International
Ölplattformen sollen bald wieder geöffnet werden

Nach den drei Selbstmordanschlägen sollen die geschlossenen Ölverladestationen in Basra am Montag wieder geöffnet werden, sagte der irakische Ölminister.

HB BAGDAD. „Die Anlagen werden auf Schäden überprüft. Der Export wird morgen wieder aufgenommen“, sagte Minister Ibrahim Bahr el Ulum am Sonntag in Bagdad. Am Samstagabend waren drei mit Sprengstoff beladene Boote in der Nähe des zehn Kilometer vor der Küste liegenden Terminals explodiert. Der benachbarte Ölhafen Chor el Amaja, der aus Sicherheitsgründen geschlossen worden war, habe den Betrieb wieder aufgenommen, sagte Ulum. In Bagdad erschossen US-Soldaten Augenzeugen zufolge vier Kinder. Das US-Militär sprach von zwei getöteten Zivilisten. In Mossul schlugen Raketen in mehrere Gebäude ein und töteten vier Menschen.

Aus dem Ölministerium verlautete, die Attentäter hätten auf den größten Tanker gezielt. „Zum Glück wurde er nicht beladen und auch nicht getroffen.“ Bei der Explosion dreier mit Sprengstoff beladener Boote, die sich innerhalb von zwanzig Minuten in der Nähe des Terminals ereigneten, wurden nach Angaben des US-Militärs zwei US-Soldaten getötet. Ein weiterer Soldat erlag nach Angaben der US-Marine später seinen Verletzungen.

Der Irak ist bei seinen Ölexporten fast vollständig auf die in dem von der britischen Armee kontrollierten Sektor liegende Verladestation im Persischen Golf angewiesen. Über Basra werden rund 85 Prozent der täglichen Fördermenge von 1,9 Millionen Barrel Öl pro Tag verschifft. Ein Barrel entspricht rund 159 Litern.

Augenzeugen: US-Soldaten erschießen vier Schulkinder

In Bagdad wurden Augenzeugen zufolge vier Kinder kurz nach einem Bombenanschlag auf ein US-Militärfahrzeug erschossen. Die Kinder im Alter von etwa zwölf Jahren hätten ihre Schule im Osten Bagdads verlassen, um sich das brennende Auto anzuschauen. Als die Schüler und andere Passanten jubelnd um das Fahrzeug herumgestanden hätten, habe jemand auf sie gefeuert. Mindestens fünf weitere Menschen seien durch Schüsse verletzt worden. Einige Augenzeugen machten US-Soldaten dafür verantwortlich.

Der Sprecher des US-Militärs sagte, das Feuer sei von den umliegenden Häuserdächern aus eröffnet worden, als US-Soldaten sich nach der Bergung der Opfer dem Jeep näherten. Sie hätten die Kinder verscheucht, die das Wrack durchwühlt hätten. Vermutlich seien die Zivilisten durch Schüsse von den Dächern getötet worden. Ein US-Soldat sei bei der Explosion getötet und weitere verletzt worden.

Vertreter eines nahe gelegenen Krankenhauses sagten, zu ihnen seien nur zwei Tote gebracht worden - ein Mann und ein Jugendlicher.

In Mossul im Norden des Iraks trafen mehrere Raketen ein Krankenhaus, ein Hotel und ein Polizeigebäude. Nach Polizeiangaben wurden zwei Krankenhaus-Mitarbeiter und zwei Hotelangestellte getötet. 13 Menschen seien verletzt worden. Irakische Rebellen haben in der Vergangenheit immer wieder Raketen auf US-Stützpunkte und irakische Polizeiwachen abgefeuert, dabei aber auch zivile Einrichtungen getroffen.

Am Samstag wurden Dutzende Menschen bei Feuergefechten, Bomben- und Raketenangriffen getötet. Allein im Stadtteil Sadr-City in Bagdad wurden nach Krankenhausangaben 13 Iraker getötet und 30 verletzt, als Granaten auf einem belebten Marktplatz einschlugen.

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