Österreich und Italien
Brenner-Tunnel könnte Lkw-Maut erhöhen

Die Verkehrsminister von Italien, Österreich und Deutschland haben sich im Grundsatz über den Bau eines neuen Eisenbahn-Tunnels unter dem Brenner geeinigt. Italien und Österreich sind für die Finanzierung verantwortlich, die EU wird ein Drittel der Kosten übernehmen. Deutsche Spediteure befürchten, dass Österreich die Lkw-Maut erhöhen könnte.

WIEN/BERLIN. Die Alpen bekommen ein neues gewaltiges Tunnel-Bauwerk. Die Verkehrsminister von Deutschland, Österreich und Italien haben gestern in Rom eine Grundsatzvereinbarung ("Memorandum of Understanding") zum Bau eines 55 Kilometer langen Eisenbahn-Tunnels unter dem Brenner unterzeichnet. Acht Mrd. Euro sind zunächst für den Bau der beiden Tunnelröhren veranschlagt, in gut zehn Jahren könnten die ersten Züge unter dem Gebirge rollen.

Insbesondere Österreich verspricht sich viel von dem Projekt. Der Tunnel soll vor allem dafür sorgen, dass deutsche Lkws künftig nicht mehr über die Brennerautobahn, sondern umweltfreundlicher huckepack per Bahn Richtung Italien unterwegs sind.

"Mit der Unterzeichnung sind wir so weit wie noch nie bei der Verwirklichung des neuen Brennerbasistunnels", sagte die österreichische Verkehrsministerin Doris Bures zu dem Projekt. Die Planungen sehen jetzt vor, dass Österreich im nächsten Jahr mit den Bohrungen für einen Pilottunnel beginnt. Baubeginn für den eigentlichen Haupttunnel soll im Jahr 2013 sein.

Verantwortlich für die Finanzierung des eigentlichen Tunnelprojekts sind ausschließlich Italien und Österreich. Sie müssen sich die Baukosten teilen. Beide Länder profitieren allerdings davon, dass die EU voraussichtlich ein Drittel der gesamten Kosten übernehmen wird.

Denn aus europäischer Sicht genießt der geplante neue Brennertunnel höchste Priorität, weil damit der Alpentransit neu geordnet wird. Profitieren würde der Verkehr auf der gesamten Nord-Süd-Achse bis hinauf nach Skandinavien.

Deutschland ist dagegen nicht unmittelbar an den Baukosten des neuen Tunnels beteiligt. Doch die deutschen Spediteure werden durch eine höhere Maut auf der Brennerautobahn auf österreichischer und italienischer Seite zur Finanzierung mit herangezogen werden. "Die Maut soll einen erheblichen Beitrag bringen", sagte am Montag ein Sprecher des österreichischen Verkehrsministeriums. Nicht bestätigen wollte er Angaben, dass mit der höheren Maut ungefähr ein Drittel der Baukosten finanziert werden soll.

Aus Deutschland kommen die meisten Lkws, die die Brennerstrecke nutzen. Die Zahl der Lastwagen aus Italien ist deutlich geringer, Österreich ist vor allem Transitland für die Spediteure aus den beiden Nachbarstaaten und nutzt die Alpenquerung am wenigsten. Einen Beschluss für die höhere Maut gibt es noch nicht. Sie würde wahrscheinlich erst zum tatsächlichen Baubeginn fällig.

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