Ölkrise trifft Kuwait
Öl-Staat macht Milliarden-Minus

Kuwait ist verwöhnt vom Öl: Rote Zahlen im Haushalt kannte man im Golfemirat in den vergangenen 15 Jahren nicht. Nun bekommt das Land den Einbruch der Ölpreise zu spüren – und erhöht den Benzinpreis.

Kuwait-StadtWegen des niedrigen Ölpreises hat Kuwait erstmals seit 16 Jahren ein Haushaltsdefizit verzeichnet. Das Defizit für das Haushaltsjahr 2015/16, das am 31. März endete, erreichte 4,6 Milliarden Dinar (15,3 Milliarden Dollar; 13,8 Milliarden Euro), wie Finanzminister Anas al-Saleh am Dienstag mitteilte. Die Einnahmen seien um 45 Prozent auf 45,2 Milliarden Dollar eingebrochen, während die Ausgaben trotz Kürzungen um 14,8 Prozent bei 60,5 Milliarden Dollar lagen.

Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Kuna sanken die Einnahmen aus dem Ölexport auf 40,1 Milliarden Dollar. Das waren 46,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Sie kamen damit für 89 Prozent der Staatseinnahmen auf. Finanzminister al-Saleh hatte kürzlich angekündigt, dass die Regierung Kredite von bis zu zehn Milliarden Dollar an den internationalen Finanzmärkten und 6,6 Milliarden Dollar auf dem internen Markt aufnehmen werde, um das Defizit auszugleichen.

Seit 1998/99 hatte das Golfemirat 600 Milliarden Dollar in einem Investmentfonds angesammelt, aus dem Investitionen in den USA, Europa und Asien getätigt worden waren. Für das laufende Haushaltsjahr wird ein Defizit von 28,9 Milliarden Dollar erwartet.

Die Regierung kündigte vergangene Woche an, den Benzinpreis um mehr als 80 Prozent zu erhöhen. Kommendes Jahr sollen zudem für ausländische Bewohner die Preise für Wasser und Strom steigen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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