Österreich Quereinsteiger Löger wird Finanzminister

Der designierte österreichische Kanzler Sebastian Kurz hat sein Kabinett bekannt gegeben. Der 52-jährige Hartwig Löger übernimmt das Finanzressort. Der Versicherungsmanager hatte mit Politik bisher nichts zu tun.
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Der 52-jährige Chef der Österreich-Tochter des Versicherungskonzerns Uniqa folgt auf Hans-Jörg Schelling. Quelle: dpa
Hartwig Löger

Der 52-jährige Chef der Österreich-Tochter des Versicherungskonzerns Uniqa folgt auf Hans-Jörg Schelling.

(Foto: dpa)

WienDer Versicherungsmanager und politische Quereinsteiger Hartwig Löger wird österreichischer Finanzminister. Das sagte der Chef der konservativen ÖVP und designierte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Samstag. Am Vorabend hatte sich die ÖVP mit der rechtspopulistischen FPÖ auf ein gemeinsames Regierungsabkommen geeinigt.

Der 52-jährige Chef der Österreich-Tochter des Versicherungskonzerns Uniqa folgt auf Hans-Jörg Schelling. Der gelernte Versicherungsmanager war früher für die Allianz in der Steiermark und für die Grazer Wechselseitige Versicherung tätig. 2002 kam er zur Uniqa, seit 2013 leitete er das Österreich-Geschäft des Konzerns. Künftig wird er über die Budgets verhandeln und Möglichkeiten für eine Steuersenkung finden müssen. Eine seiner ersten Aufgaben könnte auch ein möglicher Überbrückungskredit für die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki sein.

Das Innenministerium übernimmt indes FPÖ-Generalsekretär Harald Kickl, der als PR-Profi für etliche FPÖ-Kampagnen verantwortlich war. Auch das Verteidigungsministerium geht an die FPÖ und wird mit dem ehemaligen Unteroffizier Mario Kunasek besetzt. Das Innen- und Verteidigungsressort in eine Hand zu geben, brachte der neuen Regierung bereits Kritik von der Opposition ein. "Damit wäre die gesamte Staatsgewalt mit sämtlichen Polizisten, Soldaten und Geheimdiensten bei einer Partei", sagte der SPÖ-Politiker Andreas Schieder.

Ebenfalls an die FPÖ geht das Außenministerium. Sie holt sich dafür die parteilose Ex-Diplomatin und Nahost-Expertin Karin Kneissl an Bord. Vizekanzler wird FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Das Wirtschaftsministerium besetzt die ÖVP. Kurz hat dafür die ehemalige Chefin der österreichischen Mobilfunktochter A1 der Telekom Austria, Margarete Schramböck, nominiert.

Insgesamt wird der Ministerrat aus 16 Personen bestehen: Kanzler Kurz, sieben Minister und eine Staatssekretärin auf ÖVP-Seite sowie ein Staatssekretär und sechs Minister inklusive Vizekanzler Strache auf FPÖ-Seite. Das einzige Regierungsmitglied aus der vergangenen Legislaturperiode ist Kurz, der zuletzt Außenminister in der Koalition mit der SPÖ war.

  • rtr
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