Ölkonzern weiter unter Druck
Yukos soll 4,3 Milliarden Euro Steuern nachzahlen

Der russische Staat verlangt von dem Ölkonzern Yukos 4,3 Mrd. € (150 Mrd. Rubel) an Steuernachzahlungen und Strafen. Das erklärte die russische Steuerbehörde Russlands am Dienstag nach Überprüfung der Tätigkeit mehrerer Yukos-Tochterunternehmen in den Jahren 1998 bis 2003, wie die Agentur Interfax meldete.

HB MOSKAU. Die russische Generalstaatsanwaltschaft sei bereits davon in Kenntnis gesetzt worden. Dem früheren Konzernchef Michail Chodorkowski, der seit Ende Oktober in Untersuchungshaft sitzt, werden ebenfalls Steuerhinterziehung und schwerer Betrug zur Last gelegt.

Im Streit um den ausgesetzten Zusammenschluss mit Sibneft deuteten Yukos-Aktionäre nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ ein Einlenken an. Die Yukos-Besitzer seien bereit, das Management im fusionierten Unternehmen YukosSibneft an Sibneft abzutreten, nur um die Fusion zu retten, schrieb das Blatt am Dienstag unter Berufung auf informierte Quellen.

Sibneft hatte die technisch bereits im Oktober vollzogene Fusion am vergangenen Freitag überraschend für ausgesetzt erklärt. Russlands fünfgtrößter Ölkonzern wollte damit seinen Präsidenten Jewgeni Schwidler als Vorstandschef und den früheren Leiter der russischen Präsidialverwaltung, Alexander Woloschin, als Aufsichtsratsvorsitzenden durchsetzen. Der ursprünglichen Einigung nach sollten Yukos-Vertreter das fusionierte Unternehmen operativ leiten und Sibneft den Aufsichtsrat führen.

Der Yukos-Großaktionär Leonid Newslin sagte der „Washington Post“, dass eine Scheidung Monate dauern würde. Bei einer einseitigen Aufkündigung des Fusionsvertrages müsse vereinbarungsgemäß eine Strafe von einer Milliarde Dollar gezahlt werden. Seit der Ankündigung der Fusion im April hatte Yukos 92 % der Sibneft-Aktien übernommen, während Sibneft 26,1 % an Yukos erhielt.

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