Ölpreisrutsch: Venezuela will Bündnis im „Ölkrieg“ schmieden

Ölpreisrutsch
Venezuela will Bündnis im „Ölkrieg“ schmieden

Venezuela gerät durch den Ölpreisverfall immer stärker unter Druck. Das Opec-Mitglied deckt den Großteil seiner Einnahmen aus dem Geschäft mit dem schwarzen Gold. Präsident Maduro sucht nun Verbündete.
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Caracas/Algier Das wirtschaftlich schwer angeschlagene Venezuela sucht Verbündete im Kampf gegen die drastisch fallenden Ölpreise. Staatschef Nicolás Maduro tourte durch mehrere Mitgliedstaaten des Opec-Kartells. Er warf den USA dabei vor, durch die Fracking-Methode für ein Überangebot auf dem Ölmarkt zu sorgen.

Die Vereinigten Staaten wollten die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) „in die Knie zwingen“, kritisierte Maduro, der unter anderem Saudi-Arabien, Katar und Algerien besuchte. In der Opec selbst gab es bisher aber keine Anzeichen dafür, die Ölpreise durch eine Drosselung der Produktion zu stabilisieren.

Für das Opec-Mitglied Venezuela ist die Preisfrage überlebenswichtig. Das Land erzielt über 90 Prozent der Deviseneinnahmen aus seinen Ölexporten, der Staatshaushalt speist sich zu mehr als 50 Prozent aus dem Ölgeschäft. Auch am Dienstag ging der Abwärtstrend bei den Ölpreisen weiter.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar kostete am Mittag 45,87 US-Dollar - 1,56 Dollar weniger als am Montag. Ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich um 1,29 Dollar auf 44,78 Dollar.

Seit dem vergangenen Sommer sind die Preise für Rohöl damit um fast 60 Prozent eingebrochen und liegen so niedrig wie seit dem Frühjahr 2009 nicht mehr. Maduro betonte, sein Land habe die Kraft, dem „Ölkrieg“ stand zu halten, auch wenn dieser noch Jahre dauern sollte.

Als einen Grund für den Ölpreisverfall machte Maduro die starke Nutzung der Fracking-Methode bei der Gas- und Ölförderung in den USA aus. Dabei wird Flüssigkeit unter hohem Druck in ein Bohrloch gepresst, um das Gestein aufzubrechen und darin enthaltenes Erdgas und Erdöl zu gewinnen. „Es gibt ein Überangebot durch die Fracking-Praxis“, kritisierte Maduro, dessen Land in einer Rezession steckt und 2014 eine Inflationsrate von 64 Prozent aufwies.

Maduro betonte, die Opec verfüge über 80 Prozent der nachgewiesenen Ölreserven auf der Welt. Das Ölkartell kappte aber bislang nicht die Ölproduktion. Vor allem die mächtigen Produzenten vom Persischen Golf wollen der stark wachsenden Schieferöl-Industrie in den USA mit niedrigeren Preisen zusätzliche Konkurrenz machen. Die Vereinigten Staaten sind neben China Hauptabnehmer für venezolanisches Öl.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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