Österreich

Polizei stellt bei Schlag gegen Schlepperbande 500.000 Euro sicher

1800 Flüchtlinge soll die Bande von Belgrad nach Wien transportiert haben – und dabei eine halbe Million Euro kassiert. Elf Verdächtige sind inzwischen festgenommen. Der Vorwurf: gewerbsmäßige Schlepperei.
Viele Flüchtlinge beauftragen Schlepper damit, die Einreise nach Europa zu organisieren. Die österreichische Polizei hat eine Bande ausgehoben, die 1800 Flüchtlinge von Belgrad nach Wien gebracht haben soll. Quelle: dpa
Grenzkontrolle in Bayern

Viele Flüchtlinge beauftragen Schlepper damit, die Einreise nach Europa zu organisieren. Die österreichische Polizei hat eine Bande ausgehoben, die 1800 Flüchtlinge von Belgrad nach Wien gebracht haben soll.

(Foto: dpa)

WienDie Polizei hat in Österreich eine Schlepperbande ausgehoben, die seit Februar rund 1800 Flüchtlinge von Belgrad nach Wien gebracht haben soll. Elf Verdächtige seien bis September festgenommen worden, teilte das Innenministerium am Donnerstag mit. Die Festgenommenen seien geständig. Ihnen wird gewerbsmäßige Schlepperei und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Bei Hausdurchsuchungen wurden knapp 50.000 Euro sichergestellt. Die Polizei geht davon aus, dass die Bande seit Februar rund 500.000 Euro kassiert hat.

Laut Ermittlern fuhr bei den Schlepperfahrten ein Auto voraus. Wenn keine Polizei in der Nähe war, machte sich das Fahrzeug mit den Flüchtlingen auf den Weg. In Kastenwagen und Minivans wurden zehn bis 15 Menschen transportiert. Diese Gruppen seien „kriminelle Logistikunternehmen“, sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

De Maizière treibt die Regierung um
Thomas de Maizière
1 von 10

Innenminister Thomas de Maizière hat die Flüchtlingsdebatte innerhalb der Regierung aufgeheizt. Unter Berufung des Bundesinnenministeriums hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, dass Flüchtlingen in Deutschland nur noch ein sogenannter subsidiärer Schutz gewährt werden soll. Das bedeutet: Flüchtlinge aus Syrien erhielten nur noch eine Aufenthaltsbewilligung für ein Jahr. Außerdem wäre es ihnen nicht gestattet, Familienangehörige nach Deutschland nachzuholen.

Der Rückzug
2 von 10

Bereits kurz nach Veröffentlichung des Berichts hatte de Maizière die Aussagen zurückgewiesen. „Es gibt keine Änderung bei der Genehmigungspraxis für syrische Flüchtlinge“, sagte er. Zwar sei Anfang der Woche eine Änderung vorgesehen gewesen. „Im Lichte der Entscheidung der Koalition gestern zum Familiennachzug gibt es aber Gesprächsbedarf in der Koalition. Und deswegen bleibt es jetzt so wie es ist, bis es eine neue Entscheidung gibt.“

Der Unbeirrbare
3 von 10

Doch hinsichtlich der Flüchtlingsproblematik bleibt der Innenminister hart. Von seiner Grundposition lässt er sich nicht vertreiben. Ungeachtet der Kritik von Flüchtlingsverbänden und aus der Opposition sprach sich de Maizière erneut dafür aus, Menschen aus Afghanistan in ihr Heimatland zurückzuschicken. Auch wenn die Lage vor Ort schwierig sei, so gebe es in Afghanistan dennoch sicherere und weniger sichere Gebiete. Angesichts des jahrelangen deutschen Engagements in dem Land – etwa zur Verbesserung der Sicherheit – könne man erwarten, „dass die Menschen in Afghanistan bleiben“.

Der Helfer in der Not
4 von 10

Rückendeckung erhält de Maizière von Wolfgang Schäuble. Der Bundesfinanzminister hat sich gegen eine unbegrenzte Zuwanderung ausgesprochen. In dem Bürgerkriegsland gebe es fünf Millionen Binnenflüchtlinge, sagte der CDU-Politiker in einer Veranstaltung mit Schülern: „Wenn die alle nach Europa kommen wollten, anstatt dass man versucht, in Syrien die Probleme zu lösen, wird es nicht zu lösen sein.“

Die Angst vor sieben Milliarden Menschen
5 von 10

Schäuble halte deswegen de Maizieres Vorschlag „für eine notwendige Entscheidung“, über die sich die Koalition „sehr rasch“ verständigen solle. „Wir haben ungefähr sieben Milliarden Menschen auf der Welt, wenn die alle beschließen wollten, nach Europa zu kommen, müsste Europa die Möglichkeit haben zu sagen, nein danke, es wir ein bisschen zu viel.“

Der übliche Verdächtige aus Bayern
6 von 10

CSU-Chef Horst Seehofer sagte der „Süddeutschen Zeitung“ laut Vorabbericht: „Thomas de Maizière hat recht, wir müssen wieder nach dem Gesetz handeln und den Flüchtlingsstatus jedes Syrers genau prüfen.“

Der Mediator
7 von 10

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat das Einlenken von Innenminister Thomas de Maizière in der Frage des Familiennachzugs von Flüchtlingen gelobt. „Es ist gut, dass er den Vorschlag zurückgenommen hat, dass es beim alten Verfahren bleibt“, sagte Gabriel dem ZDF in Salzgitter. Der Vorstoß sei ohne Absprache gewesen und es sei klug, ihn zurückzunehmen. „Damit, finde ich, ist die Maßnahme erledigt.“

  • dpa
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%