaner

    Ich bitte das Handelsblatt auf derartige "Karnevalsbeiträge" zu verzichten, die oberflächlich recherschiert und nur Vermutungen beinhalten - einfach nur peinlich.

  • 10.02.2013, 17:38 Uhrvhe

    Zypern, der russische Schwarzgeldparkplatz soll uns unabhängiger von Russland machen.

    Alles klar.

  • 10.02.2013, 17:47 UhrRepublikaner

    Vor allem Informationen aus "Regierungsquellen" sind ganz offensichtlich die Tinte für derartige Beiträge. Nur soviel: Bohrergebnisse zählen zu den absoluten top-secrets der Öl- und Gas Industrie. Wer hier irgenwelchen Politikeräußerungen auf den Leim geht, verbreitet bestenfalls und noch freundlich formuliert Propaganda.

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