Ölpreis Hauptthema auf G7-Treffen
Bundesregierung für mehr Transparenz auf Ölmärkten

Angesichts der Rekordpreise für Rohöl macht sich die Bundesregierung im Rahmen der Gruppe der sieben führenden Industrienationen (G7) für mehr Transparenz auf den internationalen Ölmärkten stark.

HB BERLIN/WASHINGTON. Regierungssprecher Bela Anda sagte am Mittwoch in Berlin, Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) unterstütze eine Initiative, beim G7-Treffen der Finanzminister ab Freitag in Washington auf mehr Transparenz zu dringen: „Der Bundeskanzler hat nachdrücklich die Initiative unterstützt, dieses Thema beim kommenden Treffen der G7-Finanzminister anzusprechen.“ Ziel sei es, für einen politischen Anstoß zu sorgen, die bereits laufenden Arbeiten für mehr Transparenz auf den Ölmärkten zu intensivieren und sie zu beschleunigen. Der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, Michael Hüther, bezweifelte allerdings, dass die Politik die Ölpreise kurzfristig herunterdrücken kann.

Anda sagte, die derzeitige Versorgungslage bei Rohöl sei nicht schlechter als im Vorjahr. Mehr Transparenz sei wichtig, um der in jüngster Zeit insbesondere durch Hedge-Fonds stark gewachsenen Spekulation zu begegnen und preistreibenden Entwicklungen entgegen zu wirken. Am Dienstag hatte der Preis für ein Barrel (rund 159 Liter) US-Öl die Rekordmarke von 50 Dollar übersprungen. Volkswirte warnen davor, durch die hohen Ölpreise werde die Konjunktur gedämpft.

IW-Chef Hüther bezweifelte die Möglichkeiten der Politik, für einen spürbar sinkenden Ölpreis zu sorgen: „Politik kann nur beruhigen, sie kann aber nicht kurzfristig eingreifen.“ Nur ein vergleichsweise geringer Teil des jüngsten Rekordpreises für Öl sei durch Spekulanten verursacht. Hauptgründe für den Preisanstieg seien dagegen die hohe Nachfrage und ein zu geringes Angebot. „Auslöser für die jüngsten Preisanstiege waren immer fundamentale Faktoren wie Wirbelstürme oder politische Unruhen.“

Der Kapitalmarktexperte des Internationalen Währungsfonds (IWF), Gerd Häusler, wandte sich gegen eine Regulierung von Hedge Fonds und forderte mehr Transparenz für die Branche. Wer etwas reguliere, ohne das jeweilige Geschäft voll zu verstehen, könnte bei Investoren eine trügerische Sicherheit erzeugen, sagte Häusler der Tageszeitung „Die Welt“ (Donnerstagausgabe). Als erster Schritt sollte mehr Transparenz geschaffen werden. Wenn die Aufseher wüssten, wie die Investoren positioniert seien, könnten die Behörden Fehlentwicklungen rechtzeitig entgegenwirken.

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