Ölförderung im Irak
Ausländische Firmen sollen im Irak nur wenig Öl fördern

Der Irak gehört zu den erdölreichsten Regionen der Welt. Doch bisher kann das Land noch nicht davon profitieren. Insbesondere weil es ausländischen Investoren erschwert wird, die Vorräte zu erschließen. Das Parlament in Bagdad torpediert alle Versuche, den Gesellschaften einen höheren Anteil an der Ölproduktion zu gewähren.

DUBAI. Die Pläne zur Modernisierung und Erweiterung der irakischen Ölproduktion geraten ins Stocken, weil die Bedingungen für ausländische Investoren weiter unklar bleiben. Ölminister Hussein Al-Shahristani will zwar ausländische Energie-Unternehmen nicht mit den bisher üblichen technischen Service-Verträgen abspeisen. Doch die Chance, dass die Firmen deutlich mehr bekommen als einen Festbetrag, stehen gering. Das Parlament in Bagdad torpediert bis dato alle Versuche, den Gesellschaften einen höheren Anteil an der Ölproduktion und an den Einnahmen zu gewähren. 35 Bieter haben sich für die Vergabe der Bohrlizenzen vorqualifiziert, darunter Wintershall als einziger deutscher Kandidat. Experten räumen der BASF-Tochter immerhin eine "faire Chance" ein.

Das irakische Parlament sieht den Vertrag zwischen der Regierung und der China National Petroleum Company vom vergangenen August als Messlatte. Das Investitionsvolumen zur Entwicklung des Al-Ahdab-Ölfeldes beträgt drei Milliarden Dollar. Was die Chinesen dafür bekommen, ist Geheimsache. Fachleute schätzen jedoch, dass neben einer fixen Summe rund vier Prozent der Produktion für CNPC abfällt. Es ist der erste Deal zwischen dem Irak und einem ausländischen Betrieb seit der Verstaatlichung der Ölindustrie 1972. Die Vereinbarung wurde ursprünglich unter Saddam Hussein abgeschlossen, die für die Chinesen wesentlich günstigere Konditionen vorgesehen hatte.

In Bagdad heißt es, dass Ölminister Al-Shahristani bereit wäre, den ausgewählten Unternehmen acht Prozent am Fördervolumen anzubieten. Im Parlament gelte aber eine derartige Quote als nicht vermittelbar. Zudem liegt das Ölgesetz, das die privatwirtschaftliche Beteiligung der ausländischen Investoren regeln soll, seit mehr als einem Jahr auf Eis. Der Irak sitzt auf nachgewiesenen Ölreserven über 115 Milliarden Barrel, dem drittgrößten Vorkommen der Welt. Für ausländische Unternehmen ist besonders attraktiv, dass die Produktionskosten im Süden des Landes mit etwa drei Dollar je Barrel zu den niedrigsten überhaupt zählen.

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