Ölteppich nach Bombentreffer
Israel verseucht libanesische Küste

Vor zwei Wochen trafen israelische Bomben ein libanesisches Kraftwerk. Öl lief ins Meer. Mittlerweile ist mehr als ein Drittel der Küste verschmutzt – und ein Kampf gegen die Ölpest wegen der anhaltenden Gefechte unmöglich. Denn die von Israel selbst ausgerufene Einstellung der Luftangriffe hat ein Schlupfloch.

NIKOSIA. Der durch israelische Luftangriffe verursachte Ölteppich vor der Küste Libanons könnte das östliche Mittelmeer nach Angaben der Vereinten Nationen langfristig schädigen. Wegen der Kämpfe sei es derzeit unmöglich, den Ölteppich zu beseitigen und die Natur zu schützen, sagte am Montag der Leiter des UN-Umweltprogramms, Achim Steiner. Jeden Tag wachse daher die Gefahr, dass das Ökosystem in der Region ernsthaft gestört werde.

Der Ölteppich ist bereits 80 Kilometer lang und hat damit mehr als ein Drittel der libanesischen Küste verschmutzt. Bei dem Angriff israelischer Kampfflugzeuge auf ein Kraftwerk südlich der Hauptstadt Beirut waren bis zu 35 000 Tonnen Schweröl in die Umwelt gelangt. Libanons Umweltministerium bezeichnete den dadurch entstanden Ölteppich als die schlimmste Umweltkatastrophe seines Landes. Für den gesamten Mittelmeerraum ist es der größte Ölteppich seit 15 Jahren. Damals hatte der Tanker „Haven“ vor der Küste Italiens und Frankreichs 144 000 Tonnen Rohöl verloren.

Ein Ende der Bombardements ist derzeit nicht absehbar. Israelische Jets haben am Dienstagmorgen zwei Luftangriffe auf Ziele weit im Inneren des Libanons geflogen. Nach Angaben libanesischer Sicherheitskreise wurden dabei mindestens fünf Raketen auf den Ort Hermel abgefeuert, der 120 Kilometer nördlich der Grenze im Bekaa-Tal liegt. Ein weiterer Angriff habe einem Gebiet nahe der syrischen Grenze 10 Kilometer nördlich von Hermel gegolten.

Die Angriffe erfolgten trotz einer von Israel verkündeten 48-stündigen Einstellung der Luftangriffe, die noch bis Mittwochmorgen gilt. Die Feuerpause war nach dem Angriff auf das Dorf Kana am Sonntag in Kraft gesetzt worden, bei dem die israelische Armee 56 Menschen – mehr als die Hälfte davon Kinder – getötet hatte. Israel behielt sich trotz der Feuerpause aber ausdrücklich vor, dennoch weiterhin erkannte Hisbollah-Stellungen anzugreifen.

Das israelische Sicherheitskabinett hat am frühen Dienstagmorgen eine Ausweitung der Bodenoffensive im Südlibanon beschlossen. Wie israelische Medien berichteten, soll damit die Hisbollah-Miliz hinter den Fluss Litani zurückgedrängt und ihre Stellungen an und in der Nähe der israelischen Grenze zerstört werden, bevor eine Waffenruhe ausgerufen werden kann. Bis auf einen Minister hätten alle Mitglieder des Sicherheitskabinetts dem Plan zugestimmt.

Wie die israelische Tageszeitung „Haaretz“ in ihrer Onlineausgabe berichtete, soll die Zahl der im Libanon eingesetzten Soldaten verdoppelt werden. Weitere Reservisten würden dazu in den Libanon verlegt.

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