Ölförderung im Nordirak stockt wegen vieler Anschläge - Investiert wird vor allem in Sicherheit
Der Kampf um den kurdischen Schatz

Inzwischen stehen die Wachen sogar vor Baba Gurgur. Sicherheitsleute in beigefarbener Montur, die Waffe in der Hand, raunzen jeden an, der sich dem Symbol auch nur nähert. Dabei bedeutete Baba Gurgur einst ein Stück Freiheit.

KIRKUK. Wer die irakische Nordmetropole Kirkuk besuchte, musste auch Baba Gurgur die Ehre erweisen, dem Ort der schier ewigen Flamme, die seit 1937 brennt, als dort das erste kommerziell nutzbare Öl gefördert wurde. Heute liegt auch Baba Gurgur im Sperrbezirk. Es wird geschützt von den neuen Herren über das Öl – und von den alten. Denn in Kirkuk geht es ums Öl, um was auch sonst. Eigentlich haben die Kurden das Sagen in Kirkuk. Nur über das Öl können sie nicht bestimmen, über den Schatz von Kurdistan. Also wird geflunkert, etwa von Lukman Kakai, Sprecher der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP) in Kirkuk. „Wir sind hier nicht wegen des Öls“, sagt er und verzieht keine Miene dabei. Oder von Sirwan Abu-Bakr Aziz, Generaldirektor im kurdischen Energieministerium der Nachbarprovinz Erbil, der sagt: „Das Öl ist Sache Bagdads.“

Aber auch Amerikaner, Briten und die irakischen Araber können das Öl nicht so nutzen, wie sie gerne möchten. Wegen der vielen Anschläge seien die Investitionen von internationalen Ölkonzernen gering, bestätigt ein Sprecher der US-Zivilbehörde in Kirkuk. Und damit fehlen auch die harten Petro-Dollar, die die irakische Wirtschaft so dringend bräuchte.

Iraker und Amerikaner haben landesweit schon 40 Millionen Dollar ausgegeben, um Anlagen und Pipelines zu bewachen. Allein 5 000 Mann hat das Bagdader Ölministerium abgestellt, um die Nordrouten der Pipelines zu beschützen; insgesamt patrouillieren knapp 15 000 Wächter entlang den sensiblen Rohren, den Raffinerien und den Pumpstationen. Die motorisierten Patrouillen wurden seit Jahresbeginn versechsfacht, jetzt sollen Bewegungsmelder entlang den Ölrohren angeschraubt werden, und man denkt sogar über den Einsatz unbemannter Drohnen nach.

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